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Die Cauly Souza-Show

Die Cauly Souza-Show
Drin das Ding: Julian Börner probiert zu klären, kommt gegen die Grätsche von Moritz Stoppelkamp aber zu spät. FOTO: MaBoSport
Bielefeld. Was für ein Auftritt des MSV Duisburg im West-Derby! Die Zebras spielten beim 4:0-Auswärtssieg die zuvor ungeschlagene Arminia aus Bielefeld an die Wand. Alles überragend beim zweiten Auswärtserfolg in Serie: Neuzugang Cauly Souza, der gleich zwei Mal einnetzte. Von Steffen Penzel

Glückliche MSV-Gesichter, wohin das Auge blickte im Spielertunnel der Schücco-Arena. Eines der glücklichsten gehörte Cauly Souza. Der von Fortuna Köln gekommene Neuzugang der Zebras bestätigte seine starke Form und erwischte mit zwei Treffern und starkem Spiel in Bielefeld einen Sahnetag. „Ich bin schon stolz auf mich, das ist ein wirklich gutes Gefühl“, strahlte der Außen-Flitzer über beide Ohren. Sein Fazit nach 90 Minuten: „Wir waren von Anfang an besser, haben uns heute selber belohnt und absolut verdient gewonnen.“

„Richtig stolz“ war auch sein Coach, der nach der Partie von MSV-Legende Ennatz Dietz ausgiebig geherzt wurde. „Man weiß, wie schwer es ist, hier zu gewinnen. Wir haben das heute richtig gut gemacht, gut gespielt und absolut verdient gewonnen.“ Trotzdem wolle man weiter bescheiden bleiben. „Wir gehen unseren Weg weiter und bringen unsere Tugenden, die uns stark machen, wie Geschlossenheit und Kampfbereitschaft, weiter ein.“

Eine Änderung hatte MSV-Coach Ilia Gruev in der Startaufstellung auf der Alm vorgenommen: Für Simon Brandstetter stürmte Stanislav Iljutcenko von Beginn an. Wieder mit im Kader war zudem Routinier Branimir Bajic, der nach überstandener Verletzung für Thomas Blomeyer auf der Bank Platz nahm. Zu Beginn gab es offene Visiere auf beiden Seiten. Arminia bemühte sich um Dominanz, aber der MSV spielte direkt gut mit und hatte nach fünf Minuten die erste gute Möglichkeit durch Moritz Stoppelkamp, der von Fabian Schnellhardt stark bedient wurde.

In der 19. Minute dann großer Jubel bei den über 2000 mitgereisten MSV-Fans. Stanislav Ijutcenko fing aufmerksam einen Rückpass von Florian Dick ab, bediente Moritz Stoppelkamp, der den Ball an Arminia-Verteidiger Julian Börner vorbei zum 1:0 ins Tor grätschte

Die nun offensichtlich verärgerten Hausherren bemühten sich weiter um Kontrolle und Ballbesitz, die Gäste aus Duisburg standen aber stabil, funkten immer wieder gefährlich dazwischen, nutzten die Räume gut, und zogen über Stoppelkamp, Schnellhardt und Cauly Souza ihr starkes Umschaltspiel auf. Schrecksekunde kurz vor der Halbzeit: Mark Flekken wollte seinen verunglückten Abstoß selbst klären und senste Fabian Klos am Strafraum um. Dafür gab’s Gelb - und damit war der MSV-Keeper bestens bedient.

Nach der Pause dann nach sieben Minuten die Riesenchance für Cauly Souza, der aber aus kurzer Distanz an Stefan Ortega im DSC-Kasten scheiterte. Zwei Minuten später machte der wuselige Neuzugang es dann besser, räumte seinen Gegenspieler Julian Börner stark ab und tunnelte Ortega - 2:0 für den MSV! „Immer wieder MSV“, skandierte der Duisburger Anhang. Und die in Auswärts-Rot spielenden Gäste machten einfach weiter, nutzten die großen Räume. In der 59. Minute stand die MSV-Bank schon wieder jubelnd auf dem Rasen. Cauly Souza zog einfach mal von der rechten Strafraumecke ab - und Ortega musste zum dritten Mal hinter sich greifen.

Den Rest spielte der MSV routiniert runter, auch wenn Mark Flekken in der 78. Minute gegen Börner in höchster Not retten musste. Den Schlusspunkt setzte Kingsley Onuegbu, der kurz vor Abpfiff zum 4:0-Endstand nach uneigennütziger Vorlage von Simon Brandstetter einschob. Durch den Dreier steht der Aufsteiger für den Moment auf Tabellenplatz sieben und kann der Pokalrevanche gegen Nürnberg jetzt entspannt entgegen blicken.

(Niederrhein Verlag GmbH)