MSV Duisburg verliert 2:4 gegen Ingolstadt

MSV Duisburg verliert 2:4 gegen Ingolstadt : Zebras nutzen ihre Chancen nicht

Der MSV Duisburg hat das „Sechs-Punkte-Spiel“ gegen den FC Ingolstadt daheim mit 2:4 verloren. Womit die Kellerkinder auch die Plätze tauschten - der MSV ist jetzt Tabellenletzter. In einer turbulenten zweiten Halbzeit wurden Trainer Torsten Lieberknecht und Manager Ivo Grlic auf die Tribüne geschickt.

Spieler und Trainer haderten nach dem Spiel vor allem mit den vergebenen Chancen und versuchten, den Ärger über den keinesfalls souveränen Schiedsrichter Robert Kempter zu unterdrücken. Gegenüber freute sich Tomas Oral bei seinem zweiten Einstand als Ingolstadts Trainer, dass sein Team den von Lieberknecht prophezeiten Abnutzungskampf für sich entscheiden konnte.

Nach einem leichten Übergewicht der Gäste in den ersten zehn Minuten inklusive einer guten Chance in der 8., die Wiedwald aber klären konnte, kam der MSV besser ins Spiel und auch zu einem Chancenplus. Allein Stoppelkamp hätte zweimal für die Führung sorgen können, schoss in der 11. Minute aber übers Tor, sein Schuss in der 31. Minute wurde abgeblockt. Im Gegenzug kam Ingolstadt zur zu diesem Zeitpunkt glücklichen Führung; Lezcano verlängerte eine Flanke per Kopf unhaltbar für Wiedwald ins Tor.

Bis zum Pausenpfiff passierte nicht mehr viel. Dafür kam der MSV Duisburg auch gedanklich schneller aus der Kabine. Keine halbe Minute war um und das Stadion bebte unterm Torjubel. Cauly Souza hatte sich am rechten Flügel stark durchgesetzt und sauber vors Tor geflankt, wo Iljutcenko zum Ausgleich einköpfte. Was auch insofern bemerkenswert war, weil der MSV ansonsten vor allem im Mittelfeld nahezu sämtliche Kopfballduelle dieses Spiels verlor.

Den Auftrieb aus dem Blitzstart konnten die Zebras dann allerdings nicht weiter nutzen, ließen sich im Gegenteil von den Schanzern hinten einschnüren und bekamen minutenlag den Ball kaum aus dem eigenen Strafraum heraus. Joseph Baffoe, der bei seinem Debüt für den MSV mit Routinier Enis Hajri die Not-Innenverteidigung bildete und insgesamt noch keinen sicheren Eindruck machte, traf nach einer Stunde eine ganz seltsame Entscheidung, als er eine flach hereinkommende Flanke mit einem Kopfball knapp über der Grasnarbe aufhielt und dabei - so sah es jedenfalls Schiedsrichter Robert Kempter - den Ball an die Hand bekam. Noch bevor erneut Lezcano Wiedwald zum 1:2 vom Punkt aus verlud, wurde schon ordentlich Zeit von der Uhr genommen; Torsten Lieberknecht musste nach einer Schimpftirade auf die Tribüne; Sportdirektor Grlic tat es ihm gleich und wurde wenige Minuten später ebenfalls des Innenraums verwiesen.

Im jetzt sehr intensiven Spiel mit vielen Freistößen und noch mehr Wortgefechten setzte der MSV vor allem auf hohe Bälle in den Strafraum. Baffoe hätte beinahe für Wiedergutmachung gesorgt, traf aber nur den Pfosten (74.). Nochmal Stoppelkamp hätte dann fünf Minuten später einen Konter zum Ausgleich abschließen können, scheiterte nach 40 Metern Sprint aber an Ingolstadts Schlussmann Tschauner, der auch den Kopfball des eingewechselten Verhoek (85.) parierte.

Als in der 89. Minute Kittel den unglücklichen Baffoe aussteigen ließ und zum 1:3 einschob, schien das die Entscheidung zu sein. Doch in der zurecht fünfminütigen nachspielzeit brachte Wolze den MSV mit einem direkt verwandelten Freistoß nochmal ran, bevor der eingewechselte Pledl mit dem Schlusspfiff den Deckel draufmachte.

Ingolstadt ist damit punktgleich mit dem MSV und aufgrund des besseren Torverhältnisses nicht mehr Letzter, hat allerdings ein Spiel mehr als die Zebras. Das bedeutet, dass der MSV Duisburg im Nachholspiel am Mittwoch gegen Tabellenführer Köln eigentlich zum Sieg verurteilt ist.

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