MSV Duisburg spielt Remis gegen Stoke City

MSV ist bereit für den Ligaauftakt : Ein Spiel, das Mut macht

Der MSV Duisburg trennt sich bei der Generalprobe vor dem Start in die 3. Liga nach 90 Minuten mit 1:1 vom englischen Zweitligisten Stoke City. Am Ende halten die Zebras den Cup der Traditionen in den Händen, weil die Engländer keine Lust auf ein langes Elfmeterschießen haben. Die wesentlich wichtigere Erkenntnis ist aber: Die Lieberknecht-Elf spielte stark und scheint für den Saisonstart gewappnet.

Die bange Frage nach dem Riesen-Umbruch und vor der Partie der Traditionsclubs war berechtigt: Wo steht er denn jetzt, der MSV Duisburg? Die Antwort ist noch nicht eindeutig. Aber die Anzeichen, dass Torsten Lieberknecht es schaffen wird, eine schlagkräftige Truppe ins Rennen um die vorderen Plätze der 3. Liga zu schicken, mehren sich. Die komplett neu zusammengewürfelten Zebras waren vermutlich selber auch gespannt, wie sie sich gegen den zweitältesten Club der Welt präsentieren würden. Denn einen solch massiven Personalwechsel haben die meisten MSV-Akteure auch selber noch nicht mitgemacht.

Gegen Stoke überzeugte der MSV gerade in der starken ersten Hälfte. Und das gleich auf mehreren Ebenen. Neben dem erwartbaren Tempo war da viel Struktur, Kontrolle und Flexibilität im Spiel der Duisburger. Leo Weinkauf im Kasten strahlte Übersicht, Ruhe und Sicherheit aus und war in den wenigen brenzlichen Situationen zur Stelle. Seine Abwehrkette vor ihm hatte in Marvin Compper einen Chef, der alles im Griff hatte und das Spiel klug und ruhig von hinten aufzog. Lukas Boeder spielte solide und hatte Glück, dass sein haariger Fehlpass in Hälfte eins nicht bestraft wurde. Einen ganz starken Eindruck hinterließ Joshua Bitter auf der rechten Abwehrseite: zweikampfstark, gallig und mit viel Tempo und Zug nach vorne ausgestattet. Arne Sicker spielte solide, hat nach seiner Zwangspause aber noch Luft nach oben.

Das Mittelfeld mit Tim Albutat, Yassin Ben Balla, Lukas Daschner, Moritz Stoppelkamp und Connor Krempicki funktioniert. Ständig in Rotation begriffen und mit viel Spielwitz und Zug zum Tor ausgestattet übernahm die MSV-Schaltzentrale in Halbzeit eins eindeutig die Kontrolle über das Spiel.

Lukas Daschner merkt man die Befreiung nach dem Umbruch an. Er war es, der für Gefahr und die nicht erwartbaren, besonderen Momente im Spiel nach vorne sorgte. Einen starken Eindruck hinterließ auch Yassin Ben Balla, nicht nur wegen seiner Top-Vorlage zum 1:0 durch Vincent Vermeij. Vermeij machte durch das Tor auf sich aufmerksam, hat in Sachen Präsenz und Ballkontrolle aber auch noch ein wenig Luft nach oben. Sein Vertreter Petar Sliskovic knüpfte an die solide Leistung Vermeijs an.

Die Startelf gegen Stoke dürfte auch die Startelf gegen Großaspach (siehe Infokasten) sein - wenn denn keine Verletzungen mehr dazwischen kommen. Die Fans, die am Samstag kommen, dürfen sich freuen: Denn da wird ein neuer, sehr erfrischend und ansehnlich spielender MSV auf dem Rasen der schauinsland-reisen-arena stehen ...

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