MSV Duisburg im Trainingslager in den Niederlanden

MSV Duisburg im Trainingslager : Wo stehen die Zebras?

Die Zebras sind seit vergangenem Samstag im Trainingslager im niederländischen Mierlo. Teambuilding steht dabei an erster Stelle. Zwei bis drei Neuzugänge sollen in den kommenden Tagen noch zum Team stoßen. Bei den Zebras geben sich die Verantwortlichen, trotz gewisser Ungewissheit, zuversichtlich. Marvin Compper kommt für zwei Jahre.

Teambuilding ist das große Stichwort beim Trainingslager des MSV Duisburg im niederländischen Mierlo. Der Kader der Zebras ist nach dem Abstieg und dem Riesen-Umbruch quasi komplett neu zusammengewürfelt. Nun gilt es, sich zu finden, sich weiter einzuspielen. MSV-Chefcoach Torsten Lieberknecht hat bei den Trainingseinheiten in Holland „eine hohe Bereitschaft, sich zu quälen und sich gegenseitig zu motivieren“ beobachtet. Auch, wie sich seine Jungs seit vergangenem Samstag im Sporthotel Hup, das einem großen Sport-Spielplatz gleicht, in Mierlo geben, imponiert ihm. „Sie bleiben nach dem Essen lange zusammen am Tisch sitzen und quatschen noch. Und sie machen hier auch im Hotel viel gemeinsam. Das gefällt mir sehr gut.“

Fakt ist, dass bei den Zebras personell noch nachgebessert werden musste. Lieberknecht: „Wir sind auf den Offensivpositionen und im Mittelfeld gut besetzt, da mache ich mir keine Gedanken. Und das hat mir in den Testspielen, gerade gegen Wuppertal, schon sehr gut gefallen.“ Ganz dringend brauchte MSV-Coach Torsten Lieberknecht noch mindestens einen zusätzlichen erfahrenen Mann für die Innenverteidigung. Und Sportchef Ivo Grlic präsentierte ihm am Dienstag einen. Mit Ex-Nationalspieler Marvin Compper (34) bekommt der MSV massig Kompetenz und Erfahrung in der zentralen Abwehr. „Mit ihm haben wir genau den erfahrenen Innenverteidiger, den ich haben wollte“, freute sich Grlic über den gelungenen Coup mit Compper, der zuletzt für Celtic Glasgow am Ball war. Abgeschlossen ist die Transferphase deshalb aber noch nicht. „Vielleicht holen wir noch einen Innenverteidiger und auch noch einen Torwart“, will sich Grlic nicht festlegen.

Gute Laune trotz harter Arbeit bei Torsten Lieberknecht. Foto: NVM/Nico Herbertz

Über weitere potenzielle Neuzugänge will Torsten Lieberknecht aber nicht spekulieren. „Ich konzentriere mich komplett auf die, die hier sind.“ Klar, hätte Lieberknecht seine Truppe „gerne schon final komplett hier im Trainingslager gehabt“. So war es aber nicht. Und so sei es bis vor dem Compper-Transfer „fast unmöglich, hier eine Viererabwehrkette sich einspielen zu lassen“. Also musste improvisiert werden. „Ich hoffe aber trotzdem, dass wir das im Laufe der Vorbereitung noch hin bekommen und dann auch komplett sind. Es kann aber auch sein, dass sich das bis nach dem Stoke City-Spiel zieht.“ Ivo Grlic versteht den Wunsch seines Trainers nach einem frühzeitig kompletten Kader, sieht sich angesichts des Compper-Coups aber auch bestätigt: „Es ist nun mal so, dass man bei Spielern, die man unbedingt verpflichten will, auch mal geduldig sein und etwas länger auf eine Zusage warten muss.“

Basti Neumann ist ein erfahrener, drittligaerprobter Mann für die Innenverteidigung und nach seinem monatelangen Ausfall quasi ein Neuzugang. Aber er trainiert noch dosiert, wurde in Mierlo nur vorsichtig an intensivere Zweikämpfe im Mannschaftstraining herangeführt. „Wir müssen da ganz vorsichtig vorgehen und hoffen, dass er keine Schmerzen hat“, warnt Lieberknecht. Und auch Ivo Grlic bremst die Erwartungshaltung: „Er hatte eine große Operation, war sehr lange draußen. Er wird noch Zeit brauchen, um wieder bei 100 Prozent zu sein.“

MSV-Präsident Ingo Wald will den Aufstieg. Foto: NVM/Nico Herbertz

Zeit ist ein gutes Stichwort. Die Frage ist doch: Reicht die Zeit für Lieberknecht und sein Trainerteam, die Mannschaft bis zum Saisonstart voll auf Kurs zu bekommen? Lieberknecht bleibt da defensiv und sieht es so: „Ich tue mich schwer zu sagen, wo wir am ersten Spieltag stehen werden. Denn so eine Situation hatte ich ja auch noch nicht. Ich habe aber natürlich das Bestreben, eine Mannschaft zu haben, die zum Saisonstart voll auf Leistung ist.“ Das Ziel, oben mitzuspielen und am Ende möglichst aufzusteigen, bleibe – trotz aller Personalsorgen. „Ob wir das schaffen, werden wir sehen. Wo wir stehen, werden wir sehen wenn die Liga läuft. Ich glaube an die Mannschaft und bin vorsichtig optimistisch. Alle wollen den schnellen Erfolg, ich hätte gerne das gute Ende.“ Das hätte natürlich auch MSV-Präsident Ingo Wald gerne: „Wir werden nach dem großen Umbruch ein wenig Zeit brauchen um uns zu finden. Ich rechen damit, dass wir vier fünf Spiele brauchen werden um uns einzuspielen. Und ich hoffe, dass wir zum Saisonstart gegen Teams spielen, die selber noch im Umbruch sind.“ Wald bleibt bei seiner Aussage, dass die 3. Liga für den MSV ein Tod auf Raten bedeute. Der Aufstieg ist und bleibt das große Ziel. Acht oder neun Teams hat er ausgemacht, die das Zeug zum Aufstieg haben. „Am Ende gibt es drei Gewinner und fünf oder sechs Verlierer. Ich will nicht zu den Verlieren gehören.“