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Zebras vor dem Auswärtsspiel beim FCH
Theuerkauf warnt vor MSV, Lieberknecht vor Heidenheim

Zebras vor dem Auswärtsspiel beim FCH: Theuerkauf warnt vor MSV, Lieberknecht vor Heidenheim
Torsten Lieberknecht hofft, dass seine Zebras in Heidenheim schnell wieder in die Spur finden. FOTO: Volker Nagraszus
Duisburg. Nach der 0:4-Packung gegen Holstein Kiel müssen die Zebras am Samstag in Heidenheim ran. Wir haben im Vorfeld mit FCH-Vizekapitän Norman Theuerkauf sowie dem MSV-Trainer Torsten Lieberknecht und Moritz Stoppelkamp über das Spiel gesprochen. Von Steffen Penzel

Norman Theuerkauf ist so etwas wie der Dauerbrenner des FC Heidenheim. 98 Spiele hat "Theuer" schon für die Süddeutschen bestritten. In dieser Saison stand er jede mögliche Spielminute für die Roten auf dem Platz. Gerade erst hat der Defensiv-Allrounder seinen Vertrag in Heidenheim bis Sommer 2020 verlängert.
Seinem Team ging es zuletzt vor den eigenen Fans auch nicht besser als dem MSV: Gegen den SC Paderborn setzte es in der Voith-Arena eine üble 1:5-Niederlage. Doch nach dem 2:1-Auswärtssieg im Baden-Württemberg-Duell beim SV Sandhausen am Wochenende sieht der 31-jährige seine Mannschaft wieder in der Spur. "Die Pleite gegen Paderborn war eine harte Landung für uns. Keiner verliert gerne so vor den eigenen Fans. Aber der Sieg in Sandhausen war ein Stück Wiedergutmachung. Und gegen den MSV wollen wir jetzt nachlegen." Mit nun 23 Punkten sieht Theuerkauf den Tabellensiebten "auf einem guten Weg". Wo dieser hinführen soll, kann er aber nicht sagen. "Die Saison ist noch lang und es kann wie immer ganz schnell gehen. Wichtig für uns ist nur, dass wir 13 Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsrang haben. Wir wollen, anders als in der Vorsaison, eine sorgenfreie Spielzeit erleben."

Seine Meinung über den MSV Duisburg hat sich aber auch nach der 0:4-Schlappe gegen Kiel nicht geändert. "Der MSV hat sich unter Torsten Lieberknecht richtig gut stabilisiert. Auch sie sind in einer ähnlichen Situation wie wir nach dem Paderborn-Spiel und wollen Wiedergutmachung. Wir erwarten, wie eigentlich in jedem Spiel in dieser Liga, eine intensive, umkämpfte Partie."

"Klar, er weiß halt, wie ich meine Mannschaften trainiere und einstelle", schmunzelt MSV-Coach Torsten Lieberknecht, der "Theuer" selbst viele Jahre in Braunschweig unter seinen Fitichen hatte. Vor den Heidenheimer und ihrer Arbeit hat Lieberknecht "höchsten Respekt". Dort werde "seit Jahren" hervorragende, sehr kontinuierliche  Arbeit betrieben. "Der FCH", so Lieberknecht, "hat eine Truppe, die den ganz großen Wurf schaffen kann." Während in Württemberg im Verborgenen also vorsichtig in Richtung Aufstiegsplätze geschielt wird, muss der MSV nach der Kiel-Klatsche den Blick nach unten und nach vorne richten. Große Sorgen, dass das Holstein-Spiel seine Truppe nachhaltig aus dem Tritt bringen könnte, hat der MSV-Chefcoach nicht. "Wir haben die Niederlage gut analysiert und verdaut." Niederlagen gehören nunmal dazu. Wichtig sei jetzt, "möglichst sofort wieder zu punkten." Und das traut Lieberknecht seinen Jungs auch beim starken FCH zu. "Wir sind auswärts  in der Lage, auch die guten Mannschaften der Liga gut zu bespielen."  

Auch Moritz Stoppelkamp will sich nicht zu lange mit dem Kiel-Spiel aufhalten. "In den ersten 20 Minuten sind wir für unseren guten Auftritt nicht belohnt worden. Und danach hat Kiel das einfach ganz stark gemacht. Aber die Niederlage wirft uns nicht um." Die letzten Spiele hätten allesamt gezeigt, dass man in Duisburg auf einem guten Weg sei. "Und am Samstag fangen wir wieder an, unsere Punkte zu holen", verkündet "Stoppel", der ganz selbstkritisch seine eigenen, bisher ziemlich durchwachsenen, Leistungen bewertet. "Das ist bisher noch nicht meine Saison, das weiß ich auch. Ich habe noch nicht richtig den Anschluss gefunden. Aber ich werde weiter Gas geben, dann platzt der Knoten schon", gibt er sich kämpferisch. 

Personell sieht es nicht ganz so gut aus für den MSV. Dustin Bomheuer wird definitiv nicht spielen können. Und hinter dem Einsatz von Kevin Wolze und Boris Tashchy stehen große Fragezeichen. Gerade die zwei Baustellen in der Defensive sorgen Torsten Lieberknecht. Zumal er einen adäquaten Ersatz für Wolze auf Links gerade nicht im Blick habe. Neuzugang Young-Jae Seo traut er die Vertretung wohl noch nicht zu. "Seo muss noch weniger Fehler machen, mehr Impulse setzen und mehr auf sich aufmerksam machen. ich warte immer noch, dass der Schalter da umgelegt wird", gibt es deutliche Kritik am Koreaner. Sebastian Neumann, gerade erst wieder fit geworden, hat sich im Donnerstagstraining das Knie verdreht und fällt ebenfalls aus. Torsten Lieberknecht wird also improvisieren müssen ...