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Kunst statt Leerraum macht mit Ausgabe zwei einen großen Schritt nach vorne
Viel Energie, viel Miteinander

Kunst statt Leerraum macht mit Ausgabe zwei einen großen Schritt nach vorne: Viel Energie, viel Miteinander
Nick Nite in inniger Zweisamkeit mit einem seiner Papertoys-Werke in Kaktus-Form. FOTO: Fotos (5): Penzel
DINSLAKEN. Eine klasse Idee entwickelt sich immer weiter. Nicht nur, dass leere Ladenlokale bespielt und wieder ins Bewusstsein geholt werden. Kunst statt Leerraum bietet Künstlern eine tolle Plattform. Und die nutzen diese immer besser. Von Steffen Penzel

Die Vielfalt macht's. Wie so oft. Und über mangelnde Vielfalt konnten sich die Besucher des KSL-Projekts wahrlich nicht beschweren. Graffiti, Street Art, Upcycling, Tape-Kunst, Fotografien, Medienkunst, Collagen, Konzerte, Kurzfilme und und und... War KSL im ersten Jahr noch etwas komplett neues, was mitunter von Laufpublikum mit leicht kritischer Distanz betrachtet wurde, so scheint sich das Ganze nun zu etablieren. Unisono berichteten die Künstler über spannende Begegnungen und Diskussionen mit Besuchern, die nicht nur guckten, sondern vermehrt auch kauften. Und über die klasse Atmosphäre zwischen den Künstlern.

Thomas Zigahn freute sich über die Atmosphäre bei KSL. FOTO: Penzel

Einer, der gut den Vergleich ziehen kann, ist Thomas Zigahn. Der war mit seiner Upcycling-Kunst auch schon bei der Premiere dabei. "Die Atmosphäre ist ganz anders in diesem Jahr. Es ist bunter und lauter und zieht immer größere Kreise. Bei unserem Treffen waren wir 40 Künstler. Alleine dafür hat es sich schon gelohnt. Viele Besucher suchen das Gespräch. Und es ist immer was los. Wenn ich zwischendurch fünf Minuten zum Essen hatte, war ich schon froh", schwärmt der Dortmunder. Zufriedene Gesichter auch bei Sebastian Perdighe und Jonas Kary, die kurz vor dem Altmarkt Quartier bezogen. "Erstens hatten wir den sexiesten Leerstand. Und zweitens waren viel mehr Leute da. Und die haben sich viel Zeit genommen", hat Sebastian Perdighe, der für KSL wie im Vorjahr extra aus München angereist kam, beobachtet. Sein "Mitbewohner" Jonas Kary sah das ähnlich. "Man unterhält sich viel und kommt oft in richtige Diskussionen. Aber dafür ist Kunst ja auch da."

Smileys ausm Fass FOTO: Penzel

Wie viel positive Energie in dem Projekt steckt, merkte man spätestens bei der Abschlussparty, die bis tief in die Nacht in Ulcus und Kutscherstube ausgefochten wurde. KSL-Kurator Ben Perdighe war nach einer anstrengenden, aber sehr schönen und ereignisreichen, Woche mehr als zufrieden: "Ich bin überwältigt von der kreativen Energie, die uns nun zum zweiten Mal in Dinslaken besucht hat. Bemerkenswert ist die Zusammenarbeit und die Dynamik zwischen den Künstlern im Aktionszeitraum; Alle miteinander für eine funktionierende Veranstaltung. Mein Dank gilt allen teilnehmenden Künstlern, den Vermietern, den Besuchern und natürlich Svenja Krämer von der Wirtschaftsförderung Dinslaken." In Gedanken ist Ben Perdighe schon bei Ausgabe drei: "Ich beginne jetzt schon mit der Planung um es im nächsten Jahr noch runder werden zu lassen.

(Niederrhein Verlag GmbH)