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Wäldchen muss für Brückenmontage weichen
"Kahlschlag am Kaßlerfelder Kreisel wurde fahrlässig in Kauf genommen"

Kaßlerfeld. Letzten Freitag, 14. Dezember, beriet der Umweltausschuss über die geplante Vormontagefläche für den Bau des Oberbürgermeister-Karl-Lehr-Brückenzuges und die dazu vorzunehmenden Baumfällungen. Von der Redaktion

Auch Anna von Spiczak, umweltpolitische Sprecherin der Grünen-Ratsfraktion, hält die Erneuerung des OB-Lehr-Brückenzugs für unumgänglich. Doch damit komme es auch zum Kahlschlag im Wäldchen am Kaßlerfelder Kreisel, weil die Fläche für die Vormontage gebraucht wird. Und, anders als angekündigt, werden kaum Bäume umgepflanzt: "Nun ist klar, dass lediglich zwölf der 266 Bäume auf eine Bahnbrache am Toeppersee verpflanzt werden können. Es kommt also zum Kahlschlag, denn die übrigen 254 Bäume müssen gefällt werden. Die Bäume werden auch erst dann wieder aufgeforstet, wenn die Fläche nach Inanspruchnahme wieder zur Verfügung steht. Dies kann drei bis vier Jahre dauern."

Ursprünglich hatten die Planungen die Mercatorinsel als Vormontagefläche vorgesehen. Da sie aber von der Stadt zwischenzeitlich als Bauland für Logistik zur Verfügung gestellt wurde, steht sie nicht mehr zur Verfügung. "Die Erneuerung des Brückenzugs wird schon seit vielen Jahren geplant, dies hätte bei einer langfristigen Planung des Standorts berücksichtigt werden müssen. Mit dem Beschluss zur Bebauung der Mercatorinsel wurde die Fällung des Kaßlerfelder Wäldchens somit fahrlässig in Kauf genommen. Dies verdeutlicht einmal mehr, dass der Grünerhalt in der Abwägung aller ökonomischen Interessen in dieser Stadtverwaltung keine Lobby hat. Eine vorausschauende und umweltgerechte Stadtplanung geht anders" so von Spiczak weiter.

(Niederrhein Verlag GmbH)