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Kommentar
Der Asozialdemokrat

Kommentar: Der Asozialdemokrat
FOTO: stepe
Es gab schon mal einen Duisburger Oberbürgermeister, der mit falschen Schuldzuweisungen vor die Presse getreten ist. Dessen Auftritt verdankt Sören Link letztendlich sein Amt. Jetzt hat der aktuelle Noch-Oberbürgermeister der Presse einen widerwärtigen Satz in die Feder diktiert, noch am Tag der Eskalation in Bruckhausen: "Asozial bleibt asozial." Von Thomas Warnecke

Was am vergangenen Sonntag tatsächlich geschah und wer sich da schuldig gemacht hat oder nicht, soll die Justiz klären. Im Internet kursierende Videos scheinen die Darstellung der Polizei jedenfalls zu widerlegen, die wiederum und mal wieder unkritisch von den Medien übernommen wurde. Und anscheinend auch vom OB.

Das allein ist schlimm genug, aber mal ganz abgesehen davon: Wie kann jemand, zumal ein Sozialdemokrat, überhaupt einen solchen Satz sagen: "Asozial bleibt asozial"? Wenn es einen Beweggrund gibt, Politiker zu werden bzw. in die SPD einzutreten, dann doch wohl zuallererst die Überzeugung, dass Dinge, Menschen, Verhältnisse sich ändern können und verändern lassen. Dass es eben nicht so bleibt, wie es ist. Dass doof klug wird, arm reich und Asoziale sozial. Dann, von mir aus, kann auch ein Sozialdemokrat Oberbürgermeister bleiben. Entschuldigen Sie sich, Herr Link, und nehmen Sie diese ekelhafte Äußerung zurück.

(Niederrhein Verlag GmbH)