Sport digital – Klicken statt sprinten?

Sport hat in Deutschland einen hohen Stellenwert, in der Region natürlich vor allem wegen des MSV. Schon seit einiger Zeit wird Sport aber nicht nur auf dem Rasen oder der Laufbahn betrieben. E-Sports, also das wettkampfmäßige Spielen von Videospielen, werden immer populärer.

Weniger Sportler, mehr Gamer

Sport ist Mord – dieser Spruch ist gefühlt mindestens so alt wie die Idee der freiwilligen körperlichen Ertüchtigung selbst. Und viele Deutsche leben recht konsequent nach ebendiesem Motto: Laut einer Studie der Techniker Krankenkasse aus dem Jahr 2016 treiben 42 % der Deutschen gar keinen Sport, sondern sie verbringen ihre Feierabende lieber untätig auf der Couch. NRW liegt dabei im bundesweiten Durchschnitt, in Berlin und Brandenburg leben mit über 50 % Sportverweigerern die meisten Sportmuffel. Eine andere Freizeitbeschäftigung, die auf den ersten Blick nicht allzu viel mit Sport gemein hat, findet dagegen immer mehr aktive Teilnehmer und Fans – die Rede ist von Videospielen. Etwa die Hälfte aller Deutschen spielt mittlerweile zumindest gelegentlich – sei es auf der Heimkonsole, dem PC oder dem Smartphone. Vor allem Letzteres trägt zur großen Beliebtheit der Games bei, schließlich besitzt inzwischen fast jeder ein solches Gerät, und viele Handyspiele sind auf Portalen wie browsergames.de kostenlos spielbar.

Videospiele auf dem Weg zum Breitensport?

Videospiele sind mittlerweile für viele Gamer und Spielefans mehr als nur ein Zeitvertreib, der keine großen Ansprüche an die eigene Leistungsfähigkeit stellt. E-Sports liegen voll im Trend. Doch wie passen Videospiele und Sport eigentlich zusammen – zumal das Gamer-Klischee vom übergewichtigen Zocker im Keller des Elternhauses (unberechtigterweise) noch immer weit verbreitet ist? Bestimmte Videospiele lassen sich kompetitiv gegeneinander spielen, die Bandbreite reicht von Sportspielen über Egoshooter bis zu Strategiespielen. Je nach Spiel sind dafür Fingerfertigkeit und Reaktionsschnelligkeit, Teamplay oder taktisches Verständnis vonnöten – oder ein Mix aus allem. Beliebte E-Sports-Disziplinen sind zum Beispiel die Fußballsimulation FIFA, der Shooter Counter-Strike oder der Action-Taktik-Mix League of Legends. Einige Turniere, auf denen sich Profispieler und Teams aus aller Welt messen, locken mitunter Zehntausende Zuschauer zu den Veranstaltungsorten und Millionen vor den Bildschirm. In puncto Umsatzstärke werden E-Sports wahrscheinlich sogar etablierten Sportligen wie der BBL oder der DEL mittelfristig den Rang ablaufen. Einer Studie der Deutschen Sporthochschule zufolge sind professionelle eSports-Spieler wahre Athleten, was die körperliche und psychische Belastung während eines Wettkampfes angeht. Und vielleicht verhelfen E-Sports ja auf diese Weise den Deutschen dazu, mehr Sportbegeisterung zu entwickeln – schließlich kann sich jeder vierte Gamer vorstellen, aktiv E-Sports zu betreiben. Bildrechte: Flickr esports Sam Churchill CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten