MSV verliert knapp gegen den HSV mit 1:2: Viel Courage, keine Punkte

MSV verliert knapp gegen den HSV mit 1:2: Viel Courage, keine Punkte

Der MSV Duisburg liefert dem Tabellenführer aus Hamburg im Kollektiv eine engagierte, kämpferisch starke Leistung. Am Ende entführt der von tausenden Auswärtsfans lautstark angefeuerte Favorit aus der Hansestadt beim 2:1-Sieg aber trotzdem beide Punkte.

Duisburg. Für die ersten Überraschungen sorgte Torsten Lieberknecht schon vor dem Anpfiff. Mit der Startelf aus dem Heidenheim-Spiel hatte die Zebra-Elf nach den Sperren und Verletzungen naturgemäß nicht mehr viel gemein: Für den gelb-gesperrten Kevin Wolze schickte der MSV-Coach Young-Jae Seo als linken Verteidiger von Beginn an aufs Feld. Nach dem eher missglückten Fröde-Debüt in der Innenverteidigung aus der Vorwoche durfte diesmal Andy Wiegel sein Glück neben Gerrit Nauber versuchen. Dafür beackerte Yanni Regäsel zu Beginn die rechte Abwehrseite. Lukas Fröde stand dafür wieder an der Seite von Fabian Schnellhardt im Mittelfeld. Vorne spielte Richard Sukuta-Pasu für den verletzten John Verhoek neben Stanislav Iljutcenko.

Der Tabellenführer aus Hamburg kam im fast ausverkauften Duisburger Stadion direkt mit ordentlich Dampf aufs Feld. Die Hausherren zogen sich tief zurück und lauerten auf Konter. Doch daraus wurde nichts. Nach zwölf gespielten Minute spielte Lukas Fröde einen Horrorpass im Mittelfeld. Die Hanseaten bedankten sich, spielten die Überzahl aus während Fröde & Co. noch Handspiel reklamierten und gingen durch Khaled Narey 1:0 in Führung. Aber die Antwort der Zebras ließ nicht lange auf sich warten: Zwei Minuten nach der HSV-Führung fiel Gerrit Nauber nach einer Schnellhardt-Ecke der Ball im Hamburger Strafraum vor die Füße. Der Innenverteidiger fackelte nicht lang und drosch den Ball zum 1:1 in die Maschen. Und es ging weiter Schlag auf Schlag. Diesmal mit Aaron Hunt in der Hauptrolle. Der streichelte den Ball aus 22 Metern per Freistoß gefühlvoll an den Innenpfosten und ins Tor - keine Chance für Daniel Mesenhöler.

Aber der MSV reagierte keinesfalls schockiert und spielte beim munteren Schlagabtausch weiter auf Augenhöhe. In der 29. Minute hätte Moritz Stoppelkamp einen stark vorgeführten Konter nur noch veredeln müssen - stattdessen drosch er das Leder aus kürzester Distanz weit in den Duisburger Abendhimmel. Sieben Minuten später schaffte es Iljutcenko nicht, den Ball aus fünf Metern per Kopf runterzudrücken - wieder drüber!

Auch in Halbzeit zwei zeigten die Zebras eine engagierte, kampfstarke Leistung. Für den abermals sehr schwach spielenden Fröde war jetzt Tim Albutat auf dem Feld.

Klar, der HSV war individuell weit besser besetzt als der MSV. Aber die Zebras hielten das Spiel über den kollektiven Kampf bis zum Ende offen, und hatten auch durchaus gute spielerische Ansätze und Chancen zum Ausgleich. Nur: Am Ende setzte sich die Routine durch. Der Tabellenführer und frisch gebackene Herbstmeister ließ nichts mehr zu. Und so saß die Enttäuschung nach dem Abpfiff bei den Duisburgern zum dritten Mal in Folge ziemlich tief.

"Wir haben viel besser gespielt als zuletzt, haben einen harten Kampf geliefert und hätten sicherlich einen Punkt verdient. Aber es hat leider nicht gereicht", resümierte Richard Sukuta-Pasu im Spielertunnel. Glücklich über sein Debüt war Young-Jae Seo. "Aber das ist eigentlich egal. Ich wollte drei Punkte und die haben wir nicht."

(Niederrhein Verlag GmbH)
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