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Duisport: „Sind nur Flächenanbieter“

Duisport: „Sind nur Flächenanbieter“
Die schraffierte Fläche im gelb markierten Gebiet des zukünftigen Hafens „Logport VI“ könnte der Standort des Restholz-Kraftwerks werden. Lins oben ist der Kühlturm des bereits bestehenden Kohlekraftwerks zu sehen. FOTO: Land NRW (2018
Walsum. Die Diskussionen über das geplante Restholzkraftwerk auf Logport VI, dem ehemaligen Papierfabriksgelände gehen weiter. Von Thomas Warnecke

Duisport hatte erklärt, die Steag sei Anfang dieses Jahres mit dem Wunsch an den Duisburger Hafen herangetreten, auf einer bis zu drei Hektar großen, direkt am Rhein gelegenen Fläche auf Logport VI ein Altholzkraftwerk zu errichten. Aufgrund der mit dem Unternehmen seit vielen Jahren bestehenden guten Geschäftsbeziehungen habe Duisport umgehend geprüft, ob ein solches Kraftwerk auf der insgesamt 40 Hektar großen Fläche realisierbar sei, und festgestellt, dass die Bereitstellung der relativ kleinen Fläche die Gesamtnutzung des Areals als Logistikfläche nicht beeinträchtigen würde. Deshalb habe Duisport dann der Steag die betreffende Fläche angeboten (siehe Grafik).

„Die Verwendung der eingesetzten Biomasse im geplanten Kraftwerk ist Teil des Genehmigungsverfahrens zwischen der Steag und den zuständigen Genehmigungsbehörden“, so Duisport abschließend.

Wie berichtet, plant die Steag New Energies GmbH, für rund 100 Millionen Euro ein Altholzkraftwerk direkt neben dem schon bestehenden Kohlekraftwerk zu bauen. In dem neuen Kraftwerk soll zur Energiegewinnung Altholz verfeuert werden, und zwar etwa 170.000 Tonnen pro Jahr, darunter auch (durch Lacke etc.) schadstoffbelastetes Holz.

Gegen die Pläne hatte sich unmittelbar heftiger Widerstand quer durch alle Parteien erhoben. Auch Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link, selbst in Walsum wohnhaft, äußerte sich kritisch. Vorgebracht wurde insbesondere, dass die Zustimmung zum Block 10 des Steag-Kohlekraftwerks seinerzeit nur unter der Bedingung erfolgt sei, dass Walsum kein weiteres Kraftwerk mehr bekommt.

Der heftig geäußerte Widerstand habe wohl vor allem mit der Überraschung zu tun, vermutet Steag-Pressesprecher Florian Adamek. „Wir nehmen die Sorgen ernst“, sagt er gegenüber Stadt-Panorama Kommunikativ sei da nicht alles glücklich gelaufen; die Steag sei jetzt bestrebt, die Diskussion zu versachlichen. „Wir glauben, dass wir mit weiteren Informationen viele Bedenken ausräumen können“, so Adamek. Dabei stünden die Planungen erst am Anfang: „Bis jetzt ist noch nicht einmal eine Projektgesellschaft gegründet worden.“

Zahlreiche Aspekte lassen den Bau eines Altholz-Kraftwerks für die Steag sinnvoll erscheinen. So sei der Fernwärmeverbund Niederrhein an möglichst C’O2-neutral produzierter Wärme interessiert. „Als sichere planbare Energiequelle kommt dafür eigentlich nur ein Holzkraftwerk in Frage“, so Adamek. Für den Standort auf dem ehemaligen Papierfabriksgelände sprächen drei entscheidende Vorteile: Durch das vorhandene Kohlekraftwerk seien schon Einspeisepunkte erstens für die Fernwärme, zweitens für die Stromversorgung vorhanden. Dritter Punkt sei die Hafenlage, die die Anlieferung des Holzes sehr erleichtere.

Es werde erstmal weiter geplant. Dabei sollen alle genehmigungsrechtlichen Anforderungen und die Bestimmungen des Bundesimmissionsschutzgesetzes erfüllt werden, „so dass keine gesundheitliche Beeinträchtigung der Bevölkerung besteht“, so Adamek.

(Niederrhein Verlag GmbH)