MTV weiter ganz oben, Duisburger Teams und TuS Lintfort im Abstiegskampf: Zweikampf an der Ligaspitze

MTV weiter ganz oben, Duisburger Teams und TuS Lintfort im Abstiegskampf: Zweikampf an der Ligaspitze

Der MTV Rheinwacht Dinslaken bleibt auch nach dem 23:21-Heimsieg gegen Köln-Wahn weiter Tabellenerster der Handball-Regionalliga. Als ärgster Verfolger ist Dennis Backhaus & Co. der TuS Opladen mit vier Punkten Rückstand auf den Fersen.

Am anderen Ende der Tabelle gerät der VfB Homberg nach der 22:28-Pleite in Aachen immer mehr in Abstiegsängste. Die Wölfe Nordrhein wittern nach dem 29:26-Heimsieg gegen Bonn wieder ihre Chance im Abstiegskampf. In dem stecken auch die Frauen des TuS Lintfort, die in der 2. Bundesliga beim Auswärtsspiel in Waiblingen mit 29:32 unterlagen.

An der Douvermannstraße hat man die Zurückhaltung der vergangenen Wochen abgelegt. Ist ja irgendwie auch schwer zu vermitteln, als Tabellenführer sieben Spieltage vor dem Saisonende noch vom Klassenerhalt zu sprechen. Und so redet Coach Harald Jakobs auch gar nicht mehr um den heißen Brei herum. "Jetzt stehen wir hier oben, und jetzt wollen wir natürlich auch so lange wie möglich hier oben bleiben." Im Klartext: Der Aufsteiger aus Dinslaken peilt tatsächlich den Regionalliga-Nordrhein-Titel und damit auch einen möglichen Aufstieg in Liga drei an. Eigentlich unfassbar, dass es soweit gekommen ist. Aber gut, man muss die Dinge nehmen, wie sie kommen. Das wohl entscheidende Spiel um den Platz an der Sonne findet am 24. März statt. Dann ist mit dem TuS Opladen der ärgste Verfolger der Dinslakener um 11.15 Uhr in der "Douvermannhölle" zu Gast. Gegen die Rheinländer sah Rheinwacht im Hinspiel trotz Halbzeitführung kein Land. Und der TuS scheint sich nach kleiner Minikrise aktuell wieder stabilisiert zu haben - anders ist der 27:15-Kantersieg in Rheinbach wohl nicht zu deuten.

Gegen den TV Jahn Köln tat sich der ohne die verletzten Philipp Tuda und Christoph Enders sowie dem urlaubenden Jonas Höffner angetretene MTV phasenweise schwer. Und so stand am Ende, trotz zwischenzeitlicher Sechs-Tore-Führung, "nur" ein 32:21-Heimsieg zu Buche. "Wir haben zu viele Chancen nicht genutzt", kritisierte Jakobs nach der Partie.

Für den MTV steht am Freitagabend ein Derby an. Dann geht's zum VfB Homberg, der sich in den vergangenen Wochen in eine veritable Krise manövriert hat. Den letzten Sieg des VfB gab es Mitte Dezember, in den vergangenen sechs Partien holte die Schürmann-Truppe nur einen Punkt. Auch in Aachen gab es für die Schwarz-Gelben bei der 22:28-Pleite nichts zu holen. Unzufrieden war Trainer Achim Schürmann aber beileibe nicht. Ohne Mirco Szymanowicz und den angeschlagenen Aaron Denter, der nur Kurzeinsätze im Tor absolvierte, schlug sich der VfB achtbar: "Wir haben eine ganz starke erste Halbzeit gespielt, hatten insgesamt einen stark verbesserten Auftritt." Dann kam aber der Beginn von Hälfte zwei, in dem die Gäste trotz drei Strafwürfen kein Tor erzielten und Aachen davon zog. "Danach kamen wir nicht mehr in Schlagweite und am Ende mussten wir aufmachen." Jetzt kommt Dinslaken, "und damit", so Schürmann, "das einfachste Spiel der Saison." Gegen den Tabellenführer habe man "nichts zu verlieren und könne befreit aufspielen."

Etwas befreiter kann seit dem Wochenende auch an der Krefelder Straße aufgespielt werden. Denn dort gewannen die Wölfe Nordrhein ihr Heimspiel gegen den TSV Bonn mit 29:26. Mit dem neunfachen Torschützen Yannick Kamp und Kreisläufer Jonas Rennings, der stark spielte und vier Mal traf, bekamen gleich zwei Wölfe ein Sonderlob vom Coach. Durch den Sieg hat die Mannschaft von Spielertrainer Alex Tesch den letzten Tabellenplatz verlassen und ist dem Nachbarn aus Homberg mit nur einem Punkt Rückstand ganz dicht auf den Fersen. "Das wird jetzt ganz eng im Abstiegskampf", weiß Alex Tesch. Einen weiteren ganz wichtigen Schritt aus dem Keller kann die Tesch-Truppe am kommenden Sonntag machen, wenn sie um 16 Uhr beim Tabellenletzten in Königshof gastiert.

Mit einem Mini-Kader mussten die Frauen des TuS Lintfort in der 2. Liga beim starken TuS Waiblingen ran. Beflügelt von ihrer kleinen Erfolgsserie zuletzt lieferten die Gäste dem Favoriten einen heißen Kampf und mussten sich am Ende nur denkbar knapp mit 29:32 geschlagen geben. "Wir mussten kurzfristig auf Becky van Nijf, Tatjana van den Broek und auch auf Annefleur Bruggeman verzichten, die für Leverkusen im Einsatz war. Als dann Mie Norup-Isaksen kurz nach der Pause die Rote Karten bekommen hat, war klar, dass wir das nicht durchhalten können", fand TuS Trainerin Bettina Grenz-Klein ("Wir haben gut mitgehalten, das war gut für die Moral.") schnell eine Erklärung für die knappe Niederlage. Für den TuS stehen jetzt wichtige Partien im Abstiegskampf an. Nächsten Samstag steigt in der Sporthalle an der Eyller Straße das Duell mit dem Tabellennachbarn Werder Bremen. Anwurf ist dann um 17.30 Uhr.

(Niederrhein Verlag GmbH)