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Elementarpädagogik der besten Art

Kaldenhausen. Einrichtung in Kaldenhausen setzt reg(g)ional neue Maßstäbe Von der Redaktion

Als die Städtische Kindertagesstätte in Kaldenhausen zum Start im Januar 1983 110 Knirpse im Alter von 4 Monaten bis 14 Jahren unter ihre Fittiche nahm, ahnte wohl kaum jemand, was jetzt im März 2016 gefeiert werden konnte: In einem spannenden Gebäude-Ensemble verwöhnen engagierte Erzieherinnen 150 Jungen und Mädchen im Alter von 4 Monaten bis 6 Jahren mit einem Pädagogik-Konzept der Extraklasse.

Ehrengast OB Sören Link betonte in einem intensiven Grußwort den neuen Wert der Einrichtung. Die Planer hätten besondere Impulse gesetzt und eine einzigartige kindgerechte Atmosphäre geschaffen. Im September 2013 habe der „große Um- und Anbau“ begonnen, neben dem Ausbau des Betreuungsangebotes für Unter-3-jährige mit entsprechenden Räumlichkeiten wurde die Verlegung der im Souterrain des bestehenden Schulgebäudes befindlichen Gruppen in das Erdgeschoss des Neubaus, die Errichtung eines zweiten Mehrzweckraumes, die Erweiterung und Verlagerung der Küche und des Büros der Leiterin sowie die Schaffung eines angemessenen Eingangsbereiches umgesetzt. Der Clou: Das innere Erschließungssystem ist nach den Entwürfen des Architekturbüros Ratka und Kornettka wie eine kleine Stadt mit Orientierungsplätzen innerhalb der Flurzonen und der Eingangshalle als Hauptplatz aufgebaut. Zur Auflockerung und für eine kindgerechte Gestaltung wurden dem vorhandenen strengen Schulgebäude geschwungene Wandformen entgegengesetzt.

Die Kosten für dieses Raumprogramm-Wunder in Höhe von 3,3 Mio € (inklusive Außenanlagen) sind das eine, das pädagogische Konzept das andere. Seit 2010 hat sich das Personal mit den Inhalten der Reggio-Pädagogik beschäftigt, ein Jahr später wurde die Kita als Reggio-Einrichtung zertifiziert. Jetzt, im Rahmen der Wiedereröffnungsfeier, erhielt die Einrichtung aus den Händen von Prof. Dr. Tassilo Knauf vom Verein zur Förderung der Reggio-Pädagogik eine „Re-Zertifizierungsurkunde“, denn alle vier Jahre ist die besondere Eignung neu nachzuweisen.

Info-Kasten: In der aus Norditalien stammenden Reggio-Pädagogik wird das Kind als Konstrukteur seiner Entwicklung, seines Wissens und Könnens betrachtet. Als Entdecker und Forscher will das Kind die Welt verstehen und sie in ein System von Sinn und persönliche Bedeutungen integrieren. Zugleich erweitert das Kind durch Experiment, Versuch und Irrtum seine alltagspraktische und soziale Handlungsfähigkeit. Deshalb ist die Kindertagesstätte unter Leitung von Jutta Ghajati seit 2012 auch ein „Haus der kleinen Forscher“.

Dank der Arbeit nach den Vorgaben der Reggio-Pädagogik werden die Eltern immer zeitnah und ausführlich über alle Aktivitäten des Personals und der Kinder informiert und können die Lerninhalte so gut nachvollziehen. Insgesamt, so Sonja Marnette von Pro Reggio, läuft die Einrichtung dermaßen rund, dass sie diese unter den besten zehn in Deutschland sieht. Aus ihrer ganz persönlichen Sicht natürlich…

(Niederrhein Verlag GmbH)