| 14.01 Uhr

Bajic führt MSV als Kapitän gegen Pauli aufs Feld
Baja sagt Auf Wiedersehen

Bajic führt MSV als Kapitän gegen Pauli aufs Feld: Baja sagt Auf Wiedersehen
Branimir Bajic (3.v.re. stehend) will seine Mitspieler aus der 2011’er Saison, an deren Ende mit dem Pokalfinale in Berlin gegen Schalke 04 sein persönliches Karriere-Highlight stand, bei seinem Abschiedsspiel am 28. Juli dabei haben. FOTO: Volker Nagraszus
Duisburg. Zum Abschluss seiner Fußballer-Karriere führt Branimir Bajic am Sonntag um 15.30 Uhr den MSV Duisburg gegen den FC St. Pauli als Kapitän aufs Feld. Nach acht Jahren und 227 Pflichtspielen für die Zebras verabschiedet sich Baja, der nun eine Trainerkarriere anstrebt, aus dem Aktivenkreis. Sein Abschiedsspiel findet am 28. Juli beim schauinsland-reisen-Cup statt. Von Steffen Penzel

Es passiert nicht so furchtbar oft, dass Branimir Bajic bei den Spieltagspressekonferenzen dabei ist. Der 38-Jährige ist kein Freund großer Worte, keiner, der in der ersten Reihe stehen will. Seine Worte, die er stets mit Bedacht wählt, spricht er leise. Aber sie haben Gewicht. Und sie kommen an. Bei Mitspielern wie Vereinsverantwortlichen. Ilia Gruev nennt Baja stets "meinen verlängerten Arm". Und er gibt ihm vor dem letzten Pflicht-Spiel seiner Karriere warme Worte mit auf den Weg. "Baja hat meine Trainerkarriere geprägt und mir immer geholfen. Er war stets eine Autoritätsperson und mein wichtigster Ansprechpartner."

Auch mit Ivo Grlic verbindet den scheidenden Kapitän eine ganze Menge. Die beiden Bosnier haben zu aktiven Zeiten des MSV-Sportdirektors noch zusammen im Zebra-Trikot auf dem Feld gestanden. "Wir freuen uns, dass wir so einen Spieler bei uns hatten. Er hat alle Höhen und Tiefen mitgemacht und ist immer vorneweg gegangen, war immer Vorbild. Ihm gebührt alle Ehre", sagt Ivo Grlic stolz. Und so ist es für Grlic auch eine Selbstverständlichkeit, dass Bajic am 28. Juli sein Abschiedsspiel bekommt. Momentan, so Bajic, telefoniere er ziemlich viel. Sein Ziel: Die Truppe, mit der er 2011 das DFB-Pokalfinale in Berlin 0:5 gegen Schalke verlor, am 28. Juli nach Duisburg zu bekommen. "Es sieht gut aus, ich denke, alle werden dabei sein", verrät Bajic.

Branimir Bajic war ein Weltenbummler, bevor er 2010 beim MSV Duisburg anheuerte. Doch dem Bosnier war  schnell klar: Hier will er bleiben. Warum das so war? "Ich hatte damals genau das gefunden, was ich brauchte und gesucht habe. Der Verein, das Stadion, die besten Fans der Welt, das Umfeld - mir war sofort klar, dass ich nicht mehr wechseln und hier am liebsten meine Karriere beenden möchte." Das hat geklappt, obwohl Baja noch einige attraktive Angebote von größeren Clubs hatte. Sein persönliches Karriere-Highlight erlebte er im Zebratrikot: das Pokalfinale 2011. "Das vergesse ich nie. Wie die Fans uns nach der Niederlage gefeiert und in Duisburg empfangen haben, bleibt für immer."

Fußball war und ist für Branimir Bajic alles. "Fußball ist mein Leben", sagt er mit stockender Stimme. Und mit dem Entschluss, aufzuhören, hadere er immer noch. "Es ist wirklich verdammt hart." Der Sport gebe einem so viel, verschaffe einem einen so tollen Status. Und: "Beim Fußball musst du dich nur auf den Ball konzentrieren. Alles andere, alle Sorgen kann man beim Fußball spielen vergessen", schwärmt er. Und weil das so ist, wird er dem Fußball - und vermutlich auch dem MSV Duisburg - erhalten bleiben.

Denn Baja strebt eine Karriere als Trainer an, macht in den kommenden Monaten die B- und A-Lizenz. Durch seine guten Kontakte zu Ivan Rakitic, Luca Modric und Slavisa Jokanovic locken Hospitanz-Einsätze beim FC Barcelona, Real Madrid und dem FC Fulham. Ilia Gruev meint: "Er hat alle Voraussetzungen, ein sehr guter Trainer zu werden." Die Türen beim MSV, das machte Ivo Grlic noch mal ganz deutlich, stünden jedenfalls für Bajic immer auf. "Ich bin mir sicher", so Grlic, "dass wir ihn in Zukunft bei uns wieder sehen werden..."

(Niederrhein Verlag GmbH)