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Moritz Schenkel zu Waspo/Kalberg und Obschernikat zu 98
Großer Umbruch beim ASCD

Moritz Schenkel zu Waspo/Kalberg und Obschernikat zu 98: Großer Umbruch beim ASCD
Julian Real (Nummer 4) und Moritz Schenkel (1) spielen in der kommenden Saison für Waspo 98 Hannover. FOTO: mabo-sport
Duisburg. Nach Kapitän Julian Real verlassen auch Torwart Moritz Schenkel, die beiden Nationalspieler Jan Obschernikat und Philipp Kahlberg sowie Center Kristof Hulman die Amateure. Der Club zieht nun hoffnungsvolle Talente aus der U17 in die erste Mannschaft hoch und hofft, in vier Jahren wieder ganz oben anklopfen zu können. Von Steffen Penzel

Das Ganze ist schon eine ziemliche Zäsur. Nachdem Kapitän Julian Real vor kurzem seinen Abgang in Richtung Waspo Hannover verkündet hat, tut es ihm Moritz Schenkel nun gleich. Der Stammkeeper, Ex-Nationalspieler, Double-Sieger und Duisburger Sportler des Jahres 2014 folgt dem Lockruf des Geldes und der großen sportlichen Herausforderung, sich mit den Besten der Welt zu messen. Denn Duisburgs Erzrivale Hannover wird im kommenden Jahr definitiv Champions League-Hauptrunde spielen und in zwei Jahren das Final Six-Turnier ausrichten. Leicht fiel dem Torwart die Entscheidung natürlich nicht. "Ich werde diese Zeit niemals vergessen und auch in 50 Jahren noch voller Stolz darüber berichten. Ein Teil von mir bleibt immer ASCD! Ich bin ja nicht nur mit dem Verein, sondern auch mit der Stadt Duisburg, verbunden und blicke auf unglaubliche sieben Jahre zurück." Dennoch habe er sich entschieden, den großen Schritt nach Hannover zu wagen. "Ich möchte mich sportlich weiterentwickeln und den nächsten Schritt meiner Karriere gehen."

"Wir können das schon verstehen. Sie wollen halt ihre Chance nutzen, noch mal gegen die besten Teams der Welt zu spielen", erklärt Mannschaftssprecher Nils Illinger nach dem zweiten Abgang eines absoluten Leistungsträgers.

Doch bei den beiden Abgängen wird es nicht bleiben. Denn mit Jan Obschernikat und Philipp Kahlberg wechseln zwei Nationalspieler zum benachbarten DSV 98. Beide wollen ihre Prioritäten anders setzen und führen berufsbedingte Gründe an. Nach 15 Jahren im ASCD fällt gerade Philipp Kahlberg der Abschied schwer. "Es tut natürlich weh, den Verein nach 15 Jahren sportlich zu verlassen. Ich habe im ASCD alle Jugendmannschaften bis hin zur Herrenmannschaft durchlaufen", so Kahlberg, der "seinem" ASCD aber auch in Zukunft die Treue halten will. "Selbstverständlich bleibe auch ich Clubmitglied. Die Erfolge, die ich mit diesem Verein gefeiert habe, werden immer als etwas Besonderes in Erinnerung bleiben."

Kristof Hulmann, Jan Obschernikat und Philipp Kalberg verlassen den ASCD. FOTO: ASCD

Aber auch Jan Obschernikat hat sich seine Entscheidung zu gehen alles andere als leicht gemacht. "Im Leben muss man Entscheidungen treffen, diese fiel mir mehr als schwer! Ich habe entschieden, andere Prioritäten zu setzen. Dadurch, dass mir in den letzten eineinhalb Jahren der Spaß am Wasserball verloren gegangen ist und Leistungssport ohne Leidenschaft für mich keinen Sinn macht, werde ich diesen Schritt gehen. Außerdem wird für mich mein Studium und der Werksstudentenjob immer wichtiger."

Dazu verlässt Center Kristof Hulmann den ASC Duisburg und wechselt zur Ligakonkurrenz nach Krefeld. Fraglich ist auch die Personalie Bastian Schmellenkamp. Das sind natürlich herbe Schläge für den ASCD, der nun probiert, das Beste aus der Situation zu machen und notgedrungen den großen Umbruch einleitet. "Klar, es wird jetzt einen großen Umbruch geben. Wir müssen nun erstmal unsere Erwartungen zurück schrauben", weiß Nils Illinger. Neben ihm bleiben auch Dennis Eidner, Gilbert Schimanski, Paul Schüler, Jan Bakulo, Nick Möller, Christopher Hans, Manuel Grohs und Stratos Manolakis dem Verein erhalten. Die restlichen Spieler werden aus der starken U17 hochgezogen, "auch wenn das eigentlich noch ein, zwei Jahre zu früh kommt", wie Nils Illinger ergänzt. Mit dem Kader verändern sich natürlich auch die Ziele. Von der Finalteilnahme redet am Barbarasee erstmal keiner mehr. Illinger: "Es wird dauern sich zu finden, sich einzuspielen. Wenn wir es schaffen würden, den 3. Platz zu holen, dann wäre das schon ein Riesen-Erfolg." Das Projekt Umbruch ist, mit Arno Troost als Trainer, auf vier Jahre angelegt. "Und dann sind wir hoffentlich so weit, dass wir wieder ganz oben anklopfen können."

Beim Nachbarn der Amateure ist die Euphorie nach der Verpflichtung von Obschernikat und Kalberg natürlich groß. Nicht nur wegen der Neuverpflichtungen wollen die 98er in der kommenden Saison den Sprung in die A-Gruppe schaffen, der in dieser Spielzeit so knapp verpasst wurde. "Ich denke wir sind mit dem DSV98 für die kommende Saison wirklich gut aufgestellt", sagt Philipp Kalberg. Und Jan Obschernikat, der bei 98 zu seinen Wasserball-Anfängen zurück kehrt, ergänzt: "Ich freue mich auf den neuen Lebensabschnitt und darauf, zu dem Verein zurück zu kehren, in dem ich als kleiner

Junge mit dem Wasserball angefangen habe."

(Niederrhein Verlag GmbH)