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Der MSV Duisburg siegt gegen die Spielvereinigung Unterhaching

MSV siegt deutlich, bekommt aber keine Schützenhilfe aus München : MSV verpasst die Relegation

Auch wenn der MSV seine Hausaufgaben im letzten Saisonspiel erledigte und die Spielvereinigung Unterhaching mit einer 0:4-Niederlage auf die Heimreise schickte, bleibt den Zebras die Relegation verwährt. Weil Ingolstadt sein Auswärtsspiel in München mit 2:0 gewann, gab’s für die Lieberknecht-Elf am Ende nur den undankbaren fünften Tabellenplatz.

Am Ende blieb der nur der bange Blick in den Süden der Republik. Der MSV hatte seine Pflicht getan, führte längst überdeutlich. Nun war es an den Löwen. Doch alles Hoffen und Bangen nützte nichts. 1860 rannte vergeblich gegen die Niederlage an und lieferte so nicht die erhoffte Schützenhilfe für die Zebras. So blieb am Ende der schale Geschmack, dass den Zebras in dieser Spielzeit einfach nichts geschenkt wird - auch nicht, als es die Lieberknecht-Elf am dringensten brauchte. Entsprechend enttäuscht saßen die MSV-Spieler nach dem Abpfiff auf der Tribüne und starrten betreten ins Leere oder saßen wie Yassin Ben Balla weinend auf dem Rasen.

Die Wahrheit ist aber auch, dass die Zebras nicht gut aus der coronabedingten Zwangspause kamen und zur Unzeit eine veritable Spiel- und Ergebniskrise mit sich herumschleppten. Dazu kamen eine Reihe unglücklicher Knackpunkte, der letzte und fatalste wohl das bittere Last-Minute-Gegentor in München am vergangenen Mittwoch. „Das war richtig bitter und steckte uns einfach noch in den Knochen“, hatte auch Torsten Lieberknecht erkannt. Erkannt hat er aber auch, „dass die Jungs eine tolle Saison gespielt und alles für diesen Aufstieg und die Fans gegeben haben.“ Hier und da hätte seiner Truppe einfach die Erfahrung und die Abgeklärtheit gefehlt. Und somit ist er also futsch, der für den Verein so immens wichtige Aufstieg. Und das, nachdem die vor der Saison neu zusammengewürfelten Zebras einen großen Teil der Spielzeit von Platz eins grüßten, aber in 2020 einfach nicht richtig in Tritt kommen konnten.

Zum Spiel: Für den gelbgesperrten Lukas Daschner und Leroy Mickels rückten Sinan Karweina sowie Ahmet Engin, in München gar nicht im Kader, in die Startelf. Anstatt dem wegen des engen Spielplans und nach seinem München-Einsatz komplett ausgelaugten Tim Albutat bot Torsten Lieberknecht Connor Krempicki auf. Die Bayern begannen druckvoll und hatten nach zwei gespielten Minuten durch Moritz Heinrich die erste gute Möglichkeit der Partie. Die Hausherren, die in der 12. Minute das erste Mal gefährlich vor den Hachinger Kasten kamen, probierten nach dem Vollgas-Match in München, mit Ruhe und Bedacht und klarem Spielaufbau ins Spiel zu kommen.

Vincent Vermeij, dessen Kopfballtor kurz zuvor wegen Foulspiels zurückgepfiffen wurde, kam in der 19. Minute knapp zu spät; fünf Minuten später verzog Sinan Karweina aus guter Position. In der 35. Minute verpasste Vermeij per Lupfer das 1:0, drei Zeigerumdrehung schafften es Moritz Stoppelkamp und Karweina per Dreifachchance nicht, den Ball im Gästegehäuse unterzubringen. Die Führung für die Gastgeber wäre jetzt mehr als verdient - und sie fiel dann auch: Kurz vor dem Halbzeitpfiff steckte Karweina stark auf Ahmet Engin durch, der cool blieb und Nico Mantl im Hachinger Tor keine Chance ließ. Zur Halbzeit lief also alles nach Plan, weil es beim Ingolstadt-Gastspiel in München 0:0 stand. Somit waren die Zebras auf Relegationskurs - sehr zur Freude der Handvoll lautstarker Ultras vor dem Stadion.

Im zweiten Durchgang drang dann schnell die Kunde durch, dass Ingolstadt in München in Führung gegangen ist. Der MSV zeigte sich aber unbeirrt: Conor Krempickis Fernschuss konnte Mantl so gerade eben noch entschärfen, bei Sinan Karweinas platziertem Schuss zum 2:0 in der 54. Minute war er dann aber machtlos. Und die Hausherren machten gegen nun müde wirkende Gäste weiter Druck: So drückte der zuvor eingewechselte Petar Sliskovic den Ball nach Top-Vorlage von Engin in Minute 68 zum 3:0 über die Linie. Kurz darauf dann wieder Jubel: Diesmal war es Kapitän Moritz Stoppelkamp, der einen direkten Freistoß zum 4:0 verwandelte. Der Jubel fiel jedoch verhalten aus, denn ohne das Zutun von 1860 brachte es alles nichts. Als dann klar war, dass Ingolstadt mit 2:0 in München führte, legte sich eine lähmende Stille über das ohnehin schon ziemlich stille Stadion. Nur die Ultras vor der Arena, die wollten sich ihre gute Laune einfach nicht verderben lassen ...