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Premiere war erfolgreich: Kollekte per Karte

Premiere war erfolgreich: Kollekte per Karte
Dr. Ekkehard Thiesler, Vorstandsvorsitzender der Bank für Kirche und Diakonie, und Pfarrer Martin Winterberg präsentierten den elektronischen Kollektenkorb. FOTO: vowie
Duisburg. Pfarrer Martin Winterberg gab sich vor zwei Wochen in der Salvatorkirche ganz sicher: „Unser Umgang mit Geld verändert sich!“ Und so startet am vorletzten Sonntag auch eine Premiere in der Salvatorkirche: Statt mit Bargeld spendete der Gottesdienstbesucher mit der EC- oder Kreditkarte. Von Volker Wieczorek

Wobei auch noch Bargeld gespendet werden kann, denn das elektronische Gerät ist in einen Kunststoffkorb eingelassen, in den der Gottesdienstbesucher auch noch Geld hinein tun kann. Doch der, der gerade kein Geld dabei hat, kann auch seine EC- oder Kreditkarte nutzen, sofern sie denn über den so genannten „NFC-Dienst“ verfügt. Kenntlich ist dies an vier viertelkreisförmigen Wellen, die auf jeder NFC-fähigen Karte aufgedruckt sind. Dabei ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, denn von den so ausgestatteten Kreditkarten und EC-Karten sind etwa 55 Millionen Stück bundesweit im Umlauf.

Die Salvatorkirche ist bundesweit die erste Kirche, die das neue System ausprobiert. Andernorts wurden schon bargeldlose Systeme getestet, die an bargeldlosen Terminals, wie sie zum Beispiel in Restaurants benutzt werden, erinnern. Da war aber die Bedienung mit Pin-Abfrage einfach zu kompliziert, so dass solche Geräte inzwischen häufig wieder abgebaut wurden.

Mit dem neuen System ist die Kollekte dagegen in drei bis fünf Sekunden verbucht, so dass der Kollektenkorb weiter gereicht werden kann. Und dies hat an den ersten beiden Sonntagen nach Einführung des Systems gut funktioniert. Viele Gemeindemitglieder hätten betont, dass sie ja auch im Laden immer häufiger mit Karte zahlen würden, warum dann nicht auch in der Kirche, erläuterte der Pfarrer im Gespräch mit Stadt-Panorama und fügte an: „Der neue Kollektenkorb wird von Menschen jeden Alters angenommen.“ Das hänge aber wohl grundsätzlich davon ab, wie man mit elektronischen Bezahlsystemen überhaupt umgehe.

Für die Salvatorkirche ist das neue Projekt absolut kostenlos. Weitere Kirchengemeinden werden aber in Zukunft rund 1.000 Euro für die technische Ausrüstung investieren müssen. Seit Anfang Januar hat man jedoch erste Erfahrung mit elektronischen Spendensystemen in Duisburg gesammelt, denn am Ausgang ist ein Kollektenautomat fest installiert worden, der technisch identisch zum neuen Kollekten-Sammelkorb ist. Bereits 104 Euro konnten hier verbucht werden, so dass Presbyterium, Pfarrer und die Projektbetreuer der Kirche für Bank und Diakonie optimistisch sind.

(Niederrhein Verlag GmbH)