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MSV verliert unglücklich mit 0:1 gegen St. Pauli
Zwischenhoch beendet

MSV verliert unglücklich mit 0:1 gegen St. Pauli: Zwischenhoch beendet
Fassungslos: Andy Wiegel nach seiner vergebenen Ausgleichschance kurz vor dem Abpfiff. FOTO: Volker Nagraszus
Duisburg. Ein bitterer Abend für den MSV Duisburg: Nach 90 Minuten harter Fußballkost nimmt der FC St. Pauli beim 1:0 alle drei Punkte mit nach Hamburg. Sami Allagui erzielt das Tor des Tages für die Gäste. Von Steffen Penzel

Der Höhenflug nach dem Köln-Sieg hat an der Wedau nicht lange angehalten. Dem FC St. Pauli reichte ein Standard kurz vor Spielende um sich bei den Zebras mit drei Punkten zu belohnen. Der MSV kann also auch im fünften Heimspiel der Saison nicht gewinnen und bleibt im Tabellenkeller auf dem 17. Rang kleben. Torsten Lieberknecht war nach seinem zweiten Spiel auf der MSV-Trainerbank bedient. "Wir haben uns so viel vorgenommen, wollten nach dem Köln-Sieg und endlich mal vor eigenen Fans nachlegen. Von daher ist die Enttäuschung natürlich groß. In der zweiten Halbzeit waren wir gut im Spiel und dann kam diese Standardsituation, wo unsere Zuteilung überhaupt nicht stimmte."

Zum Spiel: In den ersten 25 Minuten hatten die Hausherren mit ihrer in Köln unter verschärften Bedingungen erprobten Mittelfeldraute keinerlei Zugriff aufs Spiel. Pauli begann quirlig, mit viel Spielreife und Übersicht und hätte durch Marvin Knoll nach neun Minuten schon in Führung gehen können. Daniel Mesenhöler hielt stark - und seine ab der 25. Minute taktisch leicht veränderten, stabil stehenden, aber nach vorne weiter völlig harmlosen Farben im Spiel. In der hart umkämpften ersten Hälfte tat sich nichts mehr. "Das war natürlich viel zu wenig in den ersten 45 Minuten", ärgerte sich Fabian Schnellhardt nach der Partie, "dass man so Zuhause nicht auftreten darf."

Das änderte sich im zweiten Durchgang. "Da standen wir besser, hatten mehr Zugriff und den Gegner eigentlich gut unter Kontrolle", befand Schnellhardt, der "eigentlich ein typisches 0:0" gesehen hat. Dass 0:1 sei dann wieder "einer dieser kleinen Fehler, die uns passieren, und die wir unbedingt abstellen müssen", so Schnellhardt.

In Minute 54 trat Kevin Wolze zum Freistoß aus 18 Metern an, traf den Ball aber nicht richtig - leichte Beute für Robin Himmelmann im Pauli-Kasten. Der MSV spielte weiter auf Sieg, blieb aber immer wieder in den tief stehenden Hamburger Reihen hängen. In der 70. Minute zog Andy Wiegel stark ab, im Zweikampf nach dem Abpraller sahen die Duisburger ein elfmeterreifes Foul von Jeremy Dudziak an Ahmet Engin, der am Kopf getroffen wurde. "Den kann man schon geben, da hatten wir ziemliches Glück", fand auch Pauli-Coach Markus Kauczinski. "Da fällt der Moment leider nicht auf unsere Seite", ärgerte sich Torsten Lieberknecht.

Aus dem Nichts dann der Nackenschlag für die Duisburger: In der 84. Minute stieg der erst eine Minute zuvor eingewechselte Sami Allagui gegen den tief schlafenden Andy Wiegel hoch und nickte unbedrängt zum 1:0-Endstand für die Gäste ein. "Da hat die Zuordnung nach der Einwechslung nicht gepasst. Da haben wir uns schlecht angestellt. Und da nehme ich mich natürlich nicht aus", so ein geknickter Andy Wiegel, der kurz vor Abpfiff sogar noch das 1:1 auf dem Fuß hatte, nach dem Abpfiff. "Andy war der freie Mann und hat in der Situation leider geschlafen", befand Torsten Lieberknecht ganz deutlich. Mut macht ihm der Auftritt seiner Truppe in den zweiten 45 Minuten. "Kopf hoch, Brust raus und auf die sehr gute Leistung der zweiten Halbzeit aufbauen. Uns fehlt ein wenig Mut und Zuversicht, das hat nichts mit fehlender Qualität zu tun."