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Am Montag gleich „alles oder nichts“

Am Montag gleich „alles oder nichts“
Kevin allein voraus: „Ich übernehme gerne Verantwortung“, sagt Wolze, seit dieser Saison der Mannschaftskapitän des MSV Duisburg. FOTO: Volker Nagraszus
Meiderich. Am Montag, 14. August, empfängt der MSV Duisburg um 18.30 Uhr in der ersten DFB-Pokalrunde den 1. FC Nürnberg. Bei den Zebras herrscht nach dem hoffnungsvollen Zweitligaauftakt Zuversicht. Von Thomas Warnecke

Schon vor drei Jahren, im „Jahr 1 in der Hölle“ nach dem Zwangsabstieg, gab’s diese Begegnung in der ersten Pokalrunde, Zlatko Janjic schoss das einzige Tor damals vom Elfmeterpunkt. Kevin Wolze war dabei, ist sich aber sicher: „Das wird ein ganz anderes Spiel am Montag.“ Nürnberg sei der Favorit, „aber das ist uns egal. Wir haben gezeigt, dass wir mithalten können.“ Das sieht auch Ilia Gruev so. „Wir brauchen die Leidenschaft, dann können wir auch im Pokal bestehen.“

Der starke Start der Nürnberger in der zweiten Bundesliga ist dem MSV-Trainer nicht entgangen: „Sie haben beide Spiele gewonnen, und das ohne Gegentore, das finde ich bemerkenswert. Wenn die so weitermachen, werden sie bis zum Saisonende oben mitspielen“, was ja schon rein rechnerisch stimmt.

Aber jetzt ist Pokal, und der hat was? Seine eigenen Gesetze, genau; Gruev sagt die Top-Phrase, Wolze auch. Aber Gruev verspricht auch: „Das wird ein interessantes Spiel, weil beide Mannschaften versuchen, Fußball zu spielen.“ Er weiß aber: „Am Ende zählt nur, weiterzukommen. Das wollen wir“, da geht’s Gruev ums Prestige.

„Ich freue mich, dass wir zuhause spielen“ – der MSV erwartet 14.000 Zuschauer, etwa 1.100 aus Nürnberg – „wir haben gemerkt, wie sehr uns die Unterstützung der Fans hilft“, sagt Gruev, besonders beim Spiel letzte Woche gegen Bochum: „Hut ab vor den Fans beider Seiten im Revierderby.“ Kevin Wolze freut sich auf Flutlichtatmosphäre, auch wenn bei vorhergesagten 23 Grad und Sonnenschein die Lampen vielleicht erst später angehen.

„Es ist schon was besonderes, Kapitän zu sein und nicht nur Vize wie letzte Saison“, sagt Wolze, „ich mach das gerne, ich habe gerne Verantwortung.“ Sein Vorgänger Branimir Bajic ist wieder ins Training eingestiegen, ohne Beschwerden, aber für einen Einsatz in der Startelf ist es wohl noch zu früh. Baris Özbek kann wegen Rückenproblemen derzeit nicht mittrainieren. Enis Hajri, nach dem Zusammenprall im Bochumspiel am Hinterkopf erst getackert, dann genäht, hat keinen Brummschädel mehr, aber auf der Sechs ist Lukas Fröde nach der Gelb-Rot-Sperre auch wieder eine Option. „Fakt ist, wir werden eine gute Mannschaft haben“, ist alles, was Gruev dazu sagt. Ansonsten gilt am Montag alles oder nichts; Gruev: „Nach einem Pokalspiel weißt du, was du geschafft hast.“

(Niederrhein Verlag GmbH)