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Der MSV tritt am Freitagabend in Mainz an
Eine leichte Aufgabe - nur auf dem Papier

Der MSV tritt am Freitagabend in Mainz an: Eine leichte Aufgabe - nur auf dem Papier
Kevin Wolze, hier im Trainings-Zweikampf mit Zlatko Janjic, weiß, dass es für den MSV in Mainz nicht leicht wird. FOTO: Volker Nagraszus
Duisburg. Mit den angeblich leichten Aufgaben ist das ja immer so eine Sache. Davon konnten sich alle, die es mit dem MSV gut halten, bereits beim Heimspiel gegen Münster überzeugen. Und bereits am Freitag wartet die nächste "leichte Aufgabe" - allerdings nur auf dem Papier. Von Steffen Penzel

Denn die Ausgangslage scheint eindeutig. Der Tabellenerste MSV Duisburg tritt beim Schlusslicht, die Reserve von Mainz 05, an. Dazu kommt das Hinspiel. Das ging nämlich mit 4:0 an die Zebras. Klare Ausgangslage könnte man meinen, aber weit gefehlt. Denn selbst das 4:0 aus dem Hinspiel taugt da nur bedingt als Wegweiser. Eine Halbzeit lang machten die mutig aufspielenden Mainzer den Hausherren das Leben richtig schwer. Und 05 wurde erst versenkt, als sie sich auch nach dem Rückstand weigerten, das offene Visier runter zu klappen. Dass der Tabellenletzte richtig was kann und sich noch lange nicht mit der Situation als Rote Laterne-Träger abgefunden hat, zeigt der vergangene Spieltag. Denn da entührten die 05er beim 2:1-Sieg in Osnabrück gleich alle drei Punkte aus dem Stadion des  Tabellenzweiten. "Und", warnt MSV-Coach Ilia Gruev, "auch in der Woche davor haben sie gegen Paderborn richtig gut gespielt und nur sehr unglücklich verloren." Beim MSV ist man ohnehin weit von Übermut entfernt. Auch wenn Zebra-Urgestein Kevin Wolze sagt: "Unser Selbstbewusstsein ist nach dem Münster-Spiel schon groß - aber das war es davor auch schon." Nichts desto trotz weiß auch Wolze um die Schwierigkeit der Aufgabe für den Tabellenführer am Freitag: "Der Druck ist immer groß, da ändert die aktuelle Tabellensituation nichts dran. Wenn wir es in Mainz vergeigen, war der Big Point gegen Münster nichts wert."

Und somit ist die Marschroute für die Zebras eine eindeutige: In Mainz sollen drei Punkte her. Das unterstreicht auch der Trainer noch mal: "Unser Anspruch als Tabellenführer ist es, in Mainz zu bestehen. Wir wollen gewinnen." Erreichen könne man das laut Gruev nur mit "Konzentration und Wille". Und am besten ohne die kurzen Aussetzer, die das Spiel gegen Münster unnötigerweise haben kippen lassen. "Münster hat aus drei Chancen zwei Tore gemacht. Es hat aber auch gezeigt, dass wir Probleme kriegen, wenn wir nicht hundertprozentig konzentriert sind." So viel Kraft und Energie die Aufholjagd gegen Münster auch gekostet habe, eine Sache habe das Spiel laut Gruev ganz deutlich gezeigt. "Wir haben Charakter gezeigt. Und die Jungs haben bewiesen, dass sie zusammen halten." Und so überwiege die Freude über die tolle Moral dem Ärger über die Gegentore.

Personell sieht es gut aus beim MSV: Bis auf Kapitän Branimir Bajic sind alle an Bord. "Baja" ist auf einem guten Weg und trainiert intensiv. "Er ist aber noch nicht bei 100 Prozent", berichtet Ilia Gruev. Erst für das Magdeburg-Spiel in der Folgewoche sei der Routinier wieder eine Option...