Der MSV Duisburg spielt im Derby 2:0 gegen den KFC Uerdingen

MSV siegt verdient mit 2:0 im Derby gegen Uerdingen : Derbysieg und Tabellenführung

Es war angerichtet: Montagabend, Flutlichspiel, Nieselregen, ein gut gefülltes Stadion, ein Derby gegen den KFC Uerdingen und die Aussicht für den MSV, die Tabellenführung zu übernehmen. Die Vorzeichen stimmten also, das Spiel dann auch. Denn die Zebras setzten sich am Ende souverän mit 2:0 durch und grüßen den Rest der 3. Liga von ganz oben.

„Spitzenreiter, Spitzenreiter“ skandierte der euphorische MSV-Anhang auf den Rängen noch lange nach Schlusspfiff. Da stand mit Lukas Daschner schon ein frisch gebackener und äußerst zufriedener Tabellenführer in den Katakomben der Arena. Das sei schon „ein ziemlich schönes Gefühl“, so als Tabellenführer. „Wir hatten ja im Laufe der Saison schon zwei Mal die Chance, Platz eins zu holen. Umso besser, dass es jetzt geklappt hat. Das tut schon sehr gut“, strahlte Daschner, der mit seinem Tor zum 1:0 großen Anteil am Derbysieg hatte. „Ich versuche immer der Mannschaft mit Toren und Assists zu helfen. Heute hat’s wieder gut geklappt.“

Zu Beginn war viel Stückwerk. Den Gästen, die vom Start weg hoch standen und Vincent Gembalies & Co. in der Defensive früh anliefen, war das zuletzt erarbeitete Selbstbewusstsein deutlich anzumerken. Der MSV, immerhin mit der Chance ausgestattet, die Tabellenführung zu übernehmen, schaute sich das Ganze erstmal entspannt und abwartend an. Das wiederum gefiel Torsten Lieberknecht gar nicht so richtig gut. Der wirkte an der Seitenlinie ob der zunächst großen Räume zwischen den Reihen und der zunächst reichlich blutleeren Vorstellung seiner Truppe ziemlich angefressen. Nach vorne ging bei den Zebras erstmal gar nichts, zu kompakt und sicher stand der KFC in der eigenen Hälfte.

Das änderte sich mit einem Schlag in Minute 22: Nach guter Flanke von Moritz Stoppelkamp verpasste Vincent Vermeij zunächst per Kopf in der Sturmmitte. Von dort fiel der Ball Lukas Daschner vor die Füße, der aus dem Strafraum trocken abzog und flach zur 1:0-Führung für die Zebras traf. Nach vorne gab’s nun etwas mehr Raum für die Gastgeber. Nach 33 Minuten hatte der MSV-Anhang erneut den Torjubel auf den Lippen, aber der Schuss von Leroy Mickels strich knapp am KFC-Gehäuse vorbei. Vier Minute später überrumpelte Moritz Stoppelkamp Lukas Königshofer im Uerdinger Tor mit seinem Freistoß-Kunstschuss aus gut 30 Metern. Ärgerlich aus Duisburger Sicht, dass der Ball nur am Pfosten landete.

Mehr passierte im ersten Durchgang nicht, dachten alle. Dann kam Leroy Mickels und nagelte das Leder Sekunden vor dem Halbzeitpfiff per Torschuss des Monats zum 2:0 ins rechte Toreck - ein typischer Mickels, ein echter Wirkungstreffer. „Ich wusste gar nicht, dass schon fast Halbzeit war. Aber das Timing war natürlich sehr gut“, strahlte Mickels nach dem Abpfiff im Spielertunnel. Überhaupt hatte er sich nach seinem Patzer im DFB-Pokalspiel gegen Hoffenheim viel vorgenommen. Mickels: „Klar, ich war natürlich heiß, es diesmal besser als zuletzt zu machen und habe die ganze Woche über und heute hart gearbeitet.“ Sein Traumtor war die Belohnung. Dass der Ball einschlagen würde, hatte er schon früh im Gefühl. „Man spürt es einfach, wenn man ihn richtig trifft. Dann kann man nur noch hoffen, dass der Torwart umsonst fliegt - und das war ja heute wieder so.“

Halbzeit zwei begann mit einer kleinen Feuerwerkeinlage im Gästeblock, einer guten Mickels-Chance und viel Platz für den MSV. In der 54. Minute hätte der MSV auf 3:0 stellen müssen. Dafür hätte Moritz Stoppelkamp alleine vor Königshofer aber auch den Ball auf einen seiner beiden komplett blanken Teamkollegen Vermeij oder Daschner ablegen müssen. Tat er aber nicht, und so blieb es beim 2:0. „Da hatten wir ein paar Chancen, die wir nicht sauber zu Ende gespielt haben. Eigentlich hätten wir höher gewinnen müssen“, fand auch Lukas Daschner nach Abpfiff. Der MSV nutzte die nun riesigen Räume nicht, und den Gästen fehlten ein wenig die Mittel, den MSV noch mal nachhaltig in Bedrängnis zu bringen. Und so spielten die Hausherren ihren Streifen vor fast 16.000 Zuschauern locker runter und beließen es beim am Ende mehr als verdienten 2:0-Derbysieg.

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