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Lok „Duisburg“ verbindet Europa

Lok „Duisburg“ verbindet Europa
Fabrikneu und mit dem stilisierten Duisburger Stadtwappen an den Seitenwänden der Führerstände präsentierte sich die Lok Bürgermeister Manfred Osenger und Michail Stahlhut, CEO SBB Cargo International. FOTO: vowie
Duisburg. Von der Stärke des Logistikstandortes Duisburg zeugt ab sofort auch eine Lokomotive, die am Montag auf den Namen „Duisburg“ getauft wurde. Von Volker Wieczorek

Zu finden ist das Fahrzeug demnächst irgendwo auf den Strecken zwischen Mailand und Rotterdam, um Ganzzüge für die Güterabteilung der Schweizer Bundesbahn „SBB Cargo International“ zu transportieren. Duisburg spielt dabei eine ganz wichtige Rolle, denn die „SBB Cargo Deutschland“ mit Sitz an der Schifferstraße ist die Produktionsgesellschaft der SBB Cargo International.

Die deutsche Gesellschaft der Schweizer Eisenbahner hatte vor rund 17 Jahren ihren Sitz in Deutschland eröffnet. Nach vier Jahren in Köln wurde den Eidgenossen deutlich, dass Duisburg, wenn es um Logistik geht, eher der angemessene Standort ist, weshalb man in die Stadt Montan umsiedelte. Doch auch hier dachte man zunächst eher zu konservativ, denn nach vier Jahren waren die Geschäftsräume für die Aufgaben schon zu klein. Seit 2009 hat man seine Deutschlandzentrale nun im „Looper“ im Innenhafen. 160 Beschäftigte kümmern sich von dort um die Güterzüge, die von hier aus dirigiert werden.

Um alle Aufgaben auch für die Zukunft erfüllen zu können, hat man 18 neue Lokomotiven für zunächst 15 Jahre geleast, um alle Transportaufgaben bewältigen zu können. Eine dieser „Vectron-Lokomotiven“, die von Siemens gefertigt werden, wurde am Montag auf den Namen „Duisburg“ getauft. Die Maschinen verfügen mit 6.400 Kilowatt und maximal 160 Stundenkilometer über genügend Leistung, um komplette Güterzüge durch den Gotthard-Basistunnel und der mit dem Ceneri-Basistunnel entstandenen Flachbahn zügig zu ziehen. Dabei handelt es sich um sogenannte „Vier-System-Loks“, denn Europa ist bei der Eisenbahn mit unterschiedlichsten Stromsystemen ausgestattet. Am Montagmorgen lagen die Zulassungen für Österreich und Deutschland schon vor. In Italien und der Schweiz laufen die Zulassungsprozeduren derzeit noch.

Bürgermeister Manfred Osenger, der den Oberbürgermeister bei der Taufe vertrat, richtete mit den Worten: „Ich bin begeistert, dass die SBB Cargo International mit der Namensgebung nicht nur den Namen unserer Stadt in die Welt trägt, sondern hiermit auch ein Zeichen der Verbundenheit zu ihrem deutschen Hauptsitz dokumentiert. Ich wünsche allzeit gute Fahrt!“ entsprechende Grüße aus. Michail Stahlhut, CEO SBB Cargo International, betonte die Stärke seiner Unternehmens. So sei SSB Cargo auf der Strecke „Rotterdam – Mailand“ inzwischen der größte Anbieter, noch vor der DB, doch auch auf anderen Strecken sei man inzwischen schon der zweitgrößte Anbieter und „‘International‘ setzen wir gleich mit ‘interoperabel‘, was vor allem nach dem Rastatt-Unfall (im vergangenen Herbst) wesentlich für die Dokumentation der Leistungsstärke der Eisenbahn ist.“

(Niederrhein Verlag GmbH)