1. Veranstaltungen

Ausstellung in der Galerie Rheinhausen (Bezirksbibliothek) eröffnet: Duisburger Künstlerbund – politisch?

Ausstellung in der Galerie Rheinhausen (Bezirksbibliothek) eröffnet : Duisburger Künstlerbund – politisch?

Seit dem 6. Dezember 2014 bis einschließlich 8. Januar 2015 zeigt die Galerie Rheinhausen Arbeiten zum Thema: „Der Duisburger Künstlerbund – politisch?“

Die Frage ist subtil und provokant gestellt, denn Kunst findet immer im konkreten politischen Umfeld statt, kann nie den Bezug zur jeweiligen Zeit leugnen, in der sie entsteht. Die Arbeiten der Mitglieder des Künstlerbundes legen Zeugnis davon ab und beweisen eine differenzierte Betrachtung und künstlerische Interpretation.

Ausgangspunkt für die thematisierte Ausstellung war das 90-jährige Jubiläum des Künstlerbundes im vergangenen Jahr. Historisch betrachtet haben sich die Künstlerinnen und Künstler des Künstlerbundes zu jeder Zeit immer wieder zur gesellschaftlich-politischen Funktion von Kunst bekannt.

Sie haben stets aktuelle Themen aufgegriffen und auf ihre Weise kritisch kommentiert. Besonders in den 1970er und 1980er Jahren, wo im Kunstbetrieb die politische Äußerung und Positionierung quasi programmatisch war. Im Unterschied zu dieser agitatorischen Zeit sind jedoch die Positionen heute noch differenzierter und spezifischer, nicht einer politischen Richtung zuzuordnen, sondern geben im Besonderen eine breite Gesellschaftskritik und einen individuelleren Blick auf die Verhältnisse kritisch wieder.

Darüber hinaus decken die Darstellungsweisen und künstlerischen Techniken ein sehr breites Darstellungs-Spektrum ab: So befinden sich in der Ausstellung neben malerischen Großformaten von Sigrid Beuting und Collagekästen von Chinmayo auch eigenwillige Videoinstallationen von Elisabeth Höller und Vera Herzogenrath. Auch die serienhafte Fotokunst von Britta Lauer bearbeitet das Thema subtil im Kontrast von Glanz und Elend. Ganz besonders treten die raumgroßen Holzskulpturen von Roger Löcherbach hervor und ziehen die Blicke sofort provozierend auf sich. Regine Strelow-Lorenz kommentiert und erinnert in ihren Arbeiten an das Elend der 4 Millionen Textilarbeiterinnen in Bangladesh, die rechtlos übelster Ausbeutung noch immer ausgesetzt sind.

Es sind Arbeiten zu sehen von: Andrea Bender, Sigrid Beuting, Chinmayo, Barbara Deblitz, Klaus Florian, Vera Herzogenrath, Elisabeth Höller, Michael Kiefer, Britta Lauer, Wolf-Diethard Lipka, Roger Löcherbach, Ralf Raßloff, Walter Schernstein, André Schweers, Regine Strehlow-Lorenz. Als Gastkünstler nimmt Klaus Großmann aus Leipzig mit zwei Holzreliefs teil. Der Künstlerbund ist im Dialog mit der Künstlerschaft in Leipzig und in Vorbereitung eines Künstleraustausches im kommenden Jahr.

(Niederrhein Verlag GmbH)