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Vinzenz-Hospital bekommt mit Prof. Mosny einen Leitenden Senologen
Brustkrebszentrum für Dinslaken

Vinzenz-Hospital bekommt mit Prof. Mosny einen Leitenden Senologen: Brustkrebszentrum für Dinslaken
Geballte Kompetenz: Das Team der Frauenklinik im St. Vinzenz-Hospital stellt sich ab sofort noch breiter auf. Prof. Dierk Mosny (oben, 4. von links) baut das „Kompetenzzentrum für Brusterkrankungen“ auf. FOTO: Penzel
Dinslaken. Die Zeiten, in denen an Brustkrebs erkrankte Frauen aus Dinslaken und Umgebung den Weg nach Wesel oder Hamborn antreten müssen, sind vorbei. Am St. Vinzenz-Hospital entsteht gerade ein Brustkrebszentrum. Von Steffen Penzel

Die Frauenklinik am St. Vinzenz-Hospital ist breit aufgestellt und hat weit über die Stadtgrenzen hinaus einen guten Ruf. Der dürfte sich in Zukunft noch weiter verbessern. Denn am Vinzenz beginnt ab morgen der Aufbau eines Brustkrebszentrums. Sprich: Alle Frauen (und Männer) aus Dinslaken und Umgebung, die an Brustkrebs erkrankt sind, haben in Zukunft die Möglichkeit, in Dinslaken von einem breit aufgestelltem Experten-Team behandelt zu werden.

Möglich geworden ist das durch die Anstellung von Prof. Dierk Mosny als Leitenden Senologen. Mosny wollte mit 60 Jahren eigentlich beruflich kürzer treten. Aber daraus wird erstmal nichts. Denn die Aussicht, dass er sich am Vinzenz ganz auf sein Spezialgebiet Brusterkrankungen konzentrieren und eine neue Abteilung von Grund aus aufbauen kann, hat ihn umdenken lassen. Angesprochen worden ist er von seinem neuen Chef. Dr, Bernhard Uhl ist Chefarzt der Gynäkologie und Geburtshilfe am Vinzenz-Hospital. Und der bekam mit, dass sein von ihm geschätzter Kollege Prof. Dierk Mosny grundsätzlich verfügbar wäre. Dann ging alles relativ schnell, wie Mosny, der am Vinzenz vorerst eine 20 Stunden-Stelle antritt, berichtet. "Dr. Uhl und ich kannten uns schon vorher und arbeiten im gleichen Stile. Das passt also schon mal sehr gut. Mir war nur wichtig, dass es keine volle Stelle wird, dass die Arbeit auf mehrere Schultern verteilt ist, und ich mich auf die Ausbildung der jungen Ärzte und Pfleger konzentrieren kann." Und so will es der Brustkrebs-Spezialist halten, wie er es auch an seinen vorangegangenen Stationen getan hat. "Ich assistiere den jungen Kollegen bei den Operationen. Ich beobachte und greife gegebenenfalls korrigierend ein. So lernen sie es am besten."

Die Strukturen für effiziente gynäkologische Krebsbehandlung am St. Vinzenz-Hospital sind schon lange vorhanden und werden natürlich auch genutzt. Nur eben die Behandlung von Brustkrebspatienten konnte bisher nicht so durchgeführt werden, wie es sich Bernhard Uhl & Co. gewünscht hätten. Uhl: "Das war uns lange ein Dorn im Auge. Umso schöner, dass wir Professor Mosny gewinnen konnten und die Senologie nun unter dem Dach der Frauenklinik aufgebaut wird."

Die Arbeit mit Krebspatienten erfolgt am Vinzenz stets im großen Team. Onkologie, Mammografie, Nuklearmedizin, Internistik, Seelsorge und Sozialdienst arbeiten eng zusammen. Dazu kommt in Zukunft mit Liane Bückmann auch eine Krankenschwester, die eine mehrjährige psychoonkologische Fachausbildung absolviert hat und die Krebspatientinnen nach der schockierenden Diagnose und während der Therapie psychologisch begleiten wird. "Das ist eine Spezialistin, die sich auf einer ganz anderen Ebene mit den Patienten auseinandersetzt, als wir Mediziner das tun", ist Prof. Mosny froh über die Unterstützung von Liane Bückmann.

Das Procedere für zukünftige Patientinnen könnte dann so aussehen: Nach der Überweisung durch den behandelnden niedergelassenen Arzt stehen Beratung und Abklärung des Befundes in der Sprechstunde von Prof. Mosny an (Termine werden ab morgen vergeben). Nach den Untersuchungen mit hochauflösendem Ultraschall und den Tastuntersuchungen geht es an die pathologische Feinuntersuchung eines kleinen Gewebestücks. "In der Regel ist das Ergebnis innerhalb eines Werktages da und kann besprochen werden", so Mosny. Vor dem eigentlichen Therapiebeginn gibt es dann weitere Untersuchungen, ehe sich alle beteiligten Spezialisten zur so genannten Tumorkonferenz zusammensetzen, bei der der weitere therapeutische Weg besprochen wird. Eine Sache, und da legt Dierk Mosny viel Wert drauf, darf dabei aber nicht vergessen werden. "Wir nehmen uns Zeit. Und geben den Patientinnen Zeit. Denn die brauchen sie natürlich. Alleine schon, um den Schock zu verdauen."

(Niederrhein Verlag GmbH)