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Streicher in der Harfenstadt

Streicher in der Harfenstadt
Martin Funda, Violine, Teresa Schwamm, Viola, Peter-Philipp Staemmler, Violoncello, und Johanna Staemmler, Violine (v. l.), sind das Armida Quartett. FOTO: Felix Broede
Duisburg. Wieder ist es den Duisburger Philharmonikern gelungen, ganz fabelhafte „Artists in Residence“ für diese Spielzeit zu gewinnen: das Armida Quartett. Die Gastkünstler aus Berlin geben ihren Duisburger Einstand im 5. Kammerkonzert am Sonntag, 13. Januar, um 19 Uhr. Von Thomas Warnecke

Wer Mozart spielen lernt, der tut dies am besten mit den Urtextausgaben aus dem G. Henle Verlag – womit wir schon eine Verbindung der aktuellen Artists in Residence zu Duisburg haben: Gegründet nämlich wurde der Notenverlag 1948 von Günter Henle, Schwiegersohn von Peter Klöckner, mit Standorten in Duisburg und München. Die Peter-Klöckner-Stiftung fördert in diesem Jahr die Artists in Residence – und für den G. Henle Verlag betreut das Armida Quartett eine Neuausgabe von Mozarts Streichquartetten.

Die stehen gerade hoch im Kurs beim Armida-Quartett (auch wenn es sich nach einer Haydn-Oper benannt hat ...): Mit „Mozart Exploded“ haben sie kürzlich in Berlin ein entdeckungsfreudiges Projekt gestartet, und am Anfang ihres Duisburger Kammerkonzerts spielen sie eine von Mozarts größten Schöpfungen in diesem Genre, das D-Dur-Quartett KV 575, das durch seine nobel fließenden und kunstvoll versponnenen melodischen Linien hervorsticht.

Quasi das auseinanderfallende Gegenstück dazu ist das Streichquartett Nr. 1 von Sofia Gubaidulina: Am Ende spielen alle vier nur noch für sich selbst.

Eine ganz eigene Bewandtnis hat’s mit Beethovens 10. Streichquartett, dem dritten Werk im Programm: Klagten zeitgenössische Kritiker über „eine gewisse Gewalt“ und „unnötigen Wirrwarr“, so wurde es rasch zu einem großen Erfolg und ist bis heute wegen seiner Eingängigkeit und leichten Verständlichkeit beim Publikum beliebt. Und nach Duisburg passt es auch fast perfekt, trägt es doch wegen der Pizzicati im ersten Satz den Beinamen: „Harfenquartett“.

(Niederrhein Verlag GmbH)