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Fabian Schnellhardt bekennt sich zum MSV
"Schnelli" will weiter vorangehen

Fabian Schnellhardt bekennt sich zum MSV: "Schnelli" will weiter vorangehen
Gute Laune im Trainingslager bei Fabian Schnellhardt FOTO: Nico Herbertz
St.Johann. Fabian Schnellhardt sitzt im Foyer des Teamhotels in St. Johann und strahlt Entspannung und Zufriedenheit aus. Was auch kein Wunder ist. Denn für Duisburgs Mittelfeldmotor läuft es nicht nur sportlich, sondern auch privat richtig gut. Von Steffen Penzel

Kurz vor dem Trainingslager hat "Schnelli" seine Freundin Valentina geheiratet. Die Flitterwochen gibt es allerdings erst im kommenden Jahr. "Meine Freundin ist noch in der Ausbildung zur Krankenpflegerin und hat genau jetzt Urlaub, den sie in Griechenland verbringt. Und ich bin halt eben im Trainingslager. Deswegen haben wir die Flitterwochen aufs kommende Jahr verschoben." Sportlich gibt es für Schnellhardt, der auch in der kommenden Spielzeit wieder Vize-Kapitän ist, aktuell auch kein Grund zur Klage. Auch wenn es für ein abschließendes Urteil natürlich zu früh ist, den großen Umbruch im Sommer scheint der MSV gut verpackt zu haben. Die mit den beiden Eigengewächsen Migel-Max Schmeling und Jonas Brendieck insgesamt neun Neuzugänge wurden geräuschlos und schnell integriert – und machen, so Schnellhardt, die Zebras in der kommenden Spielzeit schwerer auszurechnen. Dazu kommt der Aspekt des viel intensiver gewordenen Konkurrenzkampfes – alleine in der Sturmreihe kämpfen nun vier gelernte Stürmer um die ein bis zwei Plätze in der Startelf. Mit den vielen Neuverpflichtungen und der Vertragsverlängerung von Mittelfeld-Partner Lukas Fröde sieht er sein Team gut aufgestellt. "Es ist gut, dass Lukas uns erhalten bleibt. Wir verstehen uns auf und neben dem Platz einfach richtig gut. Und als Team sind wir sehr gut aufgestellt und auf jeder Position mindestens doppelt besetzt. Das heizt den Konkurrenzkampf im Training an und tut uns allen gut."

Dass sich um seine Person immer wieder auch Wechselgerüchte ranken, nimmt der Mittelfeld-Mann gelassen und ruhig zur Kenntnis – mehr aber auch nicht. Er habe noch zwei Jahre Vertrag in Duisburg. Sorgen, dass er noch in diesem Sommer dem MSV den Rücken kehrt, zerstreut er schnell. "Ich fühle mich super wohl hier, wohne mit meiner Frau in Neuss. Wenn jetzt nicht Bayern München anruft und mich haben will, bleibe ich auf jeden Fall", lächelt er alle Wechselgerüchte weg. Mit den Zebras will "Schnelli" in der kommenden Saison "den nächsten Schritt" machen. Sprich: "Wir wollen möglichst schnell nichts mehr mit dem Abstieg zu tun haben. Und jeder einzelne Spieler will sich verbessern, was uns als Team dann natürlich auch besser macht." Das gelte natürlich auch für ihn selber. Seine vergangene Spielzeit sei "nicht schlecht" gewesen. "Aber ich weiß auch, dass es besser geht, dass ich noch mehr Druck nach vorne entwickeln muss, für mehr Torgefahr sorgen muss. Dazu kommt, dass ich das Spiel noch mehr an mich reißen will, noch mehr voran gehen will."

Duisburgs Mittelfeld-Motor scheint sich von seiner kurzen Krankheit Anfang des Monats bestens erholt zu haben. Das merkt man nicht nur bei den Trainingseinheiten in Österreich, das sah man auch beim Spiel gegen Dortmund. Denn mit "Schnelli" auf dem Platz entwickelte der MSV einen ganz anderen Druck nach vorne. Schnellhardt zog das Spiel sofort an sich, verteilte die Bälle mit Übersicht und trieb das Leder unaufhaltsam in Richtung Dortmunder Gehäuse. Das war natürlich seinem Coach auch nicht entgangen. "Er macht schon wieder einen sehr starken Eindruck", hatte Gruev beobachtet. Seine Leistungswerte nach der Sommerpause imponierten dem MSV-Trainer. "Er ist in einer Top-Verfassung aus dem Urlaub gekommen. Er hat also in der freien Zeit offensichtlich gut an sich gearbeitet", zollte Gruev seinem wohl wichtigsten Spieler Respekt für die Arbeitseinstellung. Worte, die der Gelobte natürlich gerne hört: "Ich habe aber gar nichts Besonderes veranstaltet in der Pause, sondern mich einfach nur an den Trainingsplan gehalten."

In die neue Saison geht er mit der Nummer 10. Eine zu große Erwartungshaltung will er davon aber nicht ableiten. "Die Nummer ist doch eigentlich egal, viel wichtiger ist, was da drin steckt."