| 14.31 Uhr

Wahlen: Zwischen Trübsinn und Freude

Wahlen: Zwischen Trübsinn und Freude
Die einen mit Freude, die anderen mit Befürchtungen: Im Ratssaal gingen die Blicke zur Anzeigentafel, auf der die Ergebnisse angezeigt wurden. FOTO: vowie
Duisburg. Die Wahlen in NRW haben eindeutige Sieger gezeigt. Mit CDU (33 ) und FDP (12,6 ) könnten diese Parteien die bisherige Landesregierung aus SPD ( 31,2 ) und Grünen (6,4 ) ablösen, falls man sich denn auf eine Koalition einigen kann. Von Volker Wieczorek

Und auch in Duisburg haben sich die politischen Kräfte deutlich verschoben, wenn auch die Sozialdemokratie in der Stadt Montan der bestimmende Faktor bleibt. So erreichte die SPD bei der letzten Landtagswahl in Duisburg noch 52,3 während sie sich jetzt mit 37,57 der Stimmen begnügen muss. Die CDU stieg hingegen von 16,5 auf 23,57 bei der Landtagswahl 2017.

Und was für die Zweitstimmen gilt, schlug sich auch in den Erststimmen nieder, denn mit 40,12 Stimmen hat Sarah Philipp im Wahlkreis 60 (Süden von Duisburg) gemessen zur Wahl 2012 fast 12 der Stimmen eingebüßt. Dies gilt ähnlich auch für Rainer Bischoff im Wahlkreis 61 (Duisburg-West) der rund 15 der Stimmen verlor und auf 42,77 kam. Noch deutlicher wurde dies im Wahlkreis 62 (Mitte und Meiderich), der von Ralf Jäger mit 40,56 der Stimmen gewonnen wurde, der zugleich aber gemessen an der Wahl von 2012 18 verlor. Und auch im Norden gab e seinen Verlust von rund 17 : Frank Börner erreichte 41,63 der Stimmen, wobei hier erstmals auch Orsoy und Budberg mitwählten. So bleiben zwar alle vier Sozialdemokraten im Landtag, doch die sichere Bank, die Duisburg für die Sozialdemokratie immer wahr, ist deutlich angekratzt.

Jubel hingegen bei den Christdemokraten. Duisburgs CDU-Vorsitzender Thomas Mahlberg: „Das ist gut für unsere Partei. Ich habe hier im Ratssaal schon deutlich schlechtere Tage erlebt!“ Und auch die FDP jubelte, denn mit 9,50 der Duisburger Stimmen konnte man das Ergebnis fast verdoppeln. Jubel auch bei der AfD, die in Duisburg immerhin auf 11,51 der Stimmen kam, während man im Land nur 7,4 Stimmenanteil verbuchen konnte. Gar keinen Jubel gab es hingegen bei den Duisburger Grünen, die mit nur 4,95 der Stimmen in der Stadt fast vier Prozent gemessen zur Landtagswahl 2012 verloren. Wäre Duisburg allein ausschlaggebend, hätte man damit den Einzug in den Düsseldorfer Landtag verpasst.

Die Gründe für den Wahlausgang wurde von den Parteivertretern jedoch überraschend einheitlich beschrieben. Thomas Mahlberg: „Die Schulpolitik und vor allem die Sicherheit: Darauf sind wir bei unseren Wahlständen immer wieder angesprochen worden. Da war man mit der Landesregierung absolut unzufrieden.“ Und auch der Sozialdemokrat Frank Börner sieht in diesen Themen einen Grund für das schlechte Wahlabschneiden der SPD. Eine Einschätzung, die auch Sarah Philipp („Wir mussten uns beim Thema Sicherheit und Schule nur noch verteidigen. Alle anderen Themen sind in den Hintergrund getreten“) und Rainer Bischoff teilen: „Schule und Sicherheit waren immer wieder Themen. Ob dies jedoch die richtige Begründung ist? Ich weiß es nicht wirklich. Das müssen wir analysieren. Sicher ist jedoch, dass die Stimmung an unseren Wahlständen in den letzten rund drei Wochen gekippt ist!“

(Niederrhein Verlag GmbH)