1. Sport
  2. MSV

MSV Duisburg spielt im Heimspiel gegen den FC Carl Zeiss Jena nur 1:1

MSV spielt im ersten Heimgeisterspiel gegen Jena nur 1:1 : Schuss ins Leere

Der MSV Duisburg hat das erste Geisterspiel in der heimischen schauinsland-reisen-arena gegen den Tabellenletzten aus Jena ordentlich in den Sand gesetzt. Gegen das abgeschlagene Liga-Schlusslicht gab es nach Führung und erschreckend schwacher zweiter Halbzeit ein ziemlich ernüchterndes 1:1-Remis.

So leer war die schauinsland-reisen-arena bei einem offiziellen Auftritt der Zebras noch nie - den Cup der Traditionen mal ausgenommen. Und die wenigen Menschen, die außerhalb des Rasens beim Drittligaauftritt des MSV gegen Carl Zeiss Jena dabei sein durften, mussten sich gemäß der DFB-Auflagen auch noch hinter Masken verstecken. Die gespenstische Atmosphäre im weiten Rund passte zum ersten Geisterheimspiel des MSV Duisburg.

Die Hausherren blickten vor dem Anpfiff zwar noch leicht irritiert in Richtung leerer Ränge, ließen sich von der ungewohnten Kulisse in ihrem Wohnzimmer aber nicht aus dem Tritt bringen. Die Lieberknecht-Elf war nach der bitteren München-Pleite auf Wiedergutmachung aus. Und genau so begann sie auch. „Wir brauchen den Ball“, hatte Torsten Lieberknecht vor der Partie betont, seine Spieler nahmen ihn beim Wort. Bereits nach 38 Sekunden doppelpassten sich Leroy Mickels und Tim Albutat schön durch die gegnerischen Reihen - nur Nico Hammanns Bein verhinderte die frühe Zebra-Führung. Zwei Minuten später kam Vincent Vermeij nach etwas zu kurzer Sicker-Flanke im Sturmzentrum nicht an den Ball. Wieder nur 120 Sekunden später verpasste es Connor Krempicki, den frei stehenden Niederländer zu bedienen, und verzog knapp. Die Gastgeber drückten weiter, das abgeschlagene Tabellenschlusslicht konnte sich nur selten dem Druck des Tabellenführers entziehen. In Minute 14 war es dann aber so weit: Tim Albutat flankte klug aus dem Halbfeld auf Vermeij, der souverän zur überfälligen Führung einnickte.

Nach 25 Minuten war Torsten Lieberknecht zum Wechsel gezwungen, weil Arne Sicker sich beim Sprint wohl eine Muskelverletzung zuzog; für ihn kam Lukas Scepanik. Die Gäste waren nun besser in der Partie, trauten sich mehr zu und kamen das ein oder andere Mal gefährlich in die Nähe des Gehäuses von Leo Weinkauf. Doch der MSV berappelte sich wieder: Fünf Minuten vor dem Pausenpfiff hatte Yassin Ben Balla die Riesenchance aufs 2:0, vergab aber nach Eckball von Moritz Stoppelkamp freistehend per Kopf. Kurz darauf konnte wieder Hammann den Schuss von Krempicki vor der Linie klären, der anschließende Stoppelkamp-Freistoß streifte die Latte. Mehr passierte nicht mehr in Hälfte eins.

In Durchgang zwei blieb Marvin Compper in der Kabine, für ihn durfte Youngster Vincent Gembalies ran. Dem Spiel des MSV tat das erstmal nicht gut. Erst prüfte Daniele Gabriele Leo Weinkauf per Fernschuss, dann hatte Jannis Kübler die Möglichkeit auszugleichen, verzog aber aus bester Position deutlich. Und kurze Zeit später musste Weinkauf zwei Mal gegen Joy Lance Mickels in höchster Not klären. Jetzt war es der MSV, der hinten nicht mehr raus kam, zu behäbig und kompliziert agierte und kaum noch für Entlastung sorgte - ,die fällige Strafe folgte in der 62. Minute, als der schnelle Tim Kircher Weinkauf im kurzen Eck mit einem von Vermeij abgefälschten Schuss auf dem falschen Fuß erwischte.

Das Spiel wog jetzt hin und her und ging in seine entscheidende Phase: Fast hätte Vermeij wieder auf 2:1 gestellt, sein Kopfball ging aber deutlich über den Jena-Kasten. Auf der Gegenseite war wieder Weinkauf gegen Mickels’ Volleyschuss zur Stelle. Der MSV drückte nun mit Lukas Daschner für Connor Krempicki auf das Führungstor - ein Remis wäre viel zu wenig für die Zebras. Aber die Gäste warfen sich in jeden Zweikampf und versuchten so dem weitestgehend mittellosen MSV den Schneid abzukaufen. Die bisher beste MSV-Möglichkeit in Durchgang zwei verpasste Leroy Mickels, der nach starkem Zuspiel von Lukas Daschner gegen den herauseilenden Jo Coppens im FC-Tor leicht zu spät kam. Am Ende wurde es nochmal dramatisch: Erst scheiterte Vermeij aussichtsreich, dann hatte Donkor die Riesenmöglichkeit zum Sensationssieg - doch Weinkauf bewahrte seine Elf vor der Blamage.

„Wir wussten, dass Jena nichts mehr zu verlieren hat. Aber wir haben es erst verpasst, ein weiteres Tor nachzulegen und haben dann in der zweiten Halbzeit einfach nicht mehr gut kombiniert“, gab Tim Albutat zu. Das abgefälschte Gegentor passe „zu unserer momentanen Situation“, so Albutat: Aus den vergangenen sechs Partien hat der MSV nur vier Punkte geholt. Albutat: „Das ist gerade ein Lernprozess für unser Team. Aber es ist ja nichts verloren, wir sind immer noch voll oben mit dabei.“