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Bezirke, macht’s rein!

Bezirke, macht’s rein!
Im Innenhafen geht’s eigentlich, Thomas Patermann und OB Sören Link posieren nur für die Fotografen. FOTO: tw
Duisburg. Die Wirtschaftsbetriebe starten die zweite Phase ihrer Kampagne "#machsrein". Möglichst viele, idealerweise alle Duisburger sollen sich für die Sauberkeit ihrer Stadt stark machen. Unter den Bezirken wird ein Wettbewerb ausgetragen; Teilnehmer können einen Saugroboter gewinnen. Von Thomas Warnecke

"Wie sieht denn Walsum aus?" will der Oberbürgermeister wissen, meint gerade aber nicht den Stadtteil, in dem er aufgewachsen ist, sondern nur das Plakat dafür: "Walsum wirft's weg!" alliteriert's darauf; Sören Link ist einverstanden.

"Sauberkeit in Duisburg ist mir seit meinem Amtsantritt ein großes Anliegen", sagt der OB, aber: "Dafür brauchen wir die Bürger." Der "starke Partner" Wirtschaftsbetriebe allein schafft es nicht. "Die Entfernung von festgetretenen Kaugummis zum Beispiel ist mit vertretbarem Aufwand gar nicht zu schaffen", erklärt WBD-Vorstandssprecher Thomas Patermann. Weshalb es am Hauptbahnhof "Gum-Walls" gibt. Dort kann man jetzt mit seinem Kaugummi markieren, wo man herkommt. Ähnlich funktioniert der "Cigarette Vote" im Zoo, wo man mit der Entsorgung der Kippe abstimmt, wer zu Hause die Hosen anhat.

Ein bisschen witzig, ein bisschen provokant, so wollen die Wirtschaftsbetriebe mit ihrer Sauberkeitskampagne für Aufmerksamkeit sorgen. Das ist im ersten Teil soweit gelungen, als die Verwendung der in Duisburg alltäglichen Vornamen bei "Mach et, Mehmet" und "Geht doch, Gülcan" von einigen als rassistisch kritisiert wurde – was, um das hier auch noch zu sagen, ziemlicher Quatsch ist.

Jetzt geht's um ein "Sauberkeitsbündnis", das die Wirtschaftsbetriebe mit möglichst jedem Duisburger eingehen wollen. Dazu sammeln die WBD Unterschriften, die im Herbst eine Großkehrmaschine zieren sollen.

Noch bis zum 18. April liegen in Duisburger Gastronomiebetrieben die "Pfui-Kellen" aus. Engagierte und sozialmedial versierte Bürger sollen die Kellen aus der perforierten Postkarte herausdrücken und dann damit ein Foto machen und damit via Facebook o.ä. mitteilen, wo es einem sauberkeitstechnisch nicht passt.

"Einen Wettbewerb der Bezirke" wünscht sich Patermann, "Hau rein, Hamborn!", "Beeck bringt's!", "Ruhrort macht klar Schiff!" verkünden die Plakate. Online unter www.machsrein.de kann man sich mit Namen und Bezirk eintragen, um das Bündnis zu unterstützen. Im Bezirk mit den meisten Unterstützern werden fünf Hundekotbeutelspender aufgestellt, außerdem wird aus dem Gewinnerbezirk ein Einzelgewinner ausgelost, der einen Saugroboter bekommt.

Apropos Hundekotbeutelspender: Wer einen aufstellen und die ("überschaubaren", Patermann) Kosten übernehmen möchte, kann sich gerne an die Wirtschaftsbetriebe wenden. Und die Hundekotbeutel, die "Wuffi-Bags", also die Kacketüten halt – die kann man in jedem Mülleimer entsorgen, darauf weist Patermann noch einmal hin. Mach's rein!

(Niederrhein Verlag GmbH)