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Die Touristen können kommen!

Die Touristen können kommen!
Peter Joppa (l.) und Kai U. Homann (r.) von Duisburg Kontor mit Unterstützern aus Ruhrort (v.l.): Heiner Heseding, Kreativquartier, Dagmar Dahmen, DU Tours, Dirk Grotstollen, Ruhrorter Bürgerverein, und Petra Gidaszewski, Haniel. FOTO: tw
Ruhrort. Pünktlich zu Beginn der Ausflugszeit stellte Duisburg Kontor mit Beteiligten aus dem Stadtteil eine neue Touristenkarte für Ruhrort vor. Der übersichtliche Flyer soll Startschuss für weitere Aktivitäten sein, um "das maritime Herz dieser Stadt" touristisch zu erschließen. Von Thomas Warnecke

Sonne und frühlingshafte Temperaturen am Wochenende, und schon waren sie da: Ausflügler, Touristen, Spaziergänger im Hafenstadtteil. Am neuen Steiger an der Mühlenweide und am provisorischen an der Mercatorinsel legten Flusskreuzfahrtschiffe an, volle Decks bei den Hafenrundfahrten, die Motoryacht "Oscar" schipperte einen Junggesellinnenabschied umher, die Außenplätze beim "Hübi" und in Dagmar Dahmens Hafenlager waren belegt.

Bei der Erfinderin der Schimmi-Touren hatte Duisburg Kontor ein paar Tage vorher den neuen Ruhrort-Flyer vorgestellt oder, wie die Vermarkter sie nennen: die neue "Hotspot-Karte Hafenstadtteil Ruhrort". 40 Punkte sind verzeichnet, aufgeteilt in Museen, Sehenswürdigkeiten, Kultur und Gastronomie. Kurze Texte in Deutsch und Englisch werfen Schlaglichter auf die Schifferbörse, das Kreativquartier, das Binnenschifffahrtsmuseum, den Hafen und Hafenrundfahrten sowie auf die bewegte Geschichte Ruhrorts.

"Ruhrort ist der identifikationsstiftendste Stadtteil, den Duisburg hat", sagt Duisburg-Kontor-Geschäftsführer Peter Joppa. Alles, wofür Duisburg national und international bekannt sei, komme hier zusammen, Rhein und Ruhr, der Hafen ... "Ruhrort ist der Stadtteil, den wir überregional am besten vermarkten können." Touristisch interessant macht die Beinahe-Insel auch, dass sie fußläufig ist, und zum besonderen Charme tragen die teils verwinkelten Gassen bei – die aber auch einen übersichtlichen Plan erfordern.

"Sobald ich das Lager hier aufmache, kommen Leute und fragen, wo die Hafenrundfahrten ablegen, wo die Straßenbahn hält, wo die Schimmigasse ist ...", sagt Dagmar Dahmen. "Mit so einem Plan ist das einfach leichter zu erklären." So kam die Initiative aus dem Stadtteil selbst; das Kreativquartier hatte vor Jahren schon einen Ruhrort-Plan aufgelegt und beim letzten Adventskalender für einen neuen gesammelt; für Haniel ist die Entwicklung Ruhrorts "eine Herzensangelegenheit", so Jutta Stolle: "Wir sind happy, dass das zu Beginn der Saison und mit allen Beteiligten passiert ist." Dirk Grotstollen vom Ruhrorter Bürgerverein freut sich, "dass die Stadt Ruhrort als Hotspot erkannt hat."

Tatsächlich hat Duisburg Kontor auch handfeste Interessen vor Ort: Zu Ostern findet der Hafentrödelmarkt auf der Mühlenweide erstmals unter der Regie der Stadtvermarkter statt. Möglicherweise wird sich der Hinterhoftrödel, den es beim letzten Hafenfest erstmals gab, mit zwei oder drei Terminen an den Mühlenweidetrödel andocken. Und ganz nebenbei führte die Zusammenarbeit mit Duisburg Kontor dazu, dass trotz Trödel am Samstagabend ein Osterfeuer auf der Mühlenweide brennen kann. "Für uns ist es vorteilhaft, dass so eine gute Kommunikation im Stadtteil vorhanden ist", so Peter Joppa.

Ab dieser Woche sollen die Flyer unters Volk gebracht werden, Startauflage: 2.000 Stück. "Pläne laufen unheimlich gut", weiß Joppa, weshalb in den nächsten Wochen weitere 10.000 Stück nachgelegt werden könnten. Außerdem soll es an vier oder fünf Orten Schilder mit dem Plan geben, und der Bürgerverein hat von der Bezirksvertretung Mittel für eine Ruhrort-App bekommen. Das Kreativquartier will dem Plan regelmäßig Veranstaltungsflyer beilegen. Der Plan selbst soll regelmäßig aktualisiert werden, gerade in der Gastronomie gäb's ja eine gewisse Fluktuation (der Anker macht aber wieder auf, am 10. April!).

Dass die Attraktivität Ruhrorts leiden würde, sollte auf der Mercatorinsel die gefürchtete "Halle 2" entstehen, glauben die Beteiligten nicht. Gerade Industrie wollten Hafenrundfahrer ja sehen, sagt Peter Joppa. "Hafen ist Hafen", sagt Jutta Stolle, man müsse eben eine Balance zwischen Wirtschaft und Tourismus finden. Vielleicht sind alle aber auch nur deshalb so gelassen, weil es, wie Stadt-Panorama schon im Januar berichtete, vorerst keine zweite Halle geben wird.

(Niederrhein Verlag GmbH)