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Park auf der Mercatorinsel
„Beginnen noch in diesem Jahr“

Park auf der Mercatorinsel: „Beginnen noch in diesem Jahr“
Im Vordergrund die Rampe zur Treppe auf die Homberger Brücke, ganz im Hintergrund der Rohbau der ersten Logistikhalle. Das Parkgelände wird sich von der Rampe aus bis etwas hinter die Poseidon-Skulptur erstrecken. FOTO: Danielzik, Leuchter und Partner
Ruhrort. 650 Meter Wege, dazu Bänke, Drehliegen, ein abgetrennter Bereich für Schwalben und ansonsten Zweieinhalb Hektar in puristischer Gestaltung – so soll der Park auf der Mercatorinsel werden, der dann über die "Haniel-Treppe" besucht werden kann. Und vielleicht auch über eine neue Brücke. Von Thomas Warnecke

Die Stadt Duisburg und die Hafen-AG haben am Montag ihre Pläne für den Park auf dem nördlichen Teil der Mercatorinsel vorgestellt. Sie sind Teil eines "Gesamtpakets": Anfang Februar hatte der Rat der Stadt Duisburg – in der gleichen Sitzung, in der auch übers Designer Outlet Center abgestimmt wurde – einen früheren Plan zur Gestaltung der ehemaligen Speditions- oder Erzinsel aufgehoben und so den Weg frei gemacht für die beiden Logistikhallen, die Duisport hier für Mercedes bzw. Schenker bauen will bzw. bereits baut.

"Heute kommen wir zu Teil zwei des Gesamtkonzepts", so Oberbürgermeister Sören Link am Montag; nämlich zum Park auf der nördlichen Spitze der Mercatorinsel, die als Überschwemmungsgebiet nicht bebaut und noch nicht einmal mit Bäumen bepflanzt werden darf. "Den 'Poseidon' richtig zur Geltung bringen", dafür werde, so OB Link, der Park jetzt angelegt, und, das betonte er besonders: "Dass die Ruhrorter die Mercatorinsel wieder zurückbekommen." Aber natürlich nicht nur die Ruhrorter, sondern alle Duisburger und nach Möglichkeit auch internationale Gäste. Bei Duisport ist nämlich nach wie vor angedacht, einen zweiten Steiger für Flusskreuzfahrtschiffe anzulegen. "Derzeit reicht noch der Steiger an der Mühlenweide", erklärte Hafenchef Erich Staake, "aber wir hoffen auf weitere Betreiber; eine entsprechende Infrastruktur wollen wir auch hier schaffen." Der zweite Steiger käme dann kurz vor den "Knick" im Hafenmund, schräg gegenüber der Schifferbörse, wo auch die geplante Brücke für Fußgänger und Radfahrer anlanden soll und von wo aus dann eine breite, baumbestandene Promenade die Besucher zum Park führen soll.

"Die Brücke wird etwas länger dauern", so Staake. Mit der ehemaligen Landesregierung habe man sich darüber schon ins Benehmen gesetzt, an die neue soll noch in diesem Jahr der Förderantrag rausgehen. Die Investitionen für Brücke und Steiger lägen ungefähr bei drei Millionen Euro, so Staake.

Für den Park werden rund 450.000 Euro aufgewendet, die aus den Kommunalinvestitionsmitteln des Bundes für finanzschwache Kommunen ("KIDU") kommen. "Wir beginnen noch in diesem Jahr", so OB Link. Zu einem früheren Zeitpunkt hatte es noch geheißen, die Arbeiten müssten warten, weil der Teil der Mercatorinsel jenseits von Halle 1 noch für Vorarbeiten zum Neubau des OB-Lehr-Brückenzuges gebraucht würde. "Da haben wir eine andere Lösung gefunden", so Erich Staake."

Für den Park ist "kein Lustgarten" geplant, so Reiner Leuchter vom beauftragten Landschaftsplanungsbüro Danielzik, Leuchter und Partner, aber eine Fläche, "die Lust auf Garten macht". Es gehe vor allem darum, die Insel zugänglich zu machen. Die Rampe der Treppe soll ertüchtigt und dann freigegeben werden, von da führen 650 Meter Wege über die Parkfläche; zum Wasser hin werden Geländer für Schutz sorgen. "Wir werden keine Bodenbewegungen vornehmen", so Leuchter. An einzelnen Stellen werden Bänke oder Drehliegen installiert und Papierkörbe aufgestellt. Grillplätze sind nicht geplant, aber, so Leuchter: "Wem wollen Sie das verbieten?" Ein Dreieck südöstlich der Lüpertz-Skulptur "Echo des Poseidon" wird mittels Sträuchern abgetrennt und bleibt dem Artenschutz vorbehalten, insbesondere den am Leinpfad und (hoffentlich) hier nistenden Schwalben.

"Rundherum wird das eine gute, schöne Sache werden", findet Erich Staake, der außerdem ankündigt, dass die Logistikhallen möglichst maritim gestaltet werden sollen. Reiner Leuchter erinnerte daran, dass am Wochenende 25 Jahre Rheinorange gefeiert wurden und mit der Landmarke, dem Park und Lüpertz' Poseidon "ein gewisser Kunstraum" entstehe – zumal, wenn man sich vorstelle, dass die Mercator- bzw. damals eben noch "Erzinsel" bis vor 18 Jahren "komplett rostbraun" gewesen sei. Erich Staake darauf: "Damals haben die Ruhrorter das geliebt."

(Niederrhein Verlag GmbH)