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MSV schlägt Dynamo Dresden mit 2:0
Mit Heimsieg in die Winterpause

MSV schlägt Dynamo Dresden mit 2:0: Mit Heimsieg in die Winterpause
Nach dem Abpfiff kam sie wieder, die Ilia Gruev-Jubelfaust. FOTO: Nagraszus
Duisburg. Während der Zebra-Anhang "Der MSV ist wieder da" intonierte, kam sie wieder, die Sieger-Faust von Ilia Gruev. Nach intensiven 90 Minuten hatte der MSV im Heimspiel vor 15.000 Zuschauern Dynamo Dresden mit 2:0 nieder gerungen. Damit ist er also mehr als gelungen, der Start in die Rückrunde für den MSV Duisburg. Von Steffen Penzel

"Ivo auf den Zaun" forderten die MSV-Fans nach dem Abpfiff. Und der Sportdirektor gehorchte brav, schnappte sich das Megafon und wollte seine in weiß-blaue Weihnachtsmützen gehüllten Spieler auf dem Rasen den "Humba" tanzen lassen. Doch daraus wurde nichts. Den kurz darauf war die komplette Truppe samt Ersatzspieler, Verletzten und Trainerstab auch bei den Fans auf dem Zaun - gemeinsam sangen sich alle in Weihnachtslaune. Dann hatte "Ivo" aber doch noch seinen eigenen Moment. "Ich bin besonders stolz auf das, was wir 2017 geleistet haben, bin stolz auf unsere Mannschaft, unser Trainerteam und natürlich unsere Fans", sagte Grlic über die Stadionlautsprecher und machte noch mal klar, worauf es trotz des aktuellen Höhenfluges in dieser Spielzeit ankommt: "Wir wollen 2018 gemeinsam den Klassenerhalt schaffen."

Stolz und zufrieden angesichts des Sieges und der 26 erreichten Punkte vor der Winterpause zeigte sich auch Lukas Fröde im Spielertunnel. Der defensive Mittelfeldmann spielte erneut stark und hatte Luftraum und Grasnarbe im Zentrum gemeinsam mit Fabian Schnellhardt fest im Griff. "Wir können sehr zufrieden sein mit dem, was wir bis jetzt erreicht haben. Wir haben uns jede Woche weiter entwickelt. Und das sieht man ja auch  an den Ergebnissen, die wir zuletzt eingefahren haben." Gleichzeitig, mahnte er, dürfe man jetzt nicht nachlassen: "Wir müssen weiter hart arbeiten und dürfen keinen Zentimeter weniger machen." Fröde muss es wissen. Denn er weiß schließlich aus seiner leidvollen Würzburger Zeit, wie sich ein Abstieg nach grandioser Hinrunde anfühlt.

Zum Spiel: Beide Teams standen zunächst dicht gestaffelt und gut geordnet. In der 9. Minute dann der erste Aufreger der Partie: Erst blockte Lukas Fröde in bester Abräumer-Manier am eigenen Strafraum gegen Haris Duljevic, im Gegenzug setzte sich Cauly Souza auf seiner rechten Seite stark gegen Phillip Heise durch, spielte dann aber im Dresden-Strafraum aus bester Position in den Rücken des in der Mitte mitlaufenden und freien Kingsley Onuegbu. Dresden entpuppte sich weiter als der erwartet unangenehm zu spielende Gegner und bekam jetzt auf der rechten Abwehrseite der Hausherren mal Raum zur Verfügung gestellt. Aber die Gastgeber waren zwingender und konnten die nächste dicke Chance für sich verbuchen: Ahmet Engin hätte in der 19. Minute aus halbrechter Position und kurzer Distanz für die Führung sorgen können, drosch den Ball aber über das kurze Eck. Und auch die nächste Möglichkeit ging auf das Konto der Zebras: Nach Schnellhardt-Ecke war in der 34. Minute einmal mehr Dustin Bomheuer per Muster-Kopfball zur Stelle. Pech nur, dass Dynamo-Keeper Marvin Schwäbe per Glanzparade irgendwie noch seine Finger ans Leder bekam und zur Ecke klärte. Kurz vor der Pause dann doch noch die mittlerweile überfällige Führung für die Duisburger. Ahmet Engin, der richtig stark spielte und dem 99 Prozent des Führungstreffers gebühren, zündete auf Links erst an der Seiten- dann an der Grundlinie den Turbo, vernatzte so den zu zögerlichen Fabian Müller und legte bärenstark an Schwäbe und Paul Seguin vorbei auf Stanislav Iljutcenko ab, der aus fünf Metern nur noch einschieben musste. Mit dem 1:0 aus MSV-Sicht gingen beide Teams dann in die Kabinen.

Der MSV kam mit ordentlich Dampf aus der Pause und hatte nach vier Minuten die Chance zum 2:0 – aber der Lupfer vom "King" trudelte knapp am langen Pfosten des Dresdener Kastens vorbei. Das Spiel nahm weiter an Fahrt auf, wurde nun hektischer und offener. In der 59. Minute überschlug es sich dann: Erst verzog Lucas Röser auf Dresdener Seite komplett blank aus sieben Metern, beim anschließenden Konter chippte Ahmet Engin millimetergenau auf den aufgerückten Fabian Schnellhardt am langen Eck, der das Kunststück fertig brachte, den Ball vom Fünf-Meter-Raum nicht zum 2:0 ins Netz zu setzen.

Der MSV probierte die Führung nun mehr oder minder souverän runter zu spielen, setzte er aber weiter Nadelstiche - und was für welche! In der 83. Minute nahm der eingewechselte Youngster Lukas Daschner sein Herz in die Hand und holte nach starkem Solo einen Freistoß an der Strafraumgrenze heraus. Kevin Wolze übernahm und schlenzte den Ball wunderschön und unhaltbar ins linke obere Eck. "Ich freue mich einfach, dass ich der Mannschaft helfen konnte", wollte der gewohnt souveräne Wolze, der "ein Riesen-Spiel" seiner Truppe gesehen hatte, keine Extra-Lorbeeren.