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Gespinstmotten: am besten absammeln!

Gespinstmotten: am besten absammeln!
Früher hat man auf Gespinsten sogar Bilder gemalt. Im eigenen Garten finden die meisten Menschen sie aber weniger malerisch ... FOTO: Mikkel52
Duisburg (tw). Viele finden sie ekelig: die Gespinstmotten, die Jahr für Jahr Sträucher und Bäume einhüllen, um so ihre Brut zu schützen. Am liebsten würden da manche zu Gift greifen.

Das Duisburger Amt für Umwelt und Grün rät aber – wie andere Experten – ab: Gift gegen Gespinstmotten ist nicht sinnvoll.

Vor allem die Traubenkirschen-Gespinstmotten sind in der Lage, ganze Baumgruppen mit ihren silbrigen Fäden zu überziehen. Insgesamt fünf nur schwer voneinander zu unterscheidende Arten der Gespinstmotten leben bei uns. Zunächst machen sich die Larven des kleinen Schmetterlings über die Knospen und frischen Blätter ihrer Wirtsbäume her, später werden sie anspruchsloser und vertilgen alles Grün.

Der Versuch, die Tierchen mit Gift zu vernichten, ist ebenso sinnlos wie gefährlich. Denn ist das Gespinst erst einmal ausgebildet, sind die Raupen kaum noch zu bekämpfen. Und außerdem töten Insektizide gleichzeitig auch die Fressfeinde der Raupen: Vögel, Raubwanzen sowie einige Parasiten verhindern auf natürliche Weise eine ungehemmte Vermehrung der Gespinstmotten.

Weil manchmal auch Obstbäume von den Gespinstmotten befallen werden, empfiehlt es sich, die Raupen so früh wie möglich von den Apfel- oder Pflaumenbäumen abzusammeln. Lässt man die Tiere jedoch gewähren, kann es zu einem kompletten Ernteausfall kommen.

Sind die kleinen weißen Falter mit den schwarzen Punkten auf den Flügeln schließlich aus den Puppen geschlüpft, verwittern die Gespinste rasch, die Bäume treiben wieder aus und schon bald ist von dem Gespinst-Spuk nichts mehr zu sehen.

(Niederrhein Verlag GmbH)