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Der MSV Duisburg spielt beim Auswärtsspiel beim KFC Uerdingen 1:1

MSV vergibt den Sieg im Nachbarschaftsduell und ist jetzt Tabellenzweiter : Weinkaufs fatales Solo

Der MSV Duisburg hat einen Big Point im Kampf um den Aufstieg in Liga zwei nach einem üblen Bock von Keeper Leo Weinkauf vergeben und beim KFC Uerdingen in Düsseldorf nur ein 1:1-Remis geholt. Damit übernimmt die Reserve von Bayern München vorerst die Tabellenführung.

Die erste schlechte Nachricht für Torsten Lieberknecht gab es schon weit vor dem Anpfiff. Beim Abschlusstraining am Dienstag zog sich Stürmer Vincent Vermeij einen schweren Bluterguss am rechten Fuß zu. Und somit fehlte das hinter dem ebenfalls zwangsaussetzenden Moritz Stoppelkamp treffsicherste Zebra beim so wichtigen Spiel im gähnend leeren Riesen-Rund der Merkur-Spiel-Arena. Für den langen Niederländer durfte sich Lukas Daschner an vorderster MSV-Front gemeinsam mit Rückkehrer Ahemt Engin versuchen. In der Schaltzentrale waltete Ex-KFC-Spieler Connor Krempicki, zudem war Routinier Tim Albutat wieder zurück in der Startelf.

Bereits nach zwei Minuten hätte Krempicki alleine vor KFC-Keeper René Vollath auf 1:0 für die Gäste stellen müssen, sein Abschluss geriet aber viel zu schlapp und unpräzise. Sechs Minuten später wieder eine Hundertprozentige für den MSV: Lukas Daschner setzte Leroy Mickels stark in Szene, der von Halblinks aber auch seinen Meister in Vollath fand. Trotz des anfänglichen Großchancenplus; der zu Beginn hoch stehende KFC war sofort gut im Spiel und hatte früh seine Möglichkeiten gegen noch nicht gut sortierte Duisburger.

Den MSV-Dreierpack in Sachen vergebene Riesenchancen macht dann Daschner in Minute 21 komplett, der ebenfalls ganz alleine vor Vollath im Eins-gegen-Eins scheiterte. „Da hat er super gehalten. Trotzdem hätten wir eine der drei Chancen nutzen müssen“, sah Torsten Lieberknecht. In der 26. Minute musste wieder Arne Sicker angeschlagen das Feld verlassen, für ihn rückte Migel-Max Schmeling nach. Viel mehr passierte nicht mehr im ersten Durchgang, den die Gäste eigentlich mit einer Führung hätten beenden müssen.

In Halbzeit zwei schickte Chefcoach Lieberknecht Arnold Budimbu und Sinan Karweina für Vincent Gembalies und Connor Krempicki aufs Feld - ein Wechsel, der sich mal wieder bezahlt machte. Denn es war wie auch schon gegen Würzburg wieder Sinan Karweina, der seine Mitspieler zum Torjubel um sich versammelte. Nach 56 Spielminuten nutzte er das bisschen Raum, das ihm am rechten Strafraumeck gelassen wurde und traf trocken und flach zur verdienten 1:0-Führung.

Dann kam die Minute 68. Und der unfassbare Aussetzer von Leo Weinkauf. Der ließ sich an der Strafraumgrenze auf ein komplett unnötiges Tänzchen mit Krefelds Rijad Kobiljar ein, der ihm den Ball abluchste und zum überraschenden Ausgleich ins verwaiste MSV-Tor schob. „Er ist ein junger Torwart und so etwas passiert. Klar, er hätte ihn schon vorher klären können. Jetzt hoffen wir, dass er im nächsten Spiel erst recht eine Top-Leistung bringt“, so Lieberknecht. Jetzt war der MSV wieder gefragt, der einen Sieg brauchte, um den Spieltag auch an der Tabellenspitze zu überstehen. Aber erstmal war jetzt der KFC, beflügelt vom Ausgleichstreffer, am Drücker. Dem MSV fehlten Mittel, Ideen und die nötige Spritzigkeit, um die Seidenstädter noch wirklich unter Druck zu bringen. „Da waren wir in Schockstarre und der KFC hat am Sieg gerochen“, musste Lieberknecht beobachten. Und so blieb es am Ende beim aus MSV-Sicht trotzdem enttäuschenden Remis.

Ein Remis, das den Verlust der Tabellenführung bedeutet, die jetzt die Reserve von Bayern München nach dem 5:1-Heimsieg gegen Meppen übernommen hat. Am Samstag, Anstoß 14 Uhr, kommt nun Hansa Rostock nach Duisburg. Ein Sieg ist dann fast schon Pflicht für das Team von Torsten Lieberknecht. „Jetzt gilt es aber erstmal“, so Lieberknecht, „ein paar gesunde Spieler zu finden.“