| 12.39 Uhr

Tag eins im MSV-Trainingslager
Sanfter Einstieg bei Kaiserwetter

Tag eins im Trainingslager: Erste Einheit in Scheffau
Tag eins im Trainingslager: Erste Einheit in Scheffau
St. Johann. Das nennt man dann wohl einen sanften Einstieg. Bei angenehmen 25 Grad und Sonne versammelten sich heute Morgen die Spieler des MSV Duisburg zur ersten Trainingseinheit im Trainingslager am Wilden Kaiser – Traumpanorama im Hintergrund inklusive. Von Steffen Penzel

In den Knochen steckte dem Team da noch die lange Anreise vom Vortag. Satte elf Stunden hatte der Zebra-Mannschaftsbus von Duisburg nach St. Johann in Tirol gebraucht. Die üblichen Übeltäter, die A9 bei München und die A8 zwischen München und Salzburg, hatten mal wieder ganze Arbeit geleistet. Und deswegen ließ Cheftrainer Ilia Gruev am Vormittag auch Milde walten, setzte eine Einheit mit viel Stretch- und leichten Taktikübungen an. "Ich weiß, ihr habt eine lange Fahrt in den Knochen. Deswegen lassen wir es in der ersten Einheit auch ruhig angehen und machen eine Art Regenerationseinheit." Zu schlaff will Gruev die Zügel aber natürlich nicht lassen: "Heute Nachmittag steigen wir dann so richtig ein."

26 Spieler versammelte Gruev zum Auftakt um sich – mit dabei auch die beiden ganz frischen Neuzugänge Borys Tashchy und Moritz Stoppelkamp. Zum Start etwas kürzer treten musste der angeschlagene Simon Brandstetter, der auf dem Platz nicht dabei war und im Hotel leichte Übungen absolvierte. Gar nicht mit in Österreich dabei war Thomas Bröker. "Sommergrippe", so die offizielle Sprachregelung.

Trainiert wurde in Scheffau, rund 20 Minuten Fahrzeit vom Spielerhotel LTI Kaiserfels in St. Johann entfernt. Bis zuletzt hatte Ivo Grlic und Peter Mohnhaupt noch probiert, die Verantwortlichen in St. Johann zu überzeugen, das örtliche Koasa-Stadion in St. Johann, zwei Minuten vom Spielerhotel entfernt gelegen, frei zu geben. "Aber es hat keinen Sinn. Die Plätze werden gerade für die nächste Saison vorbereitet. Da kann gerade nicht trainiert werden. Was aber auch gar nicht schlimm ist, hier sind die Bedingungen perfekt", gab Ivo Grlic beim Blick auf den bestens gepflegten Trainingsrasen am Fuß des Wilden Kaisers zu Protokoll.

Auf dem Rasen war Athletiktrainer Andy Tappe und die Spieler zunächst mit Stabilitätsübungen beschäftigt. Danach standen koordinative Laufübungen und Acht- gegen Vier-Überzahlspiel auf dem Programm. Die Fahrt schien den Spielern tatsächlich noch in den Knochen zu stecken. "Sauber spielen, Männer, sauber spielen. Und präzise bleiben", mahnte Ilia Gruev. Besser wurde es dann bei der abschließenden Acht-gegen-Acht-Einheit, mit der der Trainer dann schon zufriedener schien und wie gewohnt kräftig motivierendes Lob austeilte. "Sehr starke Einheit, Männer", freute sich Gruev.

Nach gut 70 Minuten war die Auftakteinheit vorbei. Bei am Ende nahezu 30 Grad floss der Schweiß trotz seichtem Auftakt in Strömen. "Heiß war es, aber auch richtig gut. Die lange Fahrt spürt man schon. Von daher war es gut, erst mal regenerativ einzusteigen. Und der Platz ist auch super", gab es lobende Worte von Baris Özbek, der sich nach getaner Arbeit erst mal mit kaltem Wasser übergoss. Gut fand der routinierte Mittelfeldmann auch die Auftritte seiner neuen Clubkollegen. "Das sind alles gute Jungs. Die geben richtig Gas, hauen sich voll rein und haben einen guten Charakter. Wir wollen sie jetzt so schnell wie möglich ins Team integrieren."