| 11.22 Uhr

Unternehmen im Portrait - die GFW Duisburg stellt
Kreative Geschäftsideen gesucht

Unternehmen im Portrait - die GFW Duisburg stellt: Kreative Geschäftsideen gesucht
Susanne Kirches beim Interview im „LiMa’s“ am Sternbuschweg. FOTO: Penzel
Duisburg. Susanne Kirches hat als Projektmanagerin bei der Duisburger Wirtschaftsförderung GFW schon einige Geschäftsbereiche durchlaufen. Seit 2009 ist sie für die Akteure der Kreativwirtschaft zuständig - und fühlt sich inmitten der vielen Kreativen bestens aufgehoben. Von Steffen Penzel

Wir haben mal eine etwas andere Location für unser Portrait-Gespräch gewählt. Susanne Kirches und ich sitzen bei Mineralwasser und Joghurt mit frischen Früchten und hausgemachtem Müsli im "LiMa's". Das dezent und geschmackvoll eingerichtete Frühstückslokal und Wohlfühlcafé zeigt ziemlich gut, wie es im besten Fall laufen kann, wenn Susanne Kirches auf Kreative mit Geschäftsidee und -sinn trifft. Hier am Sternbuschweg haben Rebekka Mahnke und Sebastian Link etwas Besonderes auf die Beine gestellt, sich ihren Traum von der Selbstständigkeit erfüllt – und auf Crossover gesetzt.

Denn im "LiMa's" kann man nicht nur lecker und qualitativ hochwertig frühstücken, Mittag und Kuchen essen – das "LiMa's" ist auch ein Home-decor-Laden. Hier wird zwischen kreativen Homeaccessoires, Kunst und Schmuck gequatscht, Kaffee getrunken und gegessen - und zwar von einem bunt gemischten Publikum zwischen 18 und 80 Jahren.

Ein schöner Ort für einen Arbeitstermin. Das sieht auch Susanne Kirches so, die aber auch zugibt, mit Rebekka Mahnke und Sebastian Link wenig Arbeit gehabt zu haben: Weil sie viel Erfahrung, einen klaren Plan, betriebswirtschaftliche Erfahrung und eine große Portion Fleiß und Enthusiasmus mitbrachten. "Im Prinzip haben wir gemeinsam einen passenden Standort gesucht und ich habe das Ganze dann in der Umsetzungsphase behördlich begleitet, habe mich ums Ordnungsamt gekümmert und ein paar Behördengänge erledigt."

Doch ganz so glatt läuft es nicht immer. 98 Prozent ihrer Klienten sind Kleinstunternehmer. Ihre Kunden kommen aus den elf Teilbranchen der Kreativwirtschaft - von der Food-Bloggerin über den Filmproduzenten auf der Suche nach passenden Filmlocations und den App-Entwickler bis hin zu Architekten und Werbetextern ist alles dabei. Die GFW-Projektmanagerin unterstützt und begleitet viele Kunden, die keinen klassischen Lebenslauf im Gepäck haben, die oftmals im Nebenerwerb gründen oder mit Mitte 40 noch mal neu und ganz anders durchstarten wollen. So kreativ und enthusiastisch die Existenzgründer im Zuständigkeitsbereich von Susanne Kirches oft auch sind - manchmal fehlt es an geschäftlichem Spürsinn und einem realistischen Blick auf die wirtschaftliche Realität. "Hier und da ist auch ein Luftschloss dabei."

Und dann ist Susanne Kirches gefragt, die von Zeit zu Zeit als Strukturgeberin und Mahnerin auftreten muss. In einem zweistündigen Erstgespräch wird die Geschäfts-Idee besprochen, Kompetenzen abgeklopft, Stärken und Schwächen auf den Tisch gepackt. Und, das ist eben ganz wichtig, "die Konkurrenz am Markt und die wirtschaftliche Machbarkeit in den Blick genommen. Nur dann kann man auch überleben."

Denn gerade im Bereich der Kreativwirtschaft, so Kirches, sei es wichtig, "dass man eine besondere Idee hat, dass man ein besonderes Angebot macht. Aber eben auch, dass man die Konkurrenz und die wirtschaftliche Machbarkeit im Blick hat. Nur dann kann man auch überleben."

Susanne Kirches ist examinierte Erzieherin und Diplom- Sozialwissen schaftlerin. Sie bringt einen reichen Erfahrungsschatz mit, hat bei der GFW, bei der sie schon seit 26 Jahren an Bord ist, vieles erlebt. Vom Standortmarketing, über Firmenbetreuung in den Bereichen Immobilienwirtschaft, Logistik und Medienwirtschaft bis hin zur GFW-Öffentlichkeitsarbeit und dem Aufbau der Social Media-Auftritte hat die Krefelderin schon so einiges mitgenommen.

Seit 2009 ist sie im Hause nun für die Kreativen zuständig - und und hilft bei der Raumsuche, vermittelt Geschäftskontakte und begleitet in Finanzierungsfragen. Besonderen Rückenwind verschafft sie den Duisburger Gründerinnen seit 2014 mit einem neuen

Netzwerk, dem "format:gründerin". "Hier fühle ich mich mit meinen methodis

chen Ansätzen und Überzeugungen und mit Themen, die vom 'Coworking' bis zum 'Crowdfunding' reichen, bestens aufgehoben", schmunzelt die Projektmanagerin. 2009 hat Susanne Kirches gemeinsam mit Wirtschaftsförderern aus Bochum und Dortmund die "creative stage Ruhr" ins Leben gerufen. Hier haben immer zehn Kreativunternehmer acht Minuten Zeit, ihre Ideen vorzustellen. So entstehen spannende Kontakte. Die Vernetzung ins Ruhrgeb

iet ist ihr wichtig. Davon können und sollen auch ihre Kunden profitieren...

(Niederrhein Verlag GmbH)