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Trainer des 1. FC Köln beim 32. Landhaustreff
Peter Stöger als souveräner Ersatz

Trainer des 1. FC Köln beim 32. Landhaustreff: Peter Stöger als souveräner Ersatz
Antonio Pelle, Manni Breuckmann, Peter Stöger, Rolf Milser und Aldo Celentano (v.l.) bereiteten den Besuchern einen sehr entspannten Landhaustreff. FOTO: Andreas Probst
Huckingen. Der 32. Duisburger Landhaustreff war so gut besucht wie lange nicht mehr, allein: Der Talkgast war nicht da. Von Thomas Warnecke

"Jörg Schmadtke kann heute nicht hier sein, weil er in Istanbul an der Rückkehr von Lukas Podolski arbeitet", eröffnete Moderator Manni Breuckmann den Abend. Stadt-Panorama erfuhr, dass Südamerika das tatsächliche Ziel der Scouting-Reise des Sportdirektors vom 1. FC Köln war. Doch auch wenn sich die Duisburger Unternehmensvertreter im Landhaus Milser möglicherweise insbesondere auf die Kombination Fußball und Management gefreut hatten, war FC-Trainer Peter Stöger mehr als nur ein Ersatzmann.

Der sympathische Wiener machte aus seinem "Schmadtke-Ersatz-Dasein" quasi ein Spielchen. "Wenn Schmadtke schon mal was zu tun hat, dann soll er das auch", begann er den Talk nach Bresaola und Carpaccio. "Aber ich wundere mich, dass so viele Leute Geld dafür bezahlen, Jörg Schmadtke zu sehen." Nach wenigen Minuten lag Peter Stöger damit schon gut in Führung. Als Breuckmann ihn fragte, ob er sich schon als Spieler eine Trainerkarriere habe vorstellen können, antwortete er: "Nein. Man ist als Trainer doch der ärmste Hund. Ich hab mich eher in der Position gesehen, die jetzt Jörg Schmadtke hat ..." Mit dem Stöger jedenfalls seit 2013 beim 1. FC Köln dabei ist, eine Erfolgsgeschichte zu schreiben. Beim Domstadtclub hätten mit dem Gespann Stöger-Schmadtke auch Werte wie Bescheidenheit und Realismus Einzug gehalten, attestierte Breuckmann, "das kannte man früher nur von Schalke 04." Gegen den der FC die letzten vier Spiele übrigens gewonnen hat, wie Stöger nicht vergaß anzumerken.

Ansonsten ging es um seine Heimatstadt Wien, wo Stöger sich nicht in den schicken Caféhäusern des ersten Bezirks rumtreibt – "das sind tolle Cafés, aber die sind für euch" – sondern lieber beim Türken in seinem Multikulti-geprägten Heimatbezirk mit dem schönen Namen Favoriten. Köln sei dagegen "baulich nicht die schönste Stadt", was Stöger beurteilen kann, denn er ist anfangs häufig durch seine neue Heimat gelaufen. "Ich hab halt gedacht, in zwei Monaten bist wieder weg und hast nichts von der Stadt gesehen."

Um Andreasens Handtor wollte er nicht mehr viel Aufhebens machen, "die Schiris hatten halt einen schlechten Tag." Als Breuckmann dann noch stichelte, dass Österreich im kommenden Jahr "bestimmt Europameister" werde, erzielte Stöger wie nebenbei den Treffer zum Endstand: "Also, wir haben uns schon einen Monat vor euch qualifiziert."

Es folgten Saltimbocca alla Romana und ein fabelhaftes Granatapfel-Kardamom-Panna-Cotta und dazwischen Aldo Celentano, der nur noch mehr rauchen müsste, damit er sein Vorbild auch bei den tiefen Tönen erreicht.

(Niederrhein Verlag GmbH)