Rheinwacht gewinnt das Spitzenspiel gegen Bonn mit 31:30: Unfassbar: MTV ist Herbstmeister!

Rheinwacht gewinnt das Spitzenspiel gegen Bonn mit 31:30: Unfassbar: MTV ist Herbstmeister!

Es ist tatsächlich vollbracht: Der MTV Rheinwacht Dinslaken schlägt im brodelnden Hexenkessel Douvermannhalle den TSV Bonn. Der Aufsteiger beendet die Regionalliga-Hinrunde als Erster.

Marco Banning bekam das Grinsen gar nicht mehr aus dem Gesicht. Sein Blick ging immer wieder in Richtung der Tribünen. Da feierte ein wild gewordener Haufen MTV-Fans frenetisch. Mit Fahnen, Trommeln, Schals und Plakaten Mannschaft und Herbstmeisterschaft. Lange ist's her, dass die in die Jahre gekommene Sporthalle an der Douvermannstraße einen solchen Abend erlebt hat. Weit über 400 Zuschauer waren am Donnerstagabend in die Halle geströmt und hatten sie zur "Douvermannhölle" gemacht. "Das ist der Wahnsinn, was hier abgeht. Für uns ist das wirklich etwas ganz Besonderes. Am liebsten würde ich die ganze Nacht mit den Jungs und den Fans feiern. Geht aber nicht, ich muss morgen arbeiten", strahlte der MTV-Keeper, mit seinen Paraden einer der Matchwinner beim 31:30-Heimsieg im Spitzenspiel gegen einen bockstarken Gegner aus Bonn.

Ein anderer Matchwinner war zweifelsohne Fabian Gorris. In den entscheidenden Momenten übernahm der Mittelmann Verantwortung und erzielte gegen die defensiv stehenden Bonner gerade in engen Situation ganz wichtige Treffer für sein Team aus dem Rückraum. Die Defensive der Rheinländer Bonn konzentrierte sich hauptsächlich auf die beiden Dinslakener Kreisläufer. Gorris nahm das Angebot dankend an und kam immer wieder aus acht, neun Metern zum erfolg. Wieder mal nicht zu halten war auch Max Reede. Wie Gorris warf auch der Halblinke, seit Wochen in Gala-Form, zehn Tore - und das, obwohl die Bonner Defensive ihn verstärkt und oft gleich mit mehreren Leuten parallel in die Mangel nahm.

Nach der Partie stand auch Trainer Harald Jakobs leicht fassungslos und schwer glücklich vor den feiernden Fans. "Diese Kulisse ist der Wahnsinn. Das haben die Jungs sich durch ihre guten Leistungen verdient. Ich habe ihnen immer gesagt, dass die Fans schon kommen würden, wenn wir entsprechend spielen. Und jetzt sind sie da, das ist schon schön zu sehen." Platz eins sei für den MTV-Coach "eine schöne Momentaufnahme und der Abschluss eines für uns perfekten Jahres." Es gibt eben nicht viele Vereine, die Oberligameisterschaft und Herbstmeisterschaft in der Regionalliga in einem Jahr feiern können.

Der Aufsteiger ist jetzt ganz oben. Die Chance ist angesichts der hochkarätigen und finanzstarken Konkurrenz groß, dass das nicht bis zum Ende der Saison bleiben wird. Aber darum geht es dem Aufsteiger, der ja eigentlich nur die Klasse halten wollte, auch gar nicht. Und vollkommen egal, wie lange das noch so bleiben wird: Diesen historischen Gänsehaut-Donnerstagabend kann Spielern und Fans keiner mehr nehmen ...

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