MSV verliert 2:3 gegen Union Berlin: Nackenschlag in letzter Minute

MSV verliert 2:3 gegen Union Berlin: Nackenschlag in letzter Minute

Es war ein Samstag zum Vergessen für den MSV Duisburg. Nicht nur, dass das Heimspiel gegen Berlin erst in der 89. Minute für die Köpenicker entschieden wurde - die Konkurrenz im Tabellenkeller punktete zu allem Überfluss auch noch fleißig.

Es lief gerade die 56. Minute in der Duisburger schauinsland-reisen-arena. Und es schien ein Tag ganz im Sinne des MSV Duisburg, der überraschenderweise ohne Kevin Wolze auf dem Feld antrat, zu werden. Soeben hatte Lukas Fröde seine Farben mit 2:1 in Führung geköpft. Eben jener Lukas Fröde, der zuletzt so viel Kritik einstecken musste. Der Fröde, über den sein Trainer Torsten Lieberknecht vor der Partie sagte: "Lukas spielt keine überzeugende Saison. Das weiß er selber. Und er selber macht sich am meisten Gedanken darüber. Aber ich werde ihm helfen, das wieder hinzubekommen." Fröde trat in einer Mischung aus Erleichterung und Wut gegen die Bande, ballte die Faust und ließ sich von seinen Kollegen feiern.

Zu diesem Zeitpunkt fragten sich wohl nicht nur die feierwütigen Berliner Anhänger im Gästeblock, wie es überhaupt so weit kommen konnte. Die Eisernen aus Berlin hatten den MSV in Halbzeit eins an die Wand gespielt. Und es hätte sich keinert beschweren können, wenn die Hauptstädter zur Halbzeit mit einer komfortablen Drei-Tore-Führung in die Kabine getrottet wären. Taten sie aber nicht. Weil sie ihre drückende Überlegenheit nicht in Tore ummünzen konnten, weil sie ihre hochkarätigen Chancen nicht zu Ende spielten, weil die Duisburger Havard Nielsen hatten. Der beste Mann in Zebrastreifen auf dem Platz war es, der nach dem Berliner Führungstreffer durch Robert Zulj in der 11. Minute kurz vor dem Halbzeitpfiff per Traumfreistoß auf 1:1 stellte - ein schmeichelhaftes Halbzeitergebnis aus Duisburger Sicht.

Dann kam die zweite Hälfte. Und in der war zunächst von der Duisburger Verunsicherung, die den Jungs in Weiß und Blau, außer Nielsen, in der ersten Hälfte noch aus jeder Pore tropfte, nichts mehr zu sehen. Nach dem 2:1 trat wieder das zutage, was dem MSV in dieser Spielzeit schon so viele Punkte gekostet hat: Die Zebras sind einfach nicht mehr wirklich in der Lage, eine Führung ruhig und souverän über einen längeren Zeitpunkt über die Runde zu bringen und zu verwalten. "Wir müssen einfach mal in der Lage sein, so einen Vorsprung zu halten", fand auch Havard Nielsen. In vielen Situationen kam auch noch Pech dazu. So auch diesmal: In der 64. Minute war es wieder Lukas Fröde, der im Mittelpunkt stand. Diesmal war ihm allerdings nicht zum Jubeln zumute, als er zentral vor dem eigenen Sechszehner wegrutschte, sein starker Gegenspieler Rober Zulj den unverhofften Raum nutzte und auf Marcel Hartel ablegte, der trocken ins kurze Eck zum Ausgleich traf.

Am Ende sah alles so aus, als würde es, wie auch in Berlin im Hinspiel, wieder auf ein 2:2 hinauslaufen. Damit hätte man in Duisburg gut leben können. Aber dann kam Sebastian Andersson in der 89. Minute und köpfte den MSV noch weiter in die Krise. Denn durch die Niederlage steht der MSV weiter auf dem 18. und letzten Tabellenplatz der Liga. Zu allem Überfluss aus Duisburger Sicht punkteten auch noch Ingolstadt und Aue im Tabellenkeller jeweils dreifach. Erzgebirge Aue ist der nächste Gegner der Duisburger am kommenden Sonntag. Torsten Lieberknecht sprach nach der Partie von einer "sehr unglücklichen, ungerechten Niederlage" und blickt relativ unverdrossen voraus: "Uns bleibt nichts anderes übrig, als nicht aufzugeben." Er muss aber auch eingestehen, dass das gerade nicht ganz einfach ist: "Es ist zur Zeit eine der härtesten Prüfungen. Wir werden weiterhin den Kopf oben halten." Man darf gespannt sein, ob Torsten Lieberknecht seine Jungs bis zum Aue-Spiel wieder aufgerichtet bekommt.