MSV Duisburg Abstieg

MSV verabschiedet zwölf Spieler : Ein Spiegelbild der Saison

Der vorerst letzte Auftritt des MSV Duisburg in der 2. Bundesliga endete mit einer deutlichen 0:3-Niederlage beim Hamburger SV. Das Spiel spiegelte ziemlich deutlich genau die Probleme, die dem MSV in der abgelaufenen Spielzeit sportlich das Genick gebrochen haben. Nun geht der Fokus in Richtung Kaderplanung für die kommende Saison.

. Es war wohl kein Zufall, dass nach dem Abpfiff Joe Gyau und Lukas Daschner den Duisburger Pressevertretern Rede und Antwort standen. Beide haben noch einen Vertrag für die kommende Spielzeit, beide werden, Stand jetzt, wohl für den MSV in der 3. Liga auflaufen. Bei vielen ihrer Mannschaftskameraden wäre die Antwort auf die sportliche Zukunft wohl nicht so konkret ausgefallen. Und genau da liegt die Herausforderung, die Sportchef Ivo Grlic seit etlichen und in den kommenden Tagen meistern muss: Wer aus dem aktuellen Kader darf/soll/muss bleiben? Wie schafft Grlic es, mit vermutlich arg überschaubarem Etat eine schlagkräftige Truppe ins Rennen um den in Duisburg so bitter benötigten Wiederaufstieg zu schicken? Gelingt es eine Mischung aus jungen (Schmeling, Daschner, Gembalies, Brendiek) und erfahrenen Spielern wie Schnellhardt, Albutat, Mesenhöler, Bomheuer, Neumann, Fröde, Iljutcenko, Gyau, Wiegel zusammen zu zimmern? Wer ist wirklich bereit, im Gegensatz zum Status Quo auf Gehalt zu verzichten? Und was macht der in der Winterpause als Kapitän demontierte Kevin Wolze? Viele Fragen, viele Baustellen. Es wird also alles andere als eine entspannte Sommerpause. Die Zielsetzung ist für Grlic, der auf „Hingabe, Bereitschaft zum Kampf, harte Arbeit und unbedingten Siegeswillen“ setzt, klar: „Egal, wie der Kader aussieht. Wir wollen oben mitmischen.“

Aber bevor der Blick in Richtung neue Saison geht, lohnt es sich, noch mal auf das Hamburg-Spiel zu blicken. Dieses Spiel war quasi die Essenz einer verkorksten Saison. Der MSV hatte seine Chancen, vergab diese aber teilweise, so wie Havard Nielsen und Borys Tashchy in Hälfte zwei, kläglich. Der MSV konnte spielerisch mithalten, patzte aber wieder nach Standards und in den entscheidenden Momenten. „Wir haben eigentlich ganz gut mitgehalten, waren nur bei den Standards gegen die großen Hamburger nicht präsent“, hatte Lukas Daschner beobachtet. Das sah auch sein Coach in der Pressekonferenz nach dem Spiel in Hamburg nicht anders: „Wir haben wieder viel zu einfache Gegentore bekommen und verdient verloren.“ Bei der Diskussion um die wieder mal nicht sattelfeste Abwehr darf aber auch nicht vergessen werden: Wirklich viel und nachhaltigen Druck auf das HSV-Gehäuse brachte der über 90 Minuten betrachtet ziemlich harmlose MSV nicht zustande.

Am Montag kam die aktuelle Mannschaft des MSV noch mal an der Westender Straße zusammen. Es wird ein emotional schwieriges Treffen gewesen sein. Denn in dieser Konstellation wird das Team nie wieder gemeinsam auf dem Platz stehen. Bereits verabschiedet wurden: Enis Hajri, Young-Jae Seo, Joseph Baffoe, Gerrit Nauber, John Verhoek, Cauly Souza, Christian Gartner, Boris Tashchy, Jan-Niklas Pia, Havard Nielsen, Yanni Regäsel und Felix Wiedwald.

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