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Fernwärme aus dem Speicher

Fernwärme aus dem Speicher
Freude über die fristgemäße Fertigstellung der „Thermosflasche“ in Wanheim. FOTO: vowie
Wanheim. Der Fernwärmespeicher auf dem Gaskraftwerkgelände in Wanheim wird ab Mitte Dezember in den Regelbetrieb gehen. Wasser ist schon drin, aber derzeit noch kalt, so dass die erforderlichen Isolierungen und die Rohrleitungen zum Pumpenhaus installiert werden können. Von Volker Wieczorek

Dies zumindest dann, wenn alles weiterhin nach Plan läuft und davon ist auszugehen. So gab es am Mittwoch nur strahlende Gesichter bei Dipl.-Ingenieur Andreas Gutschek, Vorstand der Stadtwerke Duisburg AG, und Dipl.-Ing. Inno Behrens von den Stadtwerken sowie Ingenieur Christian Höfurthner, Geschäftsführer Bilfinger VAM Anlagentechnik GmbH, und Ing. Markus Eferdinger, dem zuständigen Projektleiter Bilfinger VAM Anlagentechnik.

Mit dem neuen Wärmespeicher wird es möglich, das Gaskraftwerk in Wanheim deutlich effektiver zu betreiben, als dies bislang möglich war. So hatten die Stadtwerke bei der Errichtung des Gasturbinenkraftwerks im Jahr 2005 gedacht, allein hierdurch allen Schwankungen auf dem Strommarkt gerecht zu werden und kostengünstig produzieren zu können. Zumal das Kraftwerk seit Beginn an im Kraft-Wärme-Kopplungsprinzip arbeitete. So gibt es hier eben nicht nur Strom, sondern auch Wärme für die angeschlossenen Fernwärmeteilnehmer. Aber genau diese Tatsache führte in den vergangenen Jahren dazu, dass das Kraftwerk zur Versorgung der Fernwärmekunden auch laufen musste, obwohl der Strompreis im Keller war. Das Kraftwerk konnte so immer öfter nicht wirtschaftlich betrieben werden.

Mit der 30 Millionen Investition in den Ausbau der Fernwärmeleitung und der Errichtung des Wärmespeichers kann das Kraftwerk jetzt sogar zeitweise abgeschaltet werden, da die Fernwärmekunden aus dem Speicher und der Verbindung mit der Fernwärmeschiene Niederrhein versorgt werden können. Der Strom wird in solchen Zeiten billig am Strommarkt zugekauft. Erst dann, wenn der Strompreis am Strommarkt hoch ist, wird das Kraftwerk wieder angefahren werden. Denn die fast 44 Millionen Liter Wasser mit einer Temperatur von 115 Grad Celsius stellen im Sommer die Fernwärmeversorgung für Duisburg rund 70 Stunden sicher. So lässt sich nicht nur das Kraftwerk in Zukunft wirtschaftlicher Betreiben, sondern auch die Umwelt wird geschont, denn an einem Sommerwochenende, wenn wenig Strom benötigt wird, werden so rund 160.000 Kilogramm CO2 weniger in die Umwelt abgegeben.

(Niederrhein Verlag GmbH)