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MSV Duisburg spielt in der 3. Liga 0:0 gegen Hansa Rostock

Dezimierter MSV trennt sich im Liga-Topspiel 0:0 von Hansa Rostock : Auf dem Zahnfleisch

Der MSV Duisburg schleppt sich dem Ligaende entgegen. Trotz eines Riesen-Lazaretts holten die Zebras im Spitzenspiel gegen Verfolger Hansa Rostock einen Punkt und stehen vorerst auf dem Relegationsrang.

Not macht erfinderisch. „Mal sehen, ob wir noch genügend gesunde Spieler zusammen bekommen“, stönte Torsten Lieberknecht schon nach dem KFC-Spiel, in dessen Folge er neben Stoppelkamp und Bitter auch die Ausfälle von Gembalies, Sicker, Compper und Karweina verkraften musste. Immerhin gab Stürmer Vincent Vermeij wieder grünes Licht. Die große Überraschung: Youngster Darius Ghindovean durfte in der ersten Elf debütieren. Die MSV-Abwehr musste ausgerechnet für das so richtungsweisende Liga-Topspiel verletzungsbedingt umgestellt werden: Neben Matze Rahn, der im Zentrum eine starke Partie ablieferte, verteidigten Migel Max Schmeling und Lukas Boeder. Und auf der Bank sah man die Personalnot in Form von Torwart Jonas Brendieck im Spielertrikot.

Es war gerade eine Minute gespielt, da wackelte das neue Zebra-Defensivkonstrukt direkt gewaltig. Matthias Rahn ließ sich überlupfen, aber Pascal Breier verzog alleine vor Leo Weinkauf, der nach seinem Patzer in Düsseldorf natürlich besonders im Fokus stand. Vorne pressten Vermeij, Daschner und Ghindovean, die besseren Möglichkeiten hatten aber die starken und selbstbewussten Gäste - allerdings spielten sie ihre gut vorgetragenen Angriffe zunächst nicht zu Ende. Die Hausherren bemühten sich um Spielkontrolle. Und sie forderten in der 33. Minute vehement einen Elftmeterpfiff, nachdem Lukas Daschner gleich zwei Mal im Strafraum fast gefällt worden ist, aber auf den Beinen blieb. Die Pfeife von Referee Harm Osmers blieb jedoch stumm und das Spiel weiter ausgeglichen. Das war auch nach 45 Minuten so. Ein Ergebnis, über das sich die Duisburger nicht beklagen konnten.

Zu Beginn von Durchgang zwei war das unauffällige Debüt von Ghindovean beendet, für ihn übernahm Leroy Mickels. Die erste Möglichkeit hatten wieder die Rostocker, aber Hanslik scheiterte am aufmerksamen Leo Weinkauf. Auf der Gegenseite hätte es in der 54. Minute Strafstoß für die Zebras geben müssen, aber das Foul an Boede beim Kopfballversuch im Hansa-Strafraum wurde nicht geahndet. In Minute 67 war Hansas Aaron Opoku frei durch; aber Leo Weinkauf reagierte goldrichtig und blockte den Schuss mit der Brust. Drei Minuten später hätte das Topspiel fast ein verrücktes Kapitel geschrieben. Aber der Kopfballversuch von Ex-Zebra John Verhoek strich knapp am MSV-Kasten vorbei. Die MSV-Spieler wirkten nun müde, die Gäste erhöhten weiter den Druck und gingen mehr auf Sieg als die Gastgeber. Nachdem Pepic sieben Minuten vor Schluss knapp verzog, peitschte Hansa-Coach Jens Härtel seine Jungs mit energischen „Weiter“-Schreien nach vorne. Aber der MSV, der in Yassin Ben Balla seinen besten Spieler und durch Mickels noch eine gute Torchance hatte, hielt dem Druck bis zum Schluss stand. Und so blieb es beim 0:0, dem an diesem Tag für den arg dezimierten MSV wohl besten Ergebnis.

Durch die Siege der Konkurrenz um den Aufstieg nimmt das Saisonfinale immer dramatischere Züge an. Braunschweig (58 Punkte) ist nun einen Punkt vor dem MSV, denen die punktgleichen Würzburger, Rostock (55) und Mannheim (54) im Nacken sitzen.