MSV Duisburg 1. FC Heidenheim 2. Bundesliga

Zebras verlieren 3:4 und steigen ab : Das war’s für den MSV

Jetzt ist es endgültig offiziell: Der MSV Duisburg ist abgestiegen. Weil der Keller-Konkurrent aus Ingolstadt sein Heimspiel gegen Darmstadt mit 3:0 gewann, war es letztendlich nicht mehr entscheidend, dass die Zebras im Heimspiel gegen Heidenheim mit 3:4 verloren.

Nach dem Abpfiff, als es endgültig klar war, dass der Klassenerhalt passé ist, standen sie da im Mittelkreis, die MSV-Spieler. Mit hängenden Köpfen, verschränkten Armen und mussten auch noch die gellenden Pfiffe und die „Absteiger, Absteiger“-Chöre des eigenen Anhangs aus der Nordkurve über sich ergehen lassen. Sie gingen trotzdem zur Kurve und holten sich die geballte Wut und Enttäuschung der Fans ab. Dort wurde es dann nochmal richtig fies, denn einige „Fans“ wollten Stanislav Iljutcenko und Enis Hajri an den Kragen, so dass der Security-Dienst einschreiten musste. Gleichzeitig lieferte sich Lukas Fröde ein heftiges Wortgefecht mit den aufgebrachten Anhängern. „Der Weg zu den Fans war schon ein ganz bitterer. Ich verstehe aber auch, dass sie so sehr enttäuscht sind, uns geht es nicht anders. Wir konnten unsere Mini-Chance leider nicht nutzen“, meinte der glücklose Havard Nielsen nach dem Abpfiff im Spielertunnel.

Ganz tief saß auch die Enttäuschung bei Torsten Lieberknecht. „Die Fans und wir hatten die Hoffnung, das ganz große Wunder zu erleben. Schade, dass das nicht geklappt hat. Wir sind abgestiegen und das tut unheimlich weh.“ Der Verantwortung, den MSV möglichst schnell wieder in die 2. Liga zu führen, will er sich unbedingt stellen. Und er weiß auch, was wohl die größte Verfehlung der Saison gewesen ist. „Ich habe es mit meinen Mitteln nicht geschafft, dass das Team als verschworene Einheit aufgetreten ist. Das kreide ich mir an. Meine Aufgabe ist es jetzt, dem Club neues Leben einzuhauchen. Meine Art ist es nicht, jetzt abzuhauen.“

Die Ausgangslage vor der Partie war klar: Wenn der MSV seine letzte Mini-Chance auf den Relegationsplatz 16 und den so erhofften Showdown in Hamburg nächsten Sonntag wahren wollte, mussten drei Punkte her. Zusätzlich war man auf einen Ausrutscher des FC Ingolstadt bei seinem Heimspiel gegen Darmstadt angewiesen. „Wir schauen nur auf unser Spiel und spielen voll auf Sieg, alles andere macht ja auch keinen Sinn“, hatte Chefcoach Torsten Lieberknecht vor der Partie zu Protokoll gegeben. Und so begann der MSV von der ersten Minute an druckvoll und hoch motiviert, kombinierte sich flüssig durch die Gästereihen und hätte nach drei Minuten eigentlich schon in Führung liegen müssen. Aber Moritz Stoppelkamp, stark von Joe Gyau auf Rechts in Szene gesetzt, verpasste es aus bester Position auf seine frei stehenden Kollegen am langen Pfosten abzulegen und scheiterte mit seinem unplatzierten Schuss an Kevin Müller im FCH-Kasten. 17 Minuten waren gespielt, da hatten die Gäste ihre erste Großchance, die Dennis Thomalla jedoch frei vor Felix Wiedwald kläglich vergab.

Es war Feuer drin. Das merkte auch Schiedsrichter Thorben Siewer, der nach 25 Minuten Gelbe Karten zur Gemüterberuhigung an Robert Glatzel und Dustin Bomheuer, die am Mittelkreis aneinander geraten waren, verteilen musste. Glatzel schien das kleine Scharmützel effektiver motiviert zu haben. Denn er traf zwei Minuten später per von Gerrit Nauber unglücklich abgefälschtem Schuss zur 1:0-Gästeführung. Den anschließenden Jubel vor den MSV-Fans, und damit auch die anschließende Bierdusche, hätte er sich aber sparen können. Die Zebras antworteten wütend, hatten aber zwei Minuten später bei einer Dreifachchance inklusive Innenpfostentreffer Pech.

Nach 30 Minuten sah also alles nach Abstieg aus. Denn auch Ingolstadt führte mit 1:0 gegen Darmstadt. Drei Minuten und ein Handspiel im Strafraum von Patrick Mainka später sah die Welt schon wieder ein wenig besser aus. Denn Moritz Stoppelkamp stocherte den von Kevin Wolze verschossenen Strafstoß zum Ausgleich über die Linie. Doch der Funken Hoffnung währte nicht lange. Denn wieder nur vier Minuten später konnte Denis Thomalla nach Glatzel-Flanke komplett unbedrängt zur erneuten FCH-Führung einschieben. Gleichzeitig erhöhte Ingolstadt auf 2:0. Mehr passierte in Durchgang eins nicht mehr.

Die zweite Hälfte war noch keine fünf Minuten alt, da stellte Dustin Bomheuer nach Wolze-Ecke per Kopf auf 2:2. In der 58. Minute war wieder Bomheuer mit dem Kopf da. Doof nur, dass er diesmal, im Übrigen komplett unbedrängt, beim Klärungsversuch ins eigene Tor köpfte. Mittlerweile war auch endgültig klar, dass das eigene Ergebnis unbedeutend sein wird, weil Ingolstadt mit 3:0 voll auf Kurs war. Der Duisburger Anhang nahm’s mit Humor und skandierte „Deutscher Meister wird nur der MSV“ und „Oh, wie ist das schön“. Auf dem Platz ging es derweil munter weiter. Erst köpfte der eingewechselte Lukas Daschner das 3:3, kurz darauf erhöhte Niklas Dorsch auf der anderen Seite wieder auf 4:3. Wirklich zu interessieren schien das auf den Zuschauerrängen aber keinen mehr ...

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