Duisburg verliert 0:2 gegen Hoffenheim

Verloren, aber Moral bewiesen : MSV aus DFB-Pokal ausgeschieden

Die Überraschung ist ausgeblieben, der MSV ist nach dem 0:2 (0:0) gegen die TSG Hoffenheim aus dem DFB-Pokal ausgeschieden. Den Zebras ist es nicht gelungen, sich für eine starke Leistung vor allem in der ersten Halbzeit zu belohnen. Stattdessen fingen sie sich zwei unglückliche Gegentore.

„Wir sind sehr glücklich über den am Ende auch verdienten Sieg“, sagte TSG-Trainer Alfred Schreuder. Auch MSV-Trainer Torsten Lieberknecht fand den Sieg der Gäste verdient, haderte aber damit, dass „wir bei beiden Toren tatkräftig mitgeholfen haben.“ Dabei hatte der MSV den besseren Start erwischt – übrigens ohne den Ex-Hoffenheimer Compper, dafür wieder mit Joshua Bitter, der eine starke Partie machte. Und mit Stoppelkamp, der in der vierten Minute völlig frei am Fünfmeterraum einen Kopfball vor die Füße bekam. Doch glaubte er wie vermutlich die meisten der 14.306 Zuschauer im Stadion, dass er im Abseits steht, was aber wohl nicht der Fall war. Jedenfalls geriet sein Schuss aus der Drehung nicht kraftvoll und präzise genug. Mit zunehmender Spieldauer gewann dann der Erstligist die Oberhand, der auch zu Chancen kam, sich aber vor allem um Ballbesitz und –kontrolle bemühte. Immer wieder gelang es der gegenüber dem Würzburg-Spiel deutlich verbesserten MSV-Defensive, Bälle abzufangen, doch das Umschaltspiel scheiterte dann an mangelnder Präzision. „Wir haben zu oft Bälle, die wir sicher hatten, einfach weggespielt“, so Lieberknecht. Trotzdem, der MSV überstand auch die Hoffenheimer Drangphasen und insbesondere der überragende Daschner konnte immer wieder Stiche setzen. Das Unentschieden zur Pause war nicht unverdient; hier war was drin für die Zebras.

Auch nach der Pause. Beide Teams gingen die Partie jetzt mit mehr Tempo an; die erste Chance hatte wieder Stoppelkamp mit einem Schuss aus 18 Metern (50.). Doch dann entpuppte sich der in der Pause für Rudy eingewechselte Grillitsch als Hoffenheimer Glücksgriff: Einen TSG-Konter in Überzahl hatten die Zebras am Strafraum eigentlich schon gestoppt, aber nicht sauber geklärt; Grillitsch nahm Maß und versenkte den Ball zur Führung (53.). Sechs Minuten später ein ähnliches Bild: Mickels bringt einen eigentlich schon sicheren Ball nicht unter Kontrolle, Bebou schickt Adamyan in den Strafraum, der locker zum 2:0 für die Gäste einschiebt. Sportdirektor Ivo Grlic kommentierte sarkastisch: „Ich glaube, Hoffenheim hat verdient gewonnen. Ich glaube auch, wir haben die beiden Tore gut vorbereitet.“

Angetrieben vom starken Publikum, dass die Bemühungen merkte, steckten die Zebras jedoch nicht auf, doch jetzt war der Klassenunterschied (und der konditionelle) deutlich zu sehen; Hoffenheim spielte die Partie souverän runter. Der fleißige Vermeij hatte kurz vor seiner Auswechslung noch eine große Chance, doch Hoffenheims Posch konnte Stoppelkamps scharfe Flanke vors Tor gerade noch vor Vermeij klären.

„Wir können uns nichts vorwerfen“, befand Bitter nach dem Spiel. Klar, die Art der Gegentore war unglücklich, aber: „Oft waren die nicht vor unserem Tor.“ Auch Tim Albutat fand: „Wir können viel Positives für uns mitnehmen.“ Torsten Lieberknecht wollte – von den Gegentoren abgesehen – seiner Mannschaft ebenfalls keinen Vorwurf machen, die sich personell „seit Wochen extrem am Limit“ bewege. Der MSV hat Moral gezeigt – und kann sich jetzt ganz auf Liga drei konzentrieren. Wo er doch, wie TSG-Trainer Schreuder befand, „unbedingt in Liga zwei“ gehört. Montag erstmal Krefeld …

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