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Die Duis-Burg hält nicht

Die Duis-Burg hält nicht
Das wär’s gewesen, doch der Seitfallzieher vom King ging vorbei. FOTO: Volker Nagraszus
Duisburg. Der MSV Duisburg hat das Straßenbahnderby gegen Fortuna Düsseldorf mit 1:2 verloren. In einer turbulenten Schlussphase wäre dem King beinah noch der Ausgleich gelungen. Von Thomas Warnecke

„Zu Beginn wollten wir vor allem sicher stehen und wenig zulassen.“ Was Gerrit Nauber nach dem Spiel sagte, galt für beide Mannschaften. Die Defensiven ließen wenig zu. Richtig gefährlich wurde es erstmals nach einer halben Stunde, als Haraguchi aus 18 Metern abzog und MSV-Keeper Mark Flekken erst im Nachfassen den Ball sichern konnte. Zehn Minuten später dann die Führung für die Fortuna: Nauber konnte einen Angriff nur zum Gegner klären, Rouwen Hennings bedankte sich mit einem Sonntagsschuss aus 20 Metern ins lange Eck. „Das darf uns so nicht passieren“, kommentierte nachher der zurückgekehrte Dustin Bomheuer. Nicht völlig unverdient, aber ärgerlich aus Duisburger Sicht, ging Düsseldorf mit der Führung in die Pause.

„Das war eine ganz, ganz schwere Aufgabe, aber das wussten wir vorher“, erklärte nachher Gästetrainer Friedhelm Funkel. Auch nach der Pause setzte der MSV auf kontrolliertes Spiel, musste jetzt aber nach vorne mehr unternehmen. Fouls und Unterbrechungen nahmen zu; Schiedsrichter Sascha Stegemann drohte die Übersicht zu verlieren und hätte in der 59. Minute pfeifen müssen, als Kevin Wolze im Düsseldorfer Sechzehner klar von den Beinen geholt wurde. „Der Schiedsrichter hat mir sogar bestätigt, dass es einen Kontakt gegeben hat, dass das aber aus seiner Sicht nicht für einen Elfmeter gereicht hätte“, sagte ein achselzuckender MSV-Kapitän in der Mixed Zone. „Wir hätten uns nicht beschweren können, wenn es da einen Elfmeter für Duisburg gegeben hätte“, gab Friedhelm Funkel auf der Pressekonferenz zu.

Für Wolze war die Partie wenig später vorbei; Gruev nahm ihn in der 74. Minute vom Platz, weil ihm der vierte Offizielle wohl signalisiert hatte, dass Wolze beim nächsten Foul Gelb-Rot sehen würde.

Schon in der 63. hatte Gruev Kingsley Onuegbo für den heute weitgehend wirkungslosen Iljutcenko gebracht. Und der sorgte für ordentlich Alarm. In der 72. Minute hatte er den Ausgleich auf dem Fuß, doch sein athletischer Seitfallzieher ging am Tor vorbei.

In der 86. Minute dann stellte Gruev von Vierer- auf Dreierkette um und brachte Lukas Daschner für Nauber. Kurz danach war der MSV bei einem Konter ziemlich blank hinten, Takashi Usami konnte unbedrängt zum 2:0 einschieben für die Fortuna.

Die Entscheidung war das noch nicht. Während die Düsseldorfer mit Auswechslungen, Verletzungspausen und anderen Mitteln vor allem darauf bedacht waren, möglichst viel von den vier Minuten Nachspielzeit abzuknabbern, gelang Boris Tashchy nach einem Freistoß noch der Anschlusstreffer. Und tatsächlich hatte der King danach noch zwei Möglichkeiten zum Ausgleich, doch am Ende jubelte Düsseldorf.

„Heute haben wir im Vergleich zu Kiel unser wahres Gesicht gezeigt, dementsprechend kann ich meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen“, erklärte Ilia Gruev auf der Pressekonferenz, wo er und der MSV auch viel Lob von Friedhelm Funkel bekam.

Es sei schade, dass die sechs Monate ohne Heimniederlage nun vorbei seien, so Gruev, der die Derby-Stimmung mit 28.000 Zuschauern und toller Duis-Burg-Choreo trotzdem genossen hat. Und in der Krise sieht sich beim MSV trotz zweier Niederlagen auch keiner, wie Kevin Wolze erklärte: „Wir haben nie nach oben geschaut, unser Ziel bleiben die 40 Punkte, und das werden wir in den nächsten Spielen auch erreichen.“

(Niederrhein Verlag GmbH)