: Marbach geht, Wittig folgt

: Marbach geht, Wittig folgt

Marcus Wittig ist der neue Aufsichtsrat-Vorsitzende beim MSV Duisburg. Er folgt auf Jürgen Marbach, der die Zeit, dem Kontrollgremium vorzustehen, nicht mehr aufbringen kann. Wittig will sich nun einen Überblick verschaffen und den MSV dann auf solide Füße stellen.

. Bevor der Neue vorgestellt wurde, gab’s erstmal einen verbalen Blumenstrauß für den Alten. Jürgen Marbach hat aus persönlichen Gründen sein Amt niedergelegt. Seine Arbeit führe ihn mittlerweile vermehrt ins Ausland, da wird Zeit und Präsenz vor Ort in Duisburg zum knappen Gut. „Jürgen hat nach dem Lizenzentzug eine ganz entscheidende Rolle gespielt. Er hat den MSV mit seiner Ruhe und Gradlinigkeit in stürmischen Zeiten auf Kurs gehalten“, gab es ein dickes Lob von MSV-Präsident für den scheidenden Aufsichtsratsvorsitzenden.

Marcus Wittig kennt Duisburg und den MSV nur zu gut. Seit fast zwanzig Jahren arbeitet der 46-Jähre in Duisburg. Er ist seit 2012 Vorsitzender der Geschäftsführung der Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (DVV) sowie des Vorstands der Duisburger Stadtwerke AG. Und in dieser Position hat er auch eine entscheidende Rolle nach dem Lizenzentzug im Jahre 2013.

Das bestätigt auch MSV-Präsident Ingo Wald: „Marcus Wittig hat damals mit viel Kreativität und Einsatz dafür gesorgt, dass wir den Schuldenschnitt hinbekommen.“ Sowohl Wald als auch Wittig verhehlen aber nicht, dass es bei beiden in der stressigen Situation, als es ums Überleben des Vereins ging, keine Liebe auf den ersten Blick war. Wald: „Am Anfang hat es etwas gerumpelt“, Wittig: „Wir hatten so unsere Boxereien“.

Aber das Verhältnis hat sich schnell verbessert. Wittig realisierte schnell, dass der Aufschwung beim MSV eng mit dem Namen des Präsidenten verbunden ist. Und Ingo Wald merkte, dass Marcus Wittig mit viel wirtschaftlichem Know-How, Gradlinigkeit und Zielstrebigkeit ausgestattet ist - alles Eigenschaften, die ein Aufsichtsratsvorsitzender des MSV gut gebrauchen kann. „Als klar war, dass Jürgen Marbach nicht mehr weiter machen möchte, habe ich Marcus Wittig sofort gefragt. Er ist mehr als ein gleichwertiger Ersatz.“

Der Gefragte war zwar „zunächst ziemlich überrascht“, willigte dann aber nach Rücksprache mit seinem Arbeitgeber ein. „Eigentlich musste ich gar nicht lange überlegen.“ Der MSV, so Wittig, gehöre zu Duisburg. Und Duisburg läge ihm sehr am Herzen. „Deswegen ist es wichtig, dass wir den MSV zukunftssicher, finanziell unabhängig und auf gesunde wirtschaftliche Füße stellen.“ Die Hauptaufgabe sei es jetzt, nachdem Wittig sich einen umfassenden Überblick über alle Zahlen verschafft hat, die ungeklärten Fragen aus dem Schuldenschnitt zu klären, die Probleme mit dem Stadion zu lösen und den MSV mit zuverlässigen Konzepten für die kommende Saison auszustatten - egal, ob in Liga zwei oder drei gespielt wird. „Wir haben große Herausforderungen vor der Brust. Und die können und werden wir nur als Team lösen.“