: Umbruch im Großen

: Umbruch im Großen

Nachdem fest steht, dass auch Dustin Bomheuer die Zebras verlässt, steht der MSV vor einem Komplett-Umbruch. Zum Testspiel-Aufgalopp gab’s einen lockeren 12:0-Sieg gegen den SV Wanheim. Im DFB-Pokal empfangen die Duisburger Greuther Fürth.

. Dustin Bomheuer dürfte zu den Spielern gehören, um die Ivo Grlic und Torsten Lieberknecht gekämpft haben. Nur: Der Kampf war umsonst. Bomheuer hat das MSV-Angebot nicht angenommen und spielt in der kommenden Saison – auch das noch – für den Ligakonkurrenten
1. FC Magdeburg. „Bomi“ wird als erfahrener Innenverteidiger und Ruhepol im Abwehrzentrum fehlen. Sein Abgang ist der 16. für den MSV nach dem Abstieg. Fix nicht mehr mit dabei sind auch Stanislav Iljutcenko und Andy Wiegel. Damit ist er endgültig perfekt, der Riesen-Umbruch bei den Duisburgern. „Ja, das ist schon ein ziemlich großer Umbruch“, redet auch Sportchef Ivo Grlic nicht lange um den heißen Brei. Und schiebt schnell hinterher: „Aber jeder Umbruch ist ja auch eine Chance.“

Damit hat er recht. Fakt ist aber auch, dass Trainer Torsten Lieberknecht zumindest aufreibende Wochen und Monate bevor stehen. Denn aus seiner alten Truppe sind ihm nur Tim Albutat, Moritz Stoppelkamp, Lukas Daschner, Ahmet Engin, Migel-Max Schmeling, Vincent Gembalies und Joe Gyau geblieben. Dazu kommt noch Rückkehrer Thomas Blomeyer, der bei Lieberknecht in der vergangenen Saison jedoch keinen bleibenden Eindruck hinterlassen hatte und zuletzt an die Sportfreunde Lotte ausgeliehen war.

Vermutlich war Torsten Lieberknecht schon klar, dass der Neuanfang eine Mammutaufgabe für ihn wird. Ob ihm das gesamte Ausmaß des Aderlasses von Anfang an aber bewusst war, darf bezweifelt werden. In Selbstmitleid versinken will der Chefcoach deswegen noch lange nicht, „aber klar, den ein oder anderen Spieler hätten wir natürlich gerne gehalten.“ Nun sei es eben „eine sehr große Herausforderung“, die ihm da bevorstehe. „Wir haben eine neu zusammen gesetzte Mannschaft und eine 3. Liga, die sich von den Namen der Teams eher nach einer ganz alten 2. Liga anhört.“ Rund zehn Teams hat Lieberknecht ausgemacht, die sich berechtigte Hoffnungen auf den Aufstieg in Liga zwei machen. Eines der Teams soll sein MSV sein. Um zu sehen, dass ein großer Umbruch auch Schwierigkeiten mit sich bringt, reicht ein Blick nach Braunschweig. Aber egal, davon will der MSV sich nicht ablenken lassen und schaut auf sich.

Damit sich das Team findet, geht es für die Zebras vom 29. Juni bis zum 7. Juli ins Trainingslager. Während der Duisburger Tross zuletzt im Schatten des Wilden Kaisers residierte, geht es dieses Jahr ins holländische Mierlo. „Bei so vielen neuen Spielern macht das extrem Sinn, ins Trainingslager zu gehen“, findet Ivo Grlic.

Die Verkündung von Neuzugängen wird sich auch in den kommenden Tagen fortsetzen. Denn noch ist der MSV-Kader nicht komplett. Am Wochenende verkündete Grlic die Verpflichtung von Stürmer Vincent Vermeij, der von Heracles Almelo kommt. Grlics Ziel: „Bis zum Trainingslager wollen wir komplett sein.“

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