MSV Duisburg besiegt Viktoria Köln mit 2:1

: Späte Erleichterung

45 Minuten lang tat der MSV Duisburg sich im Heimspiel gegen Viktoria Köln ziemlich schwer. In Hälfte zwei lief es besser. Doch es brauchte einen Torwartpatzer kurz vor Spielschluss, um den MSV, der die Tabellenführung ausgebaut hat, auf die Siegerstraße zu bringen.

. Eigentlich sollte es in der schauinsland-reisen-arena das Duell der treffsichersten Spieler der 3. Liga geben. Doch daraus wurde nichts. Denn Albert Bunjaku stand zwar für die Gäste aus Köln auf dem Platz, aber Moritz Stoppelkamp, vor Anpfiff ebenfalls mit elf Saisontreffern dekoriert, musste kurzfristig wegen einer Magen-Darm-Erkrankung passen. Und so musste Stoppelkamp kampflos zusehen, wie sich Bunjaku in der Torschützenliste auf den alleinigen ersten Platz schob.

Der MSV bemühte sich zu Beginn des Spiels, auch ohne seinen Top-Scorer Druck aufzubauen, aber der Schuss ging nach hinten los. Nach 23 ziemlich ereignislosen Minuten spielte eben der besagte Bunjaku seine Erfahrung aus, ließ den jungen Vincent Gembalies im Eins-gegen-Eins ganz alt aussehen und schoss zur überraschenden 1:0-Gästeführung ein. Dem MSV fiel gegen die tief stehenden Domstädter nach vorne im Anschluss zunächst wenig ein. Zumindest bis zur 43. Minute. Da klappte das MSV-Kombinationsspiel ein Mal. Am Ende war es Vincent Vermeij, der nach schönem Albutat-Pass aus elf Metern komplett blank überlegt zum 1:1 einnetzte.

In Halbzeit zwei wollten die Gastgeber es von Anfang an besser machen - und sie wollten den Sieg. Nach acht gespielten Minuten im zweiten Durchgang war es wieder Vermeij, der nach schöner Kombination von der Strafraumgrenze abzog und Viktoria-Keeper Sebastian Patzler zur Glanzparade zwang. Der Druck auf den Aufsteiger wuchs nun von Minute zu Minute. In der 60. Spielminute hatte Leroy Mickels die Führung auf dem Kopf, verzog aber knapp. Drei Minute später kam Lukas Daschner nach Bitter-Flanke leicht zu spät. Wieder drei Zeigerumdrehungen später hätte Mickels frei vor Patzler das 2:1 erzielen müssen, scheiterte aber mit seinem unplatzierten Schuss. In den Schlussminuten gelang es den tapferen Gästen, sich ein wenig zu befreien.

Und als alle Duisburger schon glaubten, sich mit einem Punkt begnügen zu müssen, trat in der 85. Minute der kurz zuvor eingewechselte Lukas Scepanik auf den Plan . Seinen Flatterfreistoß aus 20 Metern hatte der zuvor wirklich stark haltende Patzler schon, ließ ihn dann aber doch noch durch die Finger und zur Entscheidung ins Netz flutschen. Und MSV-Sportchef Ivo Grlic hatte nach Spielende im Spielertunnel recht als er sagte, dass ihm Patzler ziemlich leid tue. „Er hat vorher überragend gehalten und sein Team im Spiel gehalten. Da hatten wir natürlich einiges an Glück.“ Aber, so ergänzte der Sportdirektor, „dieses Glück haben wir uns auch erarbeitet. Wir waren drückend überlegen in der zweiten Halbzeit und der Sieg geht absolut in Ordnung. Ein Remis wäre für uns alle enttäuschend gewesen.“ Das sah auch Gästetrainer Pavel Dotchev so. „Es ist bitter für uns, aber der Sieg ist wegen der zweiten Halbzeit für den MSV verdient.“

Durch den Erfolg hat der MSV an der Spitze seinen Vorsprung auf die Verfolger ausgebaut. Fünf Punkte ist der MSV dem FC Ingolstadt voraus. Halle, der nächste Gegner der Zebras, ist auf Platz drei sechs Punkte zurück. Platz für zu viel Euphorie lässt Ivo Grlic aber nicht. „Wir müssen jetzt fokussiert bleiben. Schließlich wollen wir die Tabellenführung verteidigen. Aber in Halle wird es richtig schwer für uns, das ist eine starke, erfolgreiche Truppe.“

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