Tesch: "VfB ist klarer Favorit"

Tesch: "VfB ist klarer Favorit"

Handball: Nur zu einem einzigen Pünktchen reichte es für die Top-Niederrhein-Teams am Wochenende. MTV verschenkt beim 28:28 gegen Aachen den möglichen Sieg. Die Frauen des TuS Lintfort sind daheim gegen den Tabellenführer chancenlos.

Die Wölfe verlieren wieder bitter mit einem Tor Unterschied, genau so wie die Homberger. Samstag steht das Duisburger Derby auf dem Programm.

Das große Duisburger Handball-Derby steht vor der Tür. Wenn am kommenden Samstag die Wölfe Nordrhein aus Rheinhausen den VfB Homberg zum lokalen Kräftemessen in der Regionalliga in die Sporthalle an der Krefelder Straße laden, Anwurf ist um 18 Uhr, wird den Zuschauern ein echtes Tabellenkeller-Derby serviert. Die Wölfe Nordrhein sind nach der bitteren 26:27-Niederlage beim TV Jahn Köln-Wahn auf den letzten Platz der Regionalliga Nordrhein-Tabelle durchgereicht worden. Und die Homberger treten nach der 19:20-Heimpleite gegen Korschenbroich als Tabellenzehnter weiter auf der Stelle - während z.B die Konkurrenz aus Königshof kräftig Boden gutmacht.

In Köln standen die Zeichen für die Wölfe lange Zeit auf Sieg. 40 Minuten lang hatte die Mannschaft von Trainer Alex Tesch die Kölner problemlos im Griff. Doch der Komplett-Einbruch im letzten Viertel des Spiels kostete den Rheinhausern den Sieg. Die Sieben-Tore-Führung wurde fahrlässig aus der Hand gegeben. Am Ende standen die Gäste komplett ohne Punkte da. "Wir haben Köln 45 Minuten an die Wand gespielt und dann zehn Minuten kein Tor geworfen und keinen Druck mehr aus der Deckung gemacht", ärgerte sich Alex Tesch nach der Partie über die verschenkten Punkte. Für die Wölfe war es bereits die vierte Niederlage in Serie. Mit 8:24 Punkten steht die Tesch-Truppe nun auf dem letzten Tabellenplatz. Der Rückstand aufs vermutlich rettende Ufer beträgt aktuell nur zwei Pünktchen. Tesch: "Auch wenn Homberg mehr denn je der klare Favorit am Samstag ist: Bei uns wird ganz sicher keiner den Kopf in den Sand stecken."

Unglücklich lief es auch für den VfB Homberg, der in einem packenden Heimspiel gegen Korschenbroich mit 19:20 den Kürzeren zog. "Wir haben einen wahren Handball-Krimi und eine tolle kämpferische Leistung meiner Mannschaft erlebt", pustete VfB-Coach Achim Schürmann nach der Partie durch. Gerade mal sieben Tore ließ die VfB-Abwehr in der zweiten Halbzeit durch. "Das war eine richtige Abwehrschlacht mit sehr guten Torhütern auf beiden Seiten. Wir hätten am Ende eigentlich einen Sieg verdient gehabt", so Schürmann, der mitansehen musste, wie sein Team erst eine Vielzahl an freien Würfen nicht im TVK-Kasten unterbringen konnte, und dann auch noch Mats Wolf kurz vor Schluss den Siegtreffer für die Gäste erzielte. "Das war schon ganz bitter", so Schürmann, der den Fokus aber sofort nach Spielschluss schon aufs Derby gelegt hat: "Jetzt heißt es Mund abwischen und weiter machen."

Tabellenführer MTV Rheinwacht Dinslaken hat beim Heimspiel gegen Aachen unnötigerweise Federn gelassen. Keine zwei Minuten vor dem Abpfiff führte der Aufsteiger nach dem Tempogegenstoßtor von Robert Jakobs mit zwei Toren Vorsprung. Zwei fahrlässig weggeworfene Angriffe und zwei ganz bittere Entscheidungen des bis dahin eigentlich sehr gut pfeifenden Schiedsrichter-Duos Eelco und Robin Schmitz sorgten aber für Ernüchterung im MTV-Lager. Erst überhörten die Referees einen Timeout-Pfiff vor dem Ausgleichstreffer der Aachener, dann gaben sie ein reguläre Tor von Dennis Backhaus nicht. Am Ende stand ein bitteres 28:28-Remis, mit dem MTV-Trainer Harald Jakobs aber trotzdem zufrieden war. Denn die Vorzeichen für den MTV waren sehr schlecht. Mit Luca D'Auria, Max Reede und Robert Jakobs konnten gleich drei ganz wichtige Spieler während der Woche wegen Krankheit nicht trainieren. "Und vor diesem Hintergrund kann ich mit dem Punkt sehr gut leben", befand Jakobs nach der Partie. Nicht einverstanden war er mit den strittigen Schiedsrichterentscheidungen. "Das hat natürlich schon zum Ergebnis beigetragen, gerade in der entscheidenden Phase." Aber auch das ändere nichts daran, dass sein Team schon vorher den Deckel hätte drauf machen müssen. Der MTV, der am Samstag (19.30 Uhr) beim TV Aldekerk bestehen muss, führt die Tabelle aber weiterhin mit einem Punkt Vorsprung auf die SG Ratingen an.

Rein gar nichts zu holen gab es für die Frauen des TuS Lintfort in der 2. Liga. Gegen den Tabellenführer Buchholz-Rosengarten ging die Mannschaft von Bettina Grenz-Klein mit 27:37 kräftig baden. Bis zum 9:10 in der 22. Spielminute hielt der TuS sehr gut mit. "Wenn wir da nicht schon einige klare Chancen vergeben hätten, wäre die erste Halbzeit spannend verlaufen", zeigte sich Lintforts Trainerin Bettina Grenz-Klein durchaus zufrieden mit ihren Schützlingen. So aber stand es zur Halbzeit bereits 16:12 für "die beeindruckend starken Gäste" (Grenz-Klein), die mit sechs Toren in Serie zu Beginn von Halbzeit zwei die Partie endgültig für sich entschieden. "Wir haben ja auch viel richtig gemacht, aber das war wirklich schlecht", ärgerte sich die TuS-Trainerin über die schlappe Phase nach Wiederanpfiff. Nächsten Samstag geht's für den TuS zu Sachsen Zwickau.

(Niederrhein Verlag GmbH)