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Tierschützerin dankt der Moerser Feuerwehr
Gelungene Rettungsaktion: Alle für die Katz!

Tierschützerin dankt der Moerser Feuerwehr: Gelungene Rettungsaktion: Alle für die Katz!
Renate Hille und der Feuerwehr Moers sei Dank konnte diese Siamkatze aus einem 15 Meter hohen Baum gerettet werden. FOTO: cb
Moers. Eine Katze im Baum hielt Feuerwehr und Anwohner der Ruhrstraße vergangene Woche auf Trab. Das gehandicapte Tier konnte schließlich am Samstagmorgen aus einer 15 Meter hohen Baumkrone geborgen werden. Tierschützerin Renate Hille dankt der Feuerwehr für ihren Einsatz. Die Besitzerin wurde inzwischen gefunden. Von Claudia Basener

Renate Hille engagiert sich seit 30 Jahren für den Tierschutz und unter Tierfreunden ist sie bekannt "wie ein bunter Hund". Aber "Katze im Baum" sei für die Rentnerin auch Neuland gewesen: "Ein Anwohner der Ruhrstraße rief mich am Freitagabend an und erzählte mir, dass in 15 Metern Höhe eine Katze im Baum sitzen würde. Die Feuerwehr wäre bereits informiert worden, hätte aber keine Chance gesehen, an das Tier zu kommen: zu hoch und zu viele Äste im Weg. Man solle der Katze daher noch etwas Zeit geben, zur Ruhe zu kommen, damit sie den Weg selbst runter finde."

Renate Hille fährt am Samstagmorgen direkt los, um sich selbst ein Bild von der Situation zu machen. Das Tier sei das erste Mal am frühen Donnerstagmorgen durch lautes Miauen aufgefallen, berichtet ihr ein Bekannter, der dort wohnt. Doch nach zwei Tagen wäre statt dem lauten Miauen nur noch ein leises Winseln zu hören gewesen. "Es hörte sich an, als wenn sie stirbt", bestätigt Renate Hille, "das war schrecklich. Ich dachte mir, 'lange hält sie nicht mehr durch'." Kurzerhand beschließt sie, nochmals die Feuerwehr zu kontaktieren, die sofort ausrückt. Fast zwei Stunden dauert die Rettungsaktion mit der Drehleiter. Mit viel Geduld, einem Besenstiel und einem Fangnetz kann die erschöpfte Katze schließlich doch sicher vom Baum geholt werden: "Für solche Fälle gibt es kein Handbuch, da müssen wir uns halt auch mal alternativer Methoden bedienen", so Frank Arens von der Feuerwehr Moers über den nicht gerade alltäglichen Einsatz. Unten angekommen wird erst einmal allen klar, warum das Tier es nicht von selbst vom Baum geschafft haben könnte: "Die Arme war nicht nur völlig entkräftet und verängstigt, sie hat auch nur einen halben Schwanz, der steif in die Höhe ragt", berichtet Renate Hille, die sich ganz herzlich bei der Feuerwehr für ihren großartigen Einsatz bedanken möchte.

Da zunächst nicht klar war, wem das Tier gehört, war es bei der Tierschützerin untergebracht; diese ist aufgrund ihrer langjährigen Tätigkeit bestens aus- und eingerichtet: In einem separaten Raum mit zahlreichen Versteckmöglichkeiten konnte die Katze zur Ruhe kommen. "Ich hatte zwar direkt die Tierklinik angerufen, ob wir vorbei kommen sollen, aber dort sagte man auch, dass das Wichtigste jetzt Ruhe wäre." Einen Tag hätte sich die kleine Wipfelstürmerin nur in der Kratzhöhle verkrochen, aber schon am Sonntagabend sei sie munterer geworden. Und bei unserem Besuch am Montagmorgen treffen wir auf einen wahren Schmusetiger, der inzwischen auch wohlbehalten seiner Besitzerin übergeben werden konnte.